Direct Brokerage in VWL leicht erklärt + Beispiel

Unter Direct Brokerage bzw. Direct Brokering versteht man eine Wertpapierdienstleistung, bei deren in Inanspruchnahme im Voraus keine individuelle Anlagenberatung erfolgt. Sie wird von Börsenmaklern und Direktbanken mittels moderner Kommunikationsmittel (z.B. per Telefon oder Internet) betrieben. Grundvoraussetzung ist das der Anleger selbst über eine gewisse Erfahrung mit Anlagen verfügt. Direct Brokering erweist sich kostengünstiger als andere Anlageformen, da Ausgabenaufschlag und Depotgebühren geringer sind. Daher ist diese Anlageform auch unter dem Namen „Discount Brokerage“ bekannt.

Vorteile

Direct Brokering bietet erfahrenen Anlegern viele Vorteile, die aus der folgenden Liste ersichtlich sind.

  • Wertpapierhandel und Erwerb von Fondsanteilen sind im gleichen Zug möglich
  • Deutlich geringere Aufgabenaufschlag
  • Für die Depotführung fallen nur geringe oder gar keine Kosten an
  • Keine Beratung zu ungeeigneten oder überteuerten Anlagen
  • Keine Beschränkung auf deutsche Handelsplätze und Möglichkeit zum außerbörslichen Direkthandel

Der große Nachteil liegt im Übermittlungsweg. So kann es bei online erteilten Aufträgen zu Verzögerungen oder Problemen in der Ausführung kommen. Inzwischen haben die Direktbanken jedoch Maßnahmen dagegen ergriffen. Es wurde mehr Personal eingestellt. Außerdem kam es zu technischen Verbesserungen, sodass die Übermittlung sicherer und schneller abläuft. Sollte es dennoch Schäden aufgrund Verspätungen in der Übermittlung kommen, sind die Händler oftmals zu Kulanzlösungen bereit. Es kommt zu einer Erstattung des entstandenen Verlusts.

Welche Kosten fallen an?

Im Normalfall ist Direct Brokering bei Direktbanken kostenlos. Anleger sollten Angebote aber genau prüfen. Manchmal gilt es bestimme Anlagevoraussetzungen zu erfüllen z.B. eine jährliche Mindestorder oder jährliches Mindestvolumen.

Die Höhe der Kosten für eine Order ist auch abhängig vom Übermittlungsweg. Im Internet betragen die Kosten vier bis fünfzehn Euro pro Order. Per Telefon sind die Kosten mit durchschnittlich fünfzehn Euro höher.

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Darüber hinaus sollte man sich vor versteckten Kosten in Acht nehmen und sich mit den Depotfunktionen vertraut machen. Um die Anleger zu informieren, werden von vielen „Direct Brokering“-Anbietern Seminare für Neueinsteiger angeboten. Außerdem stellen manche kostenlose Trading-Programme zur Verfügung, die das Verfahren erleichtern.

Alles Wichtige zum Thema Direct Brokering:

  • Wertpapierhandel erfolgt mittels moderner Kommunikationsmittel ohne individuelle Anlagenberatung
  • Depotführung und Order zu günstigeren Konditionen
  • Internationalität, d.h., nicht gebunden an inländische Börsen und Handelsplätze

Autor(in) des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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