Differenzbesteuerung im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

Laut § 25a UStG gilt die Differenzbesteuerung als besonderes umsatzsteuerliches Verfahren, das ausgelegt ist für Gebrauchtwarenhändler. Dazu zählen beispielsweise Antiquitätenhändler, Gebrauchtwarenhändler oder Betreiber von Second-Hand-Läden.

Besonders ist, dass die hier verkauften Waren nicht neu erworben werden von üblichen Händlern. Sie werden in der Regel von privaten Personen bezogen um dann weiterverkauft zu werden.

Daraus ergeben sich dann umsatzsteuerliche Nachteile, die dann mittels der Differenzbesteuerung gemildert werden sollen.

Beispiel Differenzbesteuerung

Moritz Meier ist ein gewerblicher Gebrauchtwagenhändler, der ein vier Jahre altes Auto von einer Privatperson kauft. Er kauft es für 8.000€ ein, dann repariert er das Auto und möchte es anschließend für 10.000€ verkaufen. Die 2.000€ sind ein Aufschlag für die Reparaturen und um ein wenig Gewinn mit dem Verkauf zu erzielen.

Ohne Differenzbesteuerung

Als gewerblicher Gebrauchtwagenhändler, müsste Moritz Meier für den Verkauf die Umsatzsteuer einbeziehen. Das würde bedeuten, dass er von den 10.000€ abzüglich Umsatzsteuer nur 8.403€ bekommen würde, da er 1.597€ als Umsatzsteuer an das Finanzamt leisten müsste. Nun würde der Gewinn nur 403€ betragen.

Da er das Auto von einer Privatperson gekauft hat, ist es ihm auch nicht gestattet den Vorsteuerabzug zu ziehen und sich somit die Umsatzsteuer vom Finanzamt wiederzuholen.

Sein Verkaufspreis von 10.000€ ist auf dem Gebrauchtwagenmarkt schon hoch angesetzt. Dagegen ist seine Marge in dem Fall eher gering. Privatpersonen könnten den Gebrauchtwagen zu einem niedrigeren Preis anbieten, da sie von der Umsatzsteuer befreit sind. Moritz Meier hätte auf dem Markt eine hohe Konkurrenz und kaum eine Chance seinen Gebrauchtwagenhandel über Wasser zu halten. Damit es nicht zu diesem Problem kommt und Moritz Meier weiterhin von dem Gebrauchtwagenhandel leben kann, gibt es die Differenzbesteuerung in § 25a UStG.

Mit Differenzbesteuerung

Durch die Differenzbesteuerung fällt die Umsatzsteuer nur auf die Differenz zwischen dem Verkaufspreis von 10.000€ und dem Einkaufspreis von 8.000€. Demzufolge unterliegen nur die 2.000€ der Umsatzsteuer. In diesem Fall muss Moritz Meier nur noch 319€ an das Finanzamt abführen und ihm selbst bleiben 9.681€. Das heißt er hätte einen Gewinn von 1.681€ gemacht. Durch diese Marge kann Moritz Meier bessere Verhandlungen mit seinen Kunden führen und den Verkaufspreis noch ein wenig senken.

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Autor(in) des Artikels:

mm

Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.

Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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