Mittlerweile gibt es kaum Schulen, in denen digitale Medien nicht verwendet werden. Für viele Schüler gehören diese bereits zum Alltag und ohne sie ist ein Leben kaum mehr vorstellbar. Durch die Erkenntnis, dass digitale Medien sehr lernförderlich sein können, wurden unter anderem Tablets und gewisse Lernsoftwares in den Lehrninhalt miteinbezogen. Jedoch hat das Lernen mit solchen Medien nicht nur seine Vorteile, sondern kann sich auch negativ auf den Unterrichtsverlauf auswirken. In diesem Artikel wird ein Einblick geboten, was für Vorteile digitale Medien bieten und welche Risiken sie mit sich bringen.

Die Möglichkeiten der digitalen Medien

Digitale Medien bieten Möglichkeiten, den Lehrninhalt einfacher und gezielter den Schülern beizubringen. Es ist jedoch nichts Neues, dass gewisse Medien in Schulen verwendet werden, seien es nun Bücher oder der Beamer. Auch der Einsatz von Filmen und Audiomaterialien ist über die Jahre hinweg sehr gestiegen. Seit der Entwicklung des Computers wurde dieser mehr und mehr zum Medium der schulischen Zukunft. Es wurden unzählige Möglichkeiten aufgezeigt, wie man das Gerät für verschiedene Bildungszwecke einsetzen kann und somit immer weiter ausgebaut. Gerade in den letzten Jahren sind die Möglichkeiten der digitalen Medien radikal gewachsen. Viele Verlage haben sich sogar dazu entschieden, einige Unterrichtsmaterialien zu digitalisieren, wie zum Beispiel in E-Books oder Lernspiele. Durch diese Ungebundenheit ist der Unterricht mittlerweile nicht mehr so sehr an einen Computerraum gebunden, sondern eröffnet neue und kreative Wege für die Lernenden. Mithilfe von Computer und Co. ist es um einiges einfacher geworden, kreative Lernmaterialien anzubieten und diese den Schülern weiterzuvermitteln.

Studien in Deutschland haben gezeigt, dass viele Lehrer den Einsatz digitaler Medien im Unterricht als sehr positiv bewerten. Es wurde unter anderem festgestellt, dass die Aufmerksamkeit der Schüler, sowie die Motivation erhöht wird, wenn solche Medien im Unterricht verwendet werden.

Doch worin liegt der Unterschied zwischen digitalen oder traditionellen Methoden?

Laut Issing und Schaumburg wurden folgende Möglichkeiten dargestellt:

  • Digitale Produkte können gemeinsam entwickelt und gestaltet werden
  • Informationen sind besser vernetzbar auch unabhängig vom Standort wie zum Beispiel über MPLS und können somit interaktiv aufgebaut und präsentiert werden
  • Es besteht eine bessere Möglichkeit zur Kommunikation

Im Gegensatz zu herkömmlichen Lernmethoden, bieten digitale Medien den Vorteil, Inhalte vernetzter und multimedial beizubringen. Durch Vernetzungen können Schüler benötigte Informationen auf ihre eigene Weise und nach Interessen suchen. Somit kann diese Suche je nach Vorkenntnissen angepasst werden. Aus diesem Grund ist es möglich, Lernschwächen besser auszugleichen und je nach Lerntypus können Differenzierungen in gewissen Bereichen gefördert werden.

Ein weiterer Vorteil der digitalen Medien sind Kommunikationstools. Da die Möglichkeit besteht, mittels Foren, Chats oder Wikis Informationen auszutauschen, wird die Zusammenarbeit erheblich verbessert. Diese virtuellen Arbeitsräume können den Lernenden die Möglichkeit bieten, elektronische Daten ohne Probleme auszutauschen und zusammen an Projekten zu arbeiten. Somit wird projektorientiertes Lernen gestärkt, da Schüler in Gemeinschaften arbeiten.

Mittels „Web-2.0.-Applikationen“ können Informationen und Inhalte von Nutzern einfacher erstellt werden. Dadurch sollen sich Schüler ermutigt fühlen, an Diskussionen teilzunehmen, und dies soll wiederum motivierend wirken und gesellschaftliche und demokratische Interessen fördern.

Probleme und Risiken, die digitale Medien mit sich bringen

Trotz der immensen Vorteile gibt es noch immer einige Lehrer, die nicht auf diese Medien zurückgreifen wollen. Sie sind der Annahme, dass ein reibungsloser Unterricht sogar scheitern könnte, wenn dieser zu sehr digitalisiert wird. Lehrer geben unter anderem bekannt, dass:

  • die Schüler durch die Medien, wie zum Beispiel Computer oder Tablets, leichter vom Unterricht abgelenkt werden
  • Bei der Suche nach Informationen Plagiate verwendet werden
  • oftmals Themen nur mehr oberflächlich behandelt werden

Dies spiegelt sich auch in gewissen Studien wieder. US-amerikanische Studien zeigen daher, dass ungefähr zwei Drittel der Lernenden sich nicht mit den Themen im Unterricht befassen, sondern stattdessen anderweitige Tätigkeiten ausüben. Darunter gehören zum Beispiel Spiele, Social Media Seiten wie Facebook oder Webrecherchen. Hiermit wird gezeigt, dass sich Multitasking oftmals sogar negativ auf die Leistung des Lernenden auswirken kann.

Studien von Häuptle und Reinmann stellen unter anderem fest, dass die meisten Schüler vor allem anderen Tätigkeiten nachgehen, wenn während des Unterrichts gewisse Pausen entstehen. Ein Schüler fragt etwas, der Lehrer erklärt es ihm, schweift ab und die anderen langweilen sich. Dies sind oftmals Situationen, die bewirken, dass Schüler diese Pausen nutzen um sich anderweitig zu beschäftigen. Viele Lehrer versuchen jedoch mit gewissen Strategien diese Ablenkungsgefahren zu umgehen. Entweder werden Kontrollsoftwares installiert oder die Geräte müssen generell im Unterricht abgeschaltet werden. 2014 wurde von Stefan Welling jedoch herausgefunden, dass Lernende mit der Zeit selbst lernen, gewissen Ablenkungen zu widerstehen und somit Verantwortung zu übernehmen.

Informationen aus dem Internet sind schwerer kontrollierbar

Des Weiteren stellt auch der Umgang mit Informationen aus dem Internet für viele Lehrer eine Herausforderung dar. Informationen aus dem Internet sind für den Lehrer um einiges schwerer kontrollierbar, jedoch können Schüler damit ihre Informationen bequemer und individueller durchgehen. Urheberrechtsgesetze wurden sensibilisiert und deshalb ist auch das Problembewusstsein vom Übernehmen gewisser Informationen aus dem Internet gestärkt.

Perspektiven über digitale Medien

Digitale Medien sollen Schüler dabei helfen, einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet im Allgemeinen zu lernen. Jedoch scheitert dies oft an mangelnden IT-Ausstattungen in den Schulen. Dies wurde laut einer Befragung von rund 505 Lehrern offenkundig gemacht

Jeder zweite Lehrer gibt bekannt, dass dieser gerne digitale Medien in den Schulen benutzen würde, jedoch scheitert dies meist an den fehlenden Geräten. Es gäbe jedoch Beamer, diese beschränken sich aber meist nur auf ein paar Einzelgeräte in den Schulen. Bei Notebooks besteht dasselbe Problem. Ungefähr 93 Prozent der Lehrer werden diese zur Verfügung gestellt, jedoch kann nur ein Drittel davon auf einzelne Geräte zugreifen. PCs gibt es zwar in den meisten Fällen, aber meist kann man diese nur in speziellen Räumen benutzen. Tablets werden von jedem vierten Lehrer benutzt, aber es scheitert hier wieder bei der Anzahl der Geräte. Dasselbe gilt für Whiteboards.

Somit ist es offensichtlich, dass digitale Medien zwar eine sehr große Hilfe sein können, aber sinnvoll im Unterricht verwendet werden müssen. Dies bedarf natürlich einer Kompetenz der Lehrkräfte. Deshalb sollten Lehrer die Möglichkeit erhalten, regelmäßig Fortbildungen in diesem Bereich zu besuchen um eben diese Kompetenzen zu stärken.

Um jedoch all diese Möglichkeiten anzubieten, müssen technische Ressourcen gemeinsam geplant werden. Denn ein Unterricht kann nur sinnvoll gestaltet werden, wenn alle Beteiligten daran mithelfen.

Digitale Medien sind eine kreative Möglichkeit, den schulischen Alltag sinnvoller und produktiver zu gestalten. Jedoch kann dies nur durch alle Voraussetzungen erfüllt werden. Wenn die Möglichkeiten der digitalen Medien voll ausgenutzt werden und man die Risiken bekämpft, können diese langfristig zu einem sehr wichtigen Instrument werden.

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