Die Hundeblume von Borchert – Inhaltsangabe / Zusammenfassung

Die Hundeblume ist eine Erzählung von Wolfgang Borchert. 1946 wurde sie zum ersten Mal in der Hamburger Freien Presse veröffentlicht. Die Geschichte spielt in Deutschland um den zweiten Weltkrieg.

Es geht um einen jungen Gefangenen, der 22 Jahre alt ist. Er wird immer Nummer 432 genannt, die Nummer auf seiner Zellentür. Er berichtet von seinem Gefängnisalltag. Er befindet sich in einer Einzelzelle und ist somit völlig isoliert. Alles was er tun kann, ist sich mit sich selbst zu beschäftigen. Der tägliche Hofgang ist das einzige, was ihn aus seiner Einsamkeit rausreißt. Er entlässt seine aufgestaute Wut an seinem Vordermann, den er immer nur von hinten sieht und ihn daher „Perücke“ nennt.

Eines schönen Tages erblickt der Protagonist eine wunderschöne Hundeblume, auch Löwenzahn genannt. Dies ist ein ungewohnter Anblick von Natur und Leben in seinem tristen Alltag, sodass dies fortan sein Denken bestimmt. Er will den Anblick der Blume für sich behalten und schützt sie vor den anderen Gefangenen, doch bald schon reicht ihm das nicht mehr. Er will die Hundeblume besitzen, ganz für sich allein. Den Kreislauf der Gefangenen beim Hofgang lenkt er sodann immer näher an die Blume heran, aber als sie endlich in Reichweite ist, da bricht sein Vordermann zusammen und stirbt. 432 denkt, dass „Perücke“ alle seine Pläne vereiteln will und hasst ihn dafür. Erst als er in sein Gesicht sehen kann vergisst er seinen Hass.

Durch den Tod des alten hat 432 nun einen neuen Vordermann, der sich devot vor jedem Wachmann verbeugt. 432 wird beinahe von seinem Verhalten angesteckt. Schließlich gelingt es ihm aber doch die Blume zu pflücken, die ihn anschließend in seiner Zelle mit Güte und Zärtlichkeit erfüllt. Er möchte selber eine Blume werden wovon er nachts auch träumt: er wird selbst zur Erde und Blumen wachsen aus ihm heraus.

Ein spannender Interpretationsansatz wäre der Zusammenhang von Leben und Tod. Der Vordermann stirbt beim Hofgang, während die Hundeblume für das blühende Leben steht, was durch ein Pflücken auch beendet worden wäre. Auch die vielen geschlossenen Kreise bieten Interpretationsspielraum: der Rundgang im Kreis, der Kreislauf des Lebens und das geschlossene Gefängnis etc.

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