Die Hochkonjunktur in VWL leicht erklärt + Beispiel

Der Begriff Hochkonjunktur wird in der Volkswirtschaft dazu verwendet, große Wachstumsphasen des wirtschaftlichen Wohlstands zu definieren. Meist steigen in diesem Zeitraum die Löhne der Arbeiter, Renditen auf Investitionen und der generelle Wohlstand der Haushalte.

Der Konjunkturzyklus einer Volkswirtschaft wird anhand von vier Phasen eingegrenzt. Die Phase der Hochkonjunktur folgt nach der Boom-Phase und stellt den höchsten Punkt dar. An diesem Punkt sind die Kapazitäten voll ausgeschöpft, es herrscht Vollbeschäftigung und die Nachfrage nach vielen Produkten erreicht ihren Höhepunkt. Nach der Hochkonjunktur folgt im Verlauf dann die Rezession, die wirtschaftliche Leistung nimmt dann in der Regel wieder ab, da die Märkte ausgeschöpft und die Haushalte gesättigt sind.

Die Konjunktur und der Zyklus

Viele Einflussfaktoren, wie beispielsweise die Arbeitslosenquote oder die Produktionsauslastung der Unternehmen, können den Konjunkturzyklus einer Volkswirtschaft beeinträchtigen oder steuern. Dabei schwanken gerade in der Landwirtschaft die Konjunkturzyklen, je nach Jahreszeit. So sind beispielsweise Eisdielen im Sommer Vollbeschäftigt und komplett ausgelastet, während sie im Winter geschlossen haben und keine Gewinne erzielen. Andere Einflussfaktoren hängen beispielsweise mit internationalen Verflechtungen im Warenverkehr zusammen. So kann eine politische Umstrukturierung zu Nachfrageänderungen im Ausland und damit zu Produktionsschwankungen im Inland führen.

Die einzelnen Phasen der Konjunktur zeigen daher Schwankungen der ökonomischen Größen einer Volkswirtschaft. In der Regel beginnt ein Konjunkturzyklus mit einem Aufschwung der wirtschaftlichen Leistung. Hier steigt die Produktion, Unternehmen und Staat tätigen mehr Investitionen, Preise steigen ein wenig und die Nachfrage der Haushalte nach bestimmten Gütergruppen nimmt immer weiter zu. Meist handelt es sich hierbei auch zu einem großen Teil um Luxusgüter.
Da mehr produziert wird, steigt gleichzeitig auch die Nachfrage nach Arbeitskräften, weshalb die Arbeitslosenquote sinkt.

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Darauf folgt die Boom-Phase, die auch als Hochkonjunktur bezeichnet wird. Hier sind Produktion, Vollbeschäftigung, Nachfrage und Preise auf dem höchst möglichen Niveau. Ist der Markt dann vollständig gesättigt, sinken die Nachfrage, nachfolgend die Produktion und dann steigt in der Regel auch die Arbeitslosenquote wieder.

Die Schwankungen im Arbeitsmarkt im Konjunkturverlauf

Während der Hochphase der Konjunktur ist das Arbeitsniveau auch auf einem Höchststand, theoretisch herrscht also Vollbeschäftigung. Meist gehen mit Vollbeschäftigung auch Lohnverhandlungen einher, da Arbeiter benötigt werden, ihre speziellen Situationen erkennen und vom gesteigerten Unternehmensgewinn einen Teil abhaben möchten. Gerade Fachkräfte und qualifizierte Mitarbeiter können von dieser Situation enorm profitieren. Da viele Lohnforderungen durch die Gewerkschaften durchgedrückt werden, sind diese in der Hochkonjunktur auch aktiver.

Prognose und Erwartungen während der Konjunktur

Problematisch in Phasen des Aufschwungs und Booms ist, dass viele Unternehmen aufgrund falscher Einschätzungen oder zu großen Erwartungen Fehlinvestitionen tätigen. Diese sind dann meist nicht rentabel und das investierte Geld fließt gar nicht oder nur zu kleinem Teil ins Unternehmen zurück. Ist der Markt dann auch noch gesättigt, kann es bei produktionsschwachen Unternehmen sogar zu wirtschaftlichen Problemen kommen.

Hochkonjunktur noch einmal im Überblick:

  • Die wirtschaftlichen Kapazitäten sind in der Phase voll ausgelastet
  • Theoretisch herrscht Vollbeschäftigung und eine sehr hohe Nachfrage der
  • Vermehrt auch Fehlinvestitionen aufgrund falscher Erwartungen
  • Nach der Hochkonjunktur folgt die Rezession.

Autor(in) des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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