Depotstimmrecht in VWL leicht erklärt + Beispiel

Bei dem Depotstimmrecht handelt es sich um ein besonderes Stimmrecht, das von Kreditinstituten als bevollmächtigter Vertreter im Auftrag der Wertpapierbesitzer ausgeübt wird. Aus diesem Grund wird es auch als Vollmachts- oder Auftragsstimmrecht bezeichnet.
Zur Ausübung dieses Stimmrechts ist eine schriftliche Genehmigung durch den Kunden erforderlich. Diesen muss der Vertreter über die Abstimmungsergebnisse auf dem Laufenden halten. Es besteht eine Informationspflicht.

Wie wird Depotstimmrecht genutzt?

Als Aktionär einer Aktiengesellschaft hat man bestimmte Rechte. Neben Teilhabe am Gewinn der Aktiengesellschaft hat man auch ein Stimmrecht bei der Jahreshauptversammlung. Allerdings muss der Aktionär dazu körperlich an der Versammlung teilnehmen. Dies gestaltet sich jedoch manchmal schwierig. Beispielsweise wenn die Jahreshauptversammlung weit entfernt oder sogar in einem anderen Land stattfindet. In solchen Fällen stellt das Depotstimmrecht eine gute Alternative dar. Der Aktionär selbst muss nicht anwesend sein. Diese Aufgabe übernimmt für ihn ein bevollmächtigter Vertreter seiner Bank. Dieser stimmt in seinem Sinne ab und informiert ihn über die Tagesordnungspunkte.

Interessenskonflikte

Im Idealfall stimmt der bevollmächtigte Vertreter so ab, wie der Aktionär es wünscht. Dabei handelt es sich jedoch um eine Utopie, die wenig mit der tatsächlichen Realität zu tun. Da Banken oftmals selbst an Aktiengesellschaften beteiligt haben sie eigene Interessen, die sie als Kreditgeber verfolgen. Daher kommt es zu heiklen Interessenskonflikten. Es besteht die berechtigte Gefahr, dass Banken nicht im Sinne der Aktionäre, sondern auf Basis ihrer Eigeninteressen abstimmen.
Zudem sind Banken oftmals Kreditgeber für mehrere Aktiengesellschaften. Die Bankvertreter könnten die Konkurrenz bevorzugen und der Aktiengesellschaft des Aktionärs durch Ausübung ihres Stimmrechts schaden.

In Deutschland gibt es gesetzliche Regelungen, die einem solchen Missbrauch entgegenwirken sollen. Die Banken haben eine Informationspflicht bezüglich ihrer Beteiligungen.

Alles Wichtige zum Thema Depotstimmrecht:

  • Depotstimmrecht: ein Aktionär bevollmächtigt eine Bank, das Stimmrecht auf Jahreshauptversammlungen für ihn auszuüben
  • Der bevollmächtigte Vertreter hat die Aufgabe im Sinne des Aktionärs abzustimmen
  • Interessenkonflikt zwischen Interessen des Aktionärs und der Bank als Kreditgeber

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