Deutsch: Phonetik – was ist das? – Erklärung & Beispiele

Die Phonetik bezeichnet die sogenannte „Lehre vom Sprachschall“. Dies umfasst die Erzeugung durch den Sprecher, sowie die jeweilige Verarbeitung von dem (Zu-) Hörer. Hierbei ist jedoch immer die physiologische, psychische und physikalische Komponente der menschlichen Kommunikation zu beachten. Somit grenzt sich die moderne phonetische Wissenschaft von der traditionellen Bestimmung von Sprachlauten ab, da diese zu begrenzt differenziert.

Unterscheidungen

Innerhalb der Phonetik wird zwischen folgenden fünf Bereichen unterschieden:

– artikulatorische Phonetik
– akustische Phonetik
– perzeptive Phonetik
– physiologische Phonetik
– funktionale Phonetik

Artikulatorische Phonetik

Als Basis für die Arbeit in Bezug auf die artikulatorische Phonetik ist die sogenannte IPA-Tabelle. Diese umfasst das Internationale Phonetische Alphabet.
Wird ein Laut gebildet, so bezeichnet an diesen Vorgang als Artikulation. Auf den Menschen bezogen sind folgende Bereiche des Körpers ausschlaggebend für die Lautbildung:

– der Mundraum, sowie der Rachenraum (Zunge, Lippen, Zähne)
– die Nase
– die Stimmbänder
– die Lungen

Wird ein Laut von sich gegeben, dann geschieht dies, indem die Stimmbänder Schwingungen erzeugen. Die Stimmbänder des Menschen liegen am Kehlkopf an, welcher eine Art Ventilfunktion für die ein- und ausströmende Luft innehat. Eine Besonderheit dabei ist, dass die Stimmbänder bei Vokalen immer schwingend. Wird hingegen geflüstert, so schwingen die Stimmbänder fast gar nicht.
Wenn ein Laut eingeteilt wird, so bedarf es genaue Angaben zur Art und Weise der Artikulation, sowie der Sonorität (Klangbreite eines Lautes).

Akustische Phonetik

Akustische Phonetik behandelt den Aspekt der Lautübertragung beim Sprechen. Hierbei wird auf die physikalische Struktur von gesprochenen Lauten eingegangen. Dieses Forschungsgebiet ist vergleichsweise jung, da die technischen Mittel (wie zum Beispiel Spektographen) erst innerhalb der vergangenen Dekaden entwickelt wurden.
Die wissenschaftliche Forschung analysiert mit Hilfe von Frequenzmessungen die Eigenarten von Lauten und klassifiziert diese danach.
Da heutzutage immer mehr maschinelle Sprache zum Einsatz kommt, gewinnt die akustische Phonetik enorm an Bedeutung. Da Maschinen über keine Sprechwerkzeuge wie Zunge, Kehlkopf oder Lippen verfügen, ist die Definition und Klassifizierung von Lauten enorm wichtig für die spätere Anwendbarkeit.

Perzeptive Phonetik

Innerhalb der perzeptiven Phonetik wird nach neuro-physiologischen Besonderheiten geforscht, welche bei der Wahrnehmung von gesprochenen Lauten auftreten. Hierbei wird zum einen auf die anatomischen Eigenschaften des Gehörs eingegangen und zum anderen wird die spezielle Art der Aufnahme von Lauten im Gehirn betrachtet. Es wird ergründet, wie wahrgenommenes im Gehirn decodiert und verarbeitet wird und welche Schlüsse sich daraus ziehen lassen. Dabei sind persönliche Wahrnehmung und Empfindungen weniger hilfreich als ein gemeinschaftliches, einheitliches Ergebnis.

Physiologische Phonetik

Grundlegend werden innerhalb der physiologischen Phonetik die Vorgänge untersucht, welche die Organe der Artikulation steuern und zudem welche bei der Signalverarbeitung vor sich gehen. Dies erfolgt unter der Prämisse, dass diese auch messbar sein müssen, was mitunter nicht so einfach zu realisieren ist.

Bei Forschungen werden zum Beispiel Organe, welche der unmittelbaren Stimmerzeugung dienen, untersucht. Vor allem werden dabei Lippen und Lunge begutachtet. Des Weiteren wird auf die gesonderte Funktion des Innen- und Mittelohrs eingegangen, wenn sich dies für die Schallerzeugung als wichtig erweist. Die Wissenschaft der physiologischen Phonetik greift oftmals auf andere Teilbereiche der Naturwissenschaft zurück, wie zum Beispiel die der zuvor genannten Anatomie aber auch der Kybernetik, der Pathologie, sowie der Psychoakustik.

Funktionale Phonetik

Die auch als Phonologie betitelte funktionale Phonetik befasst sich mit der Struktur der Sprachwahrnehmung und des Sprachschalls. Dabei wird gesondert auf die Eigenart von Phonemen eingegangen aber auch spezielle Besonderheiten von Silben, Satzmelodien, Sprechpausen und Wortbetonungen werden akribisch untersucht. Diese Strukturen lassen sich auf Grund der kommunikativen Funktion des Sprechschalls und dessen Wahrnehmung innerhalb einer Sprache ergründen. Somit sind die etwaigen Funktionen von phonetischen Eigenarten nicht nur einer akustischen Komponente zuzuordnen, sondern sie besitzen viel tiefgreifendere Eigenschaften.

Diese phonetischen Besonderheiten beziehen sich auf die jeweilige Systematik der vorliegenden Sprache.

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