Deregulierung in VWL leicht erklärt + Beispiel

Deregulierung ist ein Begriff aus der Ordnungspolitik. Man versteht darunter den Abbau von Marktregulierung durch staatliche Regelungen. Es handelt sich dabei um ein wirtschaftspolitisches Konzept, das einhergeht mit Privatisierung von Staatsunternehmen und der Reduzierung von staatlichen Eingriffen in die Wirtschaft. Dieses Konzept wird der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik zugeordnet.

Auswirkungen

Befürworter erhoffen sich von deregulierenden Maßnahmen positive Auswirkungen auf die Wirtschaft. Der freie Markt verfüge über selbstregulierende Kräfte und bedürfe keiner staatlichen Kontrolle. Dadurch würden gewaltige Potenziale freigesetzt. Dies gehe einher mit einer Zunahme an Investitionen, einem größeren Wirtschaftswachstum, zunehmenden Unternehmensgewinnen, der Schaffung von Arbeitsplätze und steigenden Löhnen bzw. Gehältern.

Privatisierung von staatlichen Unternehmen

Ein wichtiges Mittel zur Deregulierung stellt die Privatisierung staatlicher Unternehmen dar. Staatliche Monopole sollen gebrochen werden, öffentlich-rechtliche Betrieb privatisiert werden. Dementsprechend werden hier zwei Bereiche unterschieden:

  • staatliche Monopole wie z.B. die Deutsche Post
  • öffentlich-rechtliche Unternehmen, die in Konkurrenz zu privaten Unternehmen stehen wie z.B. die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF

Monopole gingen mit einem fehlenden Wettbewerb und hohe Preisen einher. Ohne Wettbewerb fehle es Anreiz für Innovationen, die für zukünftiges Wachstum sorgen könnten.
Staatliche Unternehmen seien grundsätzlich unrentabel und ineffizient, da sie Unsummen an Staatsgeldern verschlingen, die auch anderweitig eingesetzt werden könnten. Außerdem würde durch die staatliche Finanzierung öffentlich-rechtlicher Unternehmen der Wettbewerb verzerrt. Private Unternehmen würden benachteiligt und müssten härter kämpfen, um ihre Marktstellung zu halten.

Reduzierung von gesetzlichen Regelungen

Ein zweites Instrument der Deregulierung ist der Abbau von staatlichen Vorgaben. Diese würden die Potenziale des Marktes einschränken und ihn am Wachstum hindern. Daher sollen solche Eingriffe auf ein notwendiges Minimum beschränkt werden. Gesetze sollen hinsichtlich ihrer Notwendigkeit und ihres Nutzens überprüft werden. Dies gelte im Besonderen für bürokratische Hürden sowie die Gesetze zum Arbeits- und Umweltschutz.

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Kritik

Gegner von Deregulierung wollen die Position des Staates stärken. Dieser soll eine Grundversorgung der Menschen mit Wasser, Strom, etc. gewährleisten. Privatisierungen kritisieren sie scharf. Die Infrastruktur sei dadurch in Gefahr. So würden durch Autobahn- und Bahnprivatisierungen Menschen vom Verkehrsnetz abgeschnitten.

Darüber hinaus könnten staatlich geförderte Betriebe das Allgemeinwohl der Menschen berücksichtigen, indem sie z.B. Maßnahmen zum Arbeits- und Umweltschutz ergreifen. Privatisierungen hingegen würde zu erheblichen Verschlechterungen in diesen Bereichen führen.

Alles Wichtige zum Thema Deregulierung:

  • Begriff aus der Ordnungspolitik und Konzept der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik
  • Aufhebung staatlicher Monopole durch Privatisierungsmaßnahmen
  • Reduzierung von staatlichen Vorgaben
  • Befürworter sehen darin Mittel zur Freisetzung von Wachstumspotenzialen
  • Kritiker fürchten den Abbau von Arbeits- und Umweltschutz

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