Deflation & Inflation – was ist der Unterschied?

Deflation und Inflation sind zwei der wichtigsten Begriffe aus der Wirtschaft. Doch nicht nur für die Wirtschaft selbst, sondern auch für das alltägliche Leben sind sie von großer Bedeutung. Was diese beiden Begriffe genau bedeuten und was der Unterschied ist, wurde folgend einfach zusammengefasst.

Deflation und Inflation – Was macht das?

Um die Definitionen der beiden Begriffe Deflation und Inflation besser zu verstehen, sind die Hintergründe sowie deren Aussage wichtig. Die beiden Wörter bezeichnen Prozentsätze, die Aufschluss über die Entwicklung des Geldwertes geben. Staatliche Wirtschaftsexperten sowie auch die Europäische Zentralbank beobachten diese Kennziffern, um negative Auswirkungen auf das Volk abzuwenden.

Um die Inflation oder Deflation eines Staates zu berechnen, wird der sogenannte Warenkorb, auch als Verbraucherpreisindex bekannt, herangezogen. Dies ist eine Liste mit allen Ausgaben eines deutschen Haushalts im Schnitt auf ein Jahr gerechnet. Darin enthalten sind alle Dienstleistungen sowie Waren, die durchschnittlich fürs Leben benötigt werden. Die größten und wichtigsten Gruppen dabei sind:

  • Essen & Trinken
  • Energie & Wohnen
  • Fortbewegung & Verkehr
  • Kultur, Unterhaltung, Freizeit

Die Jahresgesamtsumme aller Güter und Dienstleistungen wird von den Volkswirten mit der des Vorjahres verglichen. Das Ergebnis zeigt, ob es eine Inflation oder Deflation gibt. Weiters orientiert sich die Geldpolitik an diesen Kennzahlen. Mögliche Folgen für Wirtschaft und Volk erfordern gezielte Maßnahmen.

In der Praxis ist der Vergleich jedoch nicht so einfach. Das Statistische Bundesamt muss hierfür normale Preissteigerungen einzelner Branchen, Qualitätssteigerungen sowie besondere Vorkommnisse, die das Kaufverhalten beeinflussen, miteinbeziehen.

Was ist nun eine Inflation?

Ergibt der Vergleich eine Inflation, ist die Kaufkraft des Geldes gesunken. Das allgemeine Preisniveau ist gestiegen. Das heißt, für dasselbe Geld können weniger Güter und Leistungen gekauft werden.

In unseren Breiten herrscht eine stetige Inflation. Bis zu einem gewissen Grad kurbelt diese die Wirtschaft an und ist nötig. Durch unattraktive Zinsen sowie den Verlust an Kaufkraft wird weniger gespart. In Folge konsumieren die Menschen mehr und das verdiente Geld fließt wieder in die Wirtschaft.

Was ist eine Deflation?

Anders verhält es sich bei der Deflation. Hierbei sinkt das allgemeine Preisniveau. Das Geld gewinnt an Kaufkraft. Einfach ausgedrückt – mehr Güter oder Dienstleistungen können für einen gleichbleibenden Betrag erworben werden. Jedoch geschieht dies nur dann, wenn Konsumenten beginnen ihr Geld zu horten, anstatt es auszugeben. Beispielsweise in den 90er Jahren geschah dies in Japan. In Europa herrschte die Wirtschaftskrise. Aus Angst, dass diese ebenso in Japan zuschlagen könnte, hörten die Menschen auf Geld auszugeben. Zur Folge mussten die Unternehmen ihre Preise senken. Weniger Gewinne konnten erwirtschaftet werden. Arbeitslosigkeit machte sich breit.

Was ist der Unterschied von Deflation und Inflation?

Ganz klar, die Deflation ist mit seiner Wertsteigerung des Geldes das Gegenteil vom Wertverlust im Falle einer Inflation. Was auf den ersten Blick vielleicht nicht aufregend klingt, kann das tägliche Leben sehr in Mitleidenschaft ziehen. Solange jedoch alles in Maßen bleibt und im Falle des Falles von der europäischen Nationalbank richtig eingelenkt wird, wird es keine großen Veränderungen geben.

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Autor(in) des Artikels:

mm

Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.

Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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