Datenschutz in VWL leicht erklärt + Beispiel

Dem Datenschutz zuzuordnen sind alle Maßnahmen, die dem Schutz vor Datenmissbrauch durch Unbefugte dienen. Diese können sowohl organisatorischer als auch technischer Art sein. In Zeiten des Internets kommt Datenschutzmaßnahmen eine zunehmende Bedeutung zu. Der „gläserne Mensch“ ist ein Schreckgespenst, das umgeht. Das soll um jeden Preis vermieden werden.

Der Wert von Daten für Unternehmen

Personenbezogene Daten stellen in der heutigen Zeit ein wirtschaftliches Gut von enormer Bedeutung dar. Besonders Unternehmen können aus dem Sammeln von Kundendaten großen Nutzen ziehen. Interessant sind beispielsweise Daten zum Kaufverhalten oder den Bedürfnissen und Vorlieben der Kunden.

Neuste technologische Verfahren wie das Data Mining ermöglichen es Daten zu filtern und auszuwerten. Durch die Erstellung von detaillierten Nutzerprofilen kann ein Unternehmen Zielgruppen identifizieren und diesen individuell zugeschnittene Angebote machen, um sie zu einem Kauf zu animieren und so den Unternehmenserfolg zu steigern. So erhalten Kunden von Online-Shops individuell zugeschnittene Angebote per E-Mail-Newsletter, die entsprechend ihres Kaufverhaltens in der Vergangenheit ausgewählt wurden. Hat jemand z.B. den ersten Band einer Buchreihe in einem Online-Shop gekauft, so erhält er auch Kaufempfehlungen für die Folgebände oder ähnliche Roman. Dadurch kann das Konsumverhalten beeinflusst werden.

Gesetzliche Regelungen zum Schutz vor Missbrauch

Durch das Internet können personenbezogene Daten rasend schnell verbreitet werden. Die große Gefahr liegt im Datenmissbrauch. Um dies zu verhindern, gibt es die gesetzlichen Datenschutzregelungen. Diese unterscheiden sich von Land zu Land. Internationale Gültigkeit haben die „Guidelines on the Protection of Privacy and Transborder Data Flows of Personal Data“ und die Europäische Datenschutzkonvention (1981).

Innerhalb der Europäischen Union ist Datenschutz ein Grundrecht. Es existieren mehrere Richtlinien, die sich mit diesem Thema befassen. Die Richtlinie 95/46/EG listet Mindeststandards auf. Eine weitere Richtlinie, die wichtige Vorgaben zum Datenschutz macht, ist die Richtlinie 2002/58/EG. Deren Regelungen beziehen sich auf den korrekten Umgang mit Daten, die elektronisch weiterverarbeitet werden.

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In Deutschland wird der Datenschutz durch mehrere Gesetze geregelt. Die oben genannten EU-Richtlinien wurden über das Bundesdatenschutzgesetz auf Nationalebene umgesetzt. Weitere Datenschutzbestimmungen finden sich im Telekommunikationsgesetz und im Teilmediengesetz. Zusätzlich trat im Jahr 2015 das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung in Kraft, das es öffentlichen Stellen erlaubt personenbezogene Daten zu speichern, auch wenn sie nicht unmittelbar gebraucht werden. Die Daten werden über eine festgelegte Mindestdauer für den Fall gespeichert, dass sie irgendwann einmal benötigt werden. Ein Anfangsverdacht oder eine konkrete Gefahr müssen dazu nicht vorliegen. Ende 2016 erklärte der Europäische Gerichtshof dieses Verfahren jedoch für illegal. Als Reaktion auf einen Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Münster wurde die Pflicht zur Vorratsdatenspeicherung am 28.06.2017 von der Bundesnetzagentur vorübergehend ausgesetzt.

Das Wichtigste zum Thema Datenschutz auf einen Blick:

  • Datenschutz umfasst alle Maßnahmen zum Schutz von personenbezogenen Daten vor dem Missbrauch durch unbefugte Dritte
  • International gelten unterschiedliche gesetzliche Regelungen; in der Europäischen Union ist Datenschutz ein Grundrecht
  • In Deutschland wird der Datenschutz durch drei Gesetze geregelt: das Bundesdatenschutzgesetz, das Telekommunikationsgesetz und das Teilmediengesetz
  • Das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung hat 2015 eine kontroverse Debatte ausgelöst: ohne Bestehen eines Anfangsverdachts oder einer konkreten Gefahr können personenbezogene Daten über eine Mindestdauer von öffentlichen Stellen gespeichert werden
  • Laut Urteil des europäischen Gerichtshofs am 21. Dezember 2016 und des Oberverwaltungsgerichts Münster ist die Vorratsdatenspeicherung ohne Anlass illegal; Pflicht zur Vorratsdatenspeicherung wurde ausgesetzt

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