Deckungsbeitragsrechnung in BWL leicht erklärt + Beispiel

Deckungsbeitragsrechnung Definition

Die Deckungsbeitragsrechnung zählt zu den Teilkostenrechnungen und ordnet den einzelnen Kostenträgern ausschließlich variable Kosten zu.

Man unterscheidet zwischen einfacher einstufiger und differenzierter (mehrstufiger) Deckungsbeitragsrechnung.

Deckungsbeitrag

Der Deckungsbeitrag errechnet sich als Differenz aus den Erlösen eines Kostenträgers und seinen variablen Kosten und wird zur Deckung der Fixkosten verwendet.

Einstufige Deckungsbeitragsrechnung

Bei der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung wird wie folgt vorgegangen:

  • Berechnung des Stückdeckungsbeitrags für ein Produkt: Preis – variable Kosten
  • Berechnung des Gesamtdeckungsbeitrag für ein Produkt: Stückdeckungsbeitrag × verkaufter Stückzahl
  • Berechnung der Summe der Gesamtdeckungsbeiträge aller Produkte
  • Berechnung des Betriebsergebnisses: Gesamtdeckungsbeiträge aller Produkte – gesamte Fixkosten

Beispiel

Ein Imbiss verkauft Speisen und Getränke, in Summe jedoch nur 4 Produkte mit den folgenden Absatzmengen, Verkaufspreisen und variablen Kosten:

Speisen

  • Hot Dog: 100 Stück, 3 Euro, 1,50 Euro
  • Pommes Frites: 200 Stück, 2 Euro, 1 Euro

Getränke

  • Cola: 200 Stück, 2 Euro, 1 Euro
  • Mineralwasser: 150 Stück, 1,50 Euro, 0,75 Euro

Die variablen Kosten entsprechen jeweils 50% des Verkaufspreises und werden vom identen Lieferanten bezogen.

Darüber hinaus hat der Imbiss Personalkosten in Höhe von 200 Euro, Mietkosten in Höhe von 150 Euro und sonstige Kosten in Höhe von 50 Euro.

Die Deckungsbeiträge pro Produktart berechnen sich wie folgt:
(Verkaufspreis – variable Kosten) × Absatzmenge

Hot Dog: (3,00 – 1,50) × 100 = 150 Euro
Pommes Frites (2,00 – 1,00) × 200 = 200 Euro
Cola: (2,00 – 1,00) × 200 = 200 Euro
Mineralwasser (1,50 – 0,75) × 150 = 112,50 Euro

Die Summe der Deckungsbeiträge aller Produktarten beträgt daher 150 + 200 + 200 + 112,50 = 662,50 Euro

Nach Abzug der unternehmensweiten Fixkosten in Höhe von 200 + 150 + 50 = 400 Euro verbleibt ein Betriebsgewinn in Höhe von 662,50 – 400 = 262,50 Euro.

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Zweck der Deckungsbeitragsrechnung

 

  • Ermittlung jener Produkte oder Produktgruppen mit den höchsten Deckungsbeiträgen
  • Programmentscheidungen: Förderung von Produktgruppen mit hohen, Einstellung von nicht notwendigen Produktgruppen mit negativen Deckungsbeiträgen

Alternative Begriffe: DB-Rechnung, direct costing.

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Autor(in) des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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