Deliktsfähigkeit & Strafmündigkeit – Unterschied?

Eine genaue Aufklärung zum Unterschied zwischen Deliktsfähigkeit und Strafmündigkeit ist hier in einfachen Worten zu finden. Oft ist es nötig bei rechtlichen Angelegenheiten diese Begriffe genau voneinander zu unterscheiden, damit keine Irrtümer entstehen.

Was bedeutet Deliktsfähigkeit?

Der Begriff Delikt sowie auch die Deliktfähigkeit kommen aus dem Zivilrecht. Besonders im Schadensersatzrecht ist dies ein sehr wichtiger Faktor. Der Begriff entscheidet darüber, ob der Verursacher eines Schadens zur Rechenschaft gezogen werden kann.

Laut Bürgerlichem Gesetzbuch ist eine Person erst mit dem vollendeten siebten Lebensjahr deliktsfähig. Weiters muss die Person geistig gesund, bei vollem Bewusstsein sowie frei von jeder krankhaften Störung sein. Bei Schädigern in einem Alter ab dem vollendeten Siebten bis hin zum achtzehnten Lebensjahr kommt noch die Einsichtsfähigkeit hinzu.

Einsichtsfähigkeit bedeutet, dass der Verursacher imstande war, vorab zu erkennen, dass seine Tat nicht rechtens ist und Konsequenzen mit sich zieht.

Sind diese Punkte erfüllt und die Person ist deliktsfähig, muss sie für den entstandenen Schaden aufkommen. Dies geht jedoch nicht mit einer Bestrafung im strafrechtlichen Sinne einher. Es handelt sich lediglich darum den Schaden wieder, gutzumachen.

Was bedeutet Strafmündigkeit?

Von Strafmündigkeit wird nur im Strafrecht gesprochen. Hierbei geht es um die Schuldfähigkeit einer Person, die eine Straftat begangen hat. In unseren Breiten ist eine Person erst ab vierzehn Jahren strafmündig. Das heißt, ab dem vierzehnten Geburtstag kann in Falle einer strafbaren Handlung der Jugendliche laut StGB mit Sozialstunden, einer Geldstrafe oder auch einer Haftstrafe zur Verantwortung gezogen werden.

Der Unterschied zwischen deliktfähig und strafmündig

Zum besseren Verständnis ein Beispiel:

Ein elf Jahre alter Junge stiehlt in der Schule ein Handy. Die Eltern des Geschädigten erstatten Anzeige.

Der Täter wird strafrechtlich nicht bestraft. Er ist noch nicht strafmündig.

Jedoch ist der Schädiger schuldig eine Wiedergutmachung zu leisten. In diesem Falle muss das Handy ersetzt werden. Da das Kind jedoch noch kein eigenes Einkommen hat, werden die Eltern in die Haftung genommen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here