Die Regelinsolvenz in VWL leicht erklärt + Beispiel

In einer Regelinsolvenz geht es schwerpunktmäßig um eine gem. der Insolvenzordnung vorgesehene Verfahrensmethodik die im Rahmen einer Insolvenzproblematik durchgeführt wird. Solch ein Verfahren wird dann an dem zuständigen Amtsgericht unter der Zielsetzung eröffnet, dass die Gesamtheit der Gläubiger gem. gültigem Recht und angemessen gem. ihrer zugewiesenen Gläubigerposition befriedigt werden.

Die Regelinsolvenz kann sowohl mit der Zielsetzung der Auflösung des Unternehmens durchgeführt werden oder auch, sollte es einen entsprechendem Gläubigerverzicht geben, ein wesentlicher Schritt zur Unternehmensfortführung sein. Der Geschäftsführer oder auch der verantwortliche Manager hat hierbei jedoch keine Wahlfreiheit, ob er die Insolvenzeröffnung vornehmen möchte. Denn die Insolvenzverschleppung ist ein definitiver Straftatbestand.

Funktion sowie der Sinn einer Insolvenz

Unter der Regelinsolvenz versteht man das allgemeine Insolvenzverfahren gem. deutschen Recht.

Das Unternehmensrecht in Deutschland kennt viele unternehmerische Rechtsformen bei denen die Eigenkapitalhaftung des Unternehmens begrenzt ist und die entsprechenden Gesellschafter nicht in unbegrenzter Form mit ihrem gesamten Privatvermögen für Fehler und Schulden haften.

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung bzw. eine Aktiengesellschaft sind gängige Beispiele hierfür. Im Gegensatz dazu sind die Unternehmer trotz dessen dazu verpflichtet gem. einem Vertrauensschutz, so gezielt zu arbeiten, dass sie ein Unternehmen nicht noch jahrelang unter Schulden fortführen und so weitere Schulden anhäufen. Deshalb hat der Gesetzgeber hierbei die Einleitungspflicht für ein Insolvenzverfahren implementiert. Hierbei ist das Gericht eine neutrale Instanz. Dieses bewerkstelligt eine ordnungsgemäße Forderungsaufstellung des Unternehmens. Diese Aufstellung erfolgt gem. der deutschen Rechtslage. Und regelt die betroffene Abwicklung des Verfahrens.

Sinn der Insolvenz ist sowohl er Gläubigerschutz sowie die eigentliche Fortführung des Unternehmens. Sollte nur eine kurzfristige Überschuldung da sei, so kann das Unternehmen ggf. noch gerettet werden. Liegt hingegen eine langfristige Zahlungsunfähigkeit vor, so ist die Liquidierung anzuraten.

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Fundamentale Schritte innerhalb der Regelinsolvenz

Hierbei werden alle relevanten Forderungen sowie Vermögensgegenstände und auch Guthaben des Unternehmens erfasst sowie gegenüber gestellt. Bei allen Vermögensgegenständen werden in einem nächsten Schritt alle relevanten Vermögensgegenstände identifiziert, die z.B. aufgrund eines Eigentumsvorbehaltes bzw. spezieller Leasingverträge nicht dem Unternehmenseigentum zurechenbar sind und so ggf. an die Gläubiger wieder zurück zu geben sind. In Deutschland ist es nicht erlaubt Waren bei Gläubigern mit Gewalt wieder zurückzuholen.

Die nun verbliebene Vermögensmasse kann dann auf alle Gläubiger verteilt werden. Dann werden die sogenannten bevorrechtigten Forderungen zuerst bedient wie beispielsweise Schulden an den Staat oder dem Sozialversicherungsträgern oder ähnliches. Erst danach erfolgt die letztendliche Bedienung der übrigen Verbindlichkeiten gegenüber anderen weiteren Gläubigern.

Die ermittelte Insolvenzmasse zur Schuldenbedienung reicht im Regelfall längst nicht aus, um die Ansprüche der Gläubiger zu bedienen. Bei komplizierten Insolvenzverfahren bekommen die Gläubiger nur einen kleinen Prozentsatz ihrer tatsächlichen Forderungen. Aufgrund dessen sind Bonitätsprüfungen und Scoring-Verfahren besonders bei größeren Forderungen normal. Wegen der korrekten Abwicklung des Insolvenzverfahrens gibt es eine Restschuldbefreiung. Die Gläubiger müssen die nicht bedienten Forderungen bei sich ausbuchen bzw. wertberichtigen.

Die Regelinsolvenz Zusammengefasst:

  • Sie dient zur fairen Behandlung bzw. Auszahlung von offenen Forderungen beim Vorliegen einer Unternehmensüberschuldung
  • Hierbei ist das Amtsgericht eine neutrale dritte Stelle und führt in dieser Funktion auch das Verfahren um die Einhaltung des deutschen Rechts sicherzustellen
  • Es handelt sich hierbei um ein risikoreduzierendes Verfahren, denn einem Unternehmen ist nicht erlaubt unbegrenzt Schulden aufzunehmen

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