Die 7 Einkunftsarten im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

Nach § 2 Abs. 1 EStG unterliegen der Einkommenssteuer die folgenden 7 Einkaufsarten. Sie werden in weiteren §§ erläutert.

  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§§ 13, 14 EStG)
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 bis 17 EStG)
  • Einkünfte aus selbständiger Arbeit (§ 18 EStG)
  • Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit (§ 19 EStG)
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG)
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG)
  • sonstige Einkünfte (§ 22 EStG).

Dabei sind die zuletzt genannten sonstigen Einkünfte nicht „alle anderen möglichen Einkünfte“, sondern diese sind in § 22 EStG definiert. Was nicht den sieben Einkunftsarten zuzuordnen ist, wie beispielsweise der Lotteriegewinn, unterliegt auch nicht der Einkommensteuer. Allerdings sind die 7 Einkunftsarten schon sehr umfassend. Einige Tätigkeiten / Sachverhalte, die unter die 7 Einkunftsarten fallen und damit im Grundsatz steuerbar sind, werden z.B. durch § 3 EStG steuerfrei gestellt.

Mit den 7 Einkunftsarten ist die sachliche Steuerpflicht geklärt, jedoch gilt es zudem die persönliche Steuerpflicht zu klären.

Die Einkunftsarten 1., 2. und 3. bezeichnet man auch als Gewinneinkünfte (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 EStG), die Einkunftsarten 4., 5., 6. und 7. auch als Überschusseinkünfte (§ 2 Abs. 1 Nr. 2 EStG) — dies bezieht sich auf die unterschiedliche Art der Einkunftsermittlung.

Ein Einzelhändler, der mehrere Supermärkte betreibt, erzielt Einkünfte aus Gewerbebetrieb und muss mittels Buchhaltung den Gewinn ermitteln, der dann versteuert wird. Ein Arbeitnehmer hingegen erzielt Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit und ermittelt diese als Überschuss der Einnahmen i.S.d. § 8 EStG (hier: Gehalt) über die Werbungskosten (hier: Fahrtkosten zur Arbeit, Fachliteratur etc.); sind in einer Einkunftsart die Werbungskosten höher als die Einnahmen, liegen negative Einkünfte vor.

Subsidiarität der Einkunftsarten

Wenn ein Selbständiger Mieterträge aus der Untervermietung seiner Büroräume, und damit Einkünfte aus der Vermietung und der Verpachtung, sowie Zinserträge aus seinem Firmenkonto, und damit Einkünfte aus Kapitalvermögen erzielt, dann greift der sog. Subsidiaritätsklauseln nach § 21 Abs. 3 EStG und § 20 Abs. 8 EStG. Darin ist verankert, dass die Miet- und Zinseinkünfte hier den Einkünften aus selbständiger Arbeit zuzurechnen sind.

Das gilt analog für Landwirte, die Zinseinkünfte oder sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 1 Satz 1 EStG im Rahmen ihres landwirtschaftlichen Betriebs haben.
Weiterhin besteht für Selbständige, Landwirte etc. ebenfalls die Möglichkeit, privat Geld anlegen und daraus Einkünfte aus Kapitalvermögen zu erzielen.

Horizontaler und vertikaler Verlustausgleich

Horizontaler Verlustausgleich

Beispiel: positive und negative Einkünfte einer Einkunftsart verrechnen
Herr Meier hat 4 Gewerbebetriebe: zwei Tankstellen, die im Geschäftsjahr negative Einkünfte von insgesamt 20.000 € aufwiesen und zwei Friseursalons, die in demselben Jahr 60.000 € positive Einkünfte aus Gewerbebetrieb brachten.

Diese positiven und negativen Einkünfte werden verrechnet. Das ergibt den sog. horizontalen Verlustausgleich, so dass in der Einkommensteuererklärung 40.000 € Einkünfte aus Gewerbebetrieb deklariert werden.

Vertikaler Verlustausgleich

Beispiel: positive und negative Einkünfte verschiedener Einkunftsarten verrechnen
Herr Meier hat neben den o.g. 4 Gewerbebetrieben auch noch ein Haus, das er im Privatvermögen hält und vermietet. Die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sind in diesem Beispiel negativ: 20.000 € Mieteinnahmen – 30.000 € Werbungskosten = 10.000 € Verlust. Die negativen Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung in Höhe von -10.000 € können mit den positiven Einkünften aus Gewerbebetrieb in Höhe von 40.000 € verrechnet werden. Dies ist der sog. vertikale Verlustausgleich.

Die Summe der Einkünfte beträgt somit 30.000 €.
Der vertikale Verlustausgleich wird jedoch in einigen Fällen eingeschränkt. Das ist z.B. bei § 15a EStG, Verluste bei beschränkter Haftung, und § 15b EStG, Verluste im Zusammenhang mit Steuerstundungsmodellen, der Fall.

Ein Verlustabzug als Verlustrücktrag bzw. Verlustvortrag kann durchgeführt werden, wenn nach horizontalem und vertikalem Verlustausgleich ein negativer Gesamtbetrag der Einkünfte übrig bleibt.

 

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