Die Steuerfahndung in VWL leicht erklärt + Beispiel

Mit Hilfe der Steuerfahndung können Ermittler Straftaten, die sich gegen die Steuern der Bundesrepublik Deutschland richten, verfolgen und ahnden. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um Steuerstraftaten oder Steuerwidrigkeiten. Weiterhin muss der exakte Betrag ermittelt werden, um den der jeweilige Staat gebracht wurde.

Die Voraussetzungen

Die Voraussetzung für eine Verfolgung durch die Steuerfahndung ist, dass eine Person oder eine Unternehmung steuerrelevantes Einkommen verschleiert hat. Die Folge daraus ist, dass derjenige Steuern hinterzieht. Des Weiteren kann auch ein sogenannter Steuerbetrug begangen worden sein. In diesem Fall hat die Person eine Umsatzsteuererstattung beantragt und war dazu nicht berechtigt. Auch das Versuchen ist Gegenstand der Strafverfolgung.

Die Unterscheidung

Es kann erst eine Straftat nachgewiesen werden, wenn die Person mit Vorsatz handelte. Dies muss durch Ermittlungen der Steuerfahndung geschehen. Kann lediglich eine Fahrlässigkeit nachgewiesen werden, so wird dies als leichtfertige Verkürzung der Steuer benannt. Dabei handelt es sich dann um das Begehen einer Ordnungswidrigkeit. Somit zählt das Ermitteln, ob ein Vorsatz oder eine Fahrlässigkeit vorliegt, auch zu den Zuständigkeiten der Fahndung.

Die Strafen

Für vorsätzliche Hinterziehung von Steuern kann es für den Beschuldigten eine Strafe von bis zu 5 Jahren Gefängnis geben. Handelt es sich um einen sehr schweren Fall, können es auch 10 Jahre werden. Weiterhin muss der Beschuldigte mit einer Geldbuße rechnen und die Schulden, die er beim Staat hat inklusive Zinsen begleichen. Handelt es sich ausschließlich um eine Ordnungswidrigkeit kann die Steuerfahndung von einer weiteren Verfolgung absehen. Es finden daraufhin keine weiteren Ermittlungen oder Verfahren statt.

Die Befugnisse der Steuerfahnder

Die Befugnisse der Fahnder sind umfangreich. Sie können mit denen eines Polizisten verglichen werden. Mit einem richterlichen Beschluss können auch sie Hausdurchsuchungen, Sicherungen von Beweisen und Beschlagnahmungen vornehmen. Weiterhin können die Fahnder auch Verdächtige vorläufig festnehmen.
Außerdem können sie eine Leibesvisitation beim Verdächtigen vornehmen. Beweismittel, die am häufigsten beschlagnahmt werden sind unter anderem: Kontoauszüge, Unterlagen von Kreditinstituten, Akten, Schreibverkehr, Notizen, PC’s und Festplatten sowie andere Speichermedien.
Wenn Gefahr in Verzug droht – etwa durch Vernichten von Akten durch den Verdächtigen – so können die Steuerfahnder auch ohne Beschluss agieren.

Das Vorgehen der Steuerfahnder

Die Fahnder nehmen ihre geplanten Durchsuchungen von Häusern, Wohnungen oder Büroräumen meist morgens vor. So ist es am Wahrscheinlichsten, dass sich die verdächtige Person in den Räumlichkeiten befindet und sich überrascht fühlt. Das Überraschungsmoment nutzen die Steuerfahnder, denn der Widerstand ist in dem Fall meist nicht so hoch.
Das Ermittlungsverfahren richtet sich auch nicht ausschließlich auf die verdächtige Person. Das Umfeld wird ebenfalls genau betrachtet. Die Zugänglichkeit zu Akten und Informationen kann auch von Partnern oder Kreditinstituten verlangt werden.
Sofern es einen Verdacht gibt, kann das Ermittlungsverfahren aufgenommen werden. Der Verdacht entsteht in den meisten Fällen auf einer Anzeige, einem Hinweis. Diese können von einem Amt für Finanzen oder eine internationalen Behörde stammen. Vorfeldermittlungen können jedoch auch ohne konkreten Verdacht eingeleitet werden.

Das Organigramm

Die Steuerfahndung in der BRD ist der jeweiligen Finanzbehörde eines Bundeslandes unterstellt. Die Beamten der Fahndung sind in den verschiedenen Ämtern tätig.

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