Die Bürgschaft in VWL leicht erklärt + Beispiel

Kurze Definition: Bürgschaft

Eine Bürgschaft bietet dem Kreditgeber, dem Gläubiger, eine zusätzliche Sicherheit. Denn wer für einen Hauptschuldner bürgt, der muss dafür einstehen, dass die Schuld zurückgezahlt wird. Die Begleichung von Schulden des Kreditnehmers, anders ausgedrückt des Hauptschuldners, wird durch die Bürgschaft abgesichert. Eine Bürgschaft deckt die Gefahr ab, die für den Kreditgeber – zumeist die Bank – entsteht, wenn der Kreditnehmer in Zahlungsunfähigkeit gerät. Damit vereinfacht das Bürgen die Kreditvergabe. Übernehmen kann eine Bürgschaft sowohl eine einzelne Person, wie auch mehrere Personen.

Eigenschaften der Bürgschaft

Verpflichtend

Die Details der Bürgschaft sind in einem Bürgschaftsvertrag festgelegt. Bei der Übernahme einer Bürgschaft, geht der Bürger ein Schuldverhältnis mit dem Gläubiger ein. Kann der Hauptschuldner den Zahlungsanforderungen nicht nachkommen, muss der Bürger für ihn einspringen und die Schuld mit seinem Kapital begleichen. Der Bürger kann eine Bürgschaft nicht einfach aufkündigen.

Einseitig

Diese Verpflichtung dem Gläubiger gegenüber beruht auf Einseitigkeit. Das heißt, dass ein Gläubiger durch eine Bürgschaft keine Verpflichtungen dem Bürgen gegenüber eingeht.

Gültigkeit einer Bürgschaft

Formalität

Gesetzlich geregelt ist das Bürgschaftsverhältnis im BGB, dem bürgerlichen Gesetzbuch, § 765- 778. Um eine geltende Bürgschaft einzugehen, ist ein Vertrag anzufertigen. Auch eine zugesagte Bürgschaft per E-Mail zählt nicht als gültige Variante. Nur in Ausnahmefällen kann eine mündlich zugesagte Bürgschaft verpflichtend werden. Treffen bestimmte Voraussetzungen zu, gilt dies beispielsweise für die Bürgschaft eines Kaufmannes.

Der Bürge

Problematisch ist eine Bürgschaft auch dann, wenn zwischen Hauptgläubiger und Bürgen eine enge Verbindung besteht. Eine Bürgschaft vom Ehepartner oder anderen Verwandten kann gegen gesellschaftliche Sitten verstoßen und somit als sittenwidrig gelten.

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Finanzielle Voraussetzungen

Die Schuldensumme für den Bürgen richtet sich nach der Höhe der Hauptschuld. Kritisch ist eine Bürgschaft, wenn der Betrag, für den jemand bürgt, die finanziellen Mittel des Bürgen bei weitem übersteigt. Auch dieser Fall gilt als Sittenwidrigkeit.

Das Ende einer Bürgschaft

Vererbbarkeit

Bei einer Bürgschaft sind weitere Details zu berücksichtigen. So endet eine Bürgschaft zumeist nicht mit dem Tod des Bürgen, sondern geht auf dessen Erben über. Auch ein Ausstieg ist nicht möglich, eine Bürgschaft ist nicht kündbar.

Neuer Gläubiger

Tritt der Gläubiger die ihm zustehenden Schulden ab und übergibt sie einem neuen Gläubiger, übernimmt der neue Gläubiger die Bürgschaft mit. Auch hier kann der Vertrag nicht einfach aufgekündigt werden.

Akzessorietät

Dieses Prinzip besagt, dass die Bürgschaft nur so lange besteht, wie die Forderung an den Hauptschuldner selbst. Nach dem BGB ist eine Bürgschaft streng akzessorisch.

Zusammenfassung: Bürgschaft

  • Eine Bürgschaft bietet Sicherheit für den Gläubiger.
  • Kann der Hauptschuldner seine Schulden nicht begleichen, muss der Bürge mit seinem Vermögen einspringen.
  • Die Bürgschaft ist vertraglich abgesichert, verpflichtend und einseitig.
  • Sie endet automatisch, wenn die Forderung an den Hauptschuldner nicht mehr besteht.

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