Dividendenausschüttung in VWL leicht erklärt + Beispiel

Was ist eine Dividendenausschüttung? – Kurz und leicht erklärt

Als sogenannte Dividendenausschüttung wird die Auszahlung von Erlösen beschrieben, welche von einer AG an die Aktienbesitzer ausgezahlt werden. Die Vergütung wird mit jeder einzelnen Aktie vorgenommen und wird von dem Firmenvorstand beschlossen. Diese sogenannte Ausschüttung stellt aber nicht den wahren Wert einer AG dar.

Die Ausschüttung der Dividenden beschreibt die Bezahlung von bilanziellen Gewinnüberschüssen einer AG an die Aktienbesitzer. Es ist hierbei nicht wichtig, wie lange man diese Aktie schon besitzt und wie viele Aktien man besitzt. Die Ausschüttung wird meistens pro einzelner Aktie vorgenommen.

Festlegung der Dividende

Der Firmenvorstand macht den Aktienbesitzern einen Vorschlag hinsichtlich eines genauen Geldbetrages, den er für jede einzelne Aktie bezahlen möchte. Gelegentlich wird von dem Betrieb aber auch die Ausschüttung der Dividenden prozentual zum Nennwert der Aktien festgelegt. Die Entscheidungen hinsichtlich dieses Angebots werden meistens in der sogenannten Hauptversammlung der Aktionäre getroffen. Bei den meisten Betrieben findet diese Versammlung entweder im Mai oder im Juni eines jeden Jahres statt. Wenn eine einfache Mehrheit der vorgeschlagenen Dividende zustimmt, reicht dies schon aus.

Ausschüttung

Die Ausschüttung der Dividende wird am Tag nach der sogenannten Aktionärsversammlung vorgenommen. Wie oft die Dividenden ausgeschüttet werden, kommt auf den Unternehmenssitz an. Eine deutsche AG zahlt diese Dividende normalerweise einmal im Jahr aus. In den USA ist es so, dass man mit vierteljährlichen Zahlungen rechnen kann. In den einzelnen Staaten kann es teilweise auch möglich sein, dass man mit monatlichen Auszahlungen rechnen kann.

Der Dividendenabschlag

Nachdem die Dividende mitgeteilt worden ist, dann wird an der Börse ein ganz bestimmter Vorgang in Gang gesetzt. Diesen Vorgang bezeichnet man auch als sogenannten Dividendenabschlag. Der Wert der Aktien wird für eine kurze Zeit um ein paar Prozentpunkte nachgeben. Dies kann als Schutz für den Betrieb vor Geldgebern angesehen werden, die nur ein Interesse an einer kurzweiligen Mitnahme des Gewinns haben.

Beispielsweise kann es dann vorkommen, dass irgendwelche schlaue Geldgeber die Idee haben könnten, dass sie noch kurze Momente vor der Aktionärsversammlung Aktien kaufen, damit sie noch einen ordentlichen Gewinnanteil erhalten. Wenn man allerdings die Kosten für die Transaktion, die Steuern sowie den Dividendenabschlag in Abzug bringt, dann kann man damit rechnen, dass hierbei ein Verlustgeschäft herauskommt.

Abgeltungssteuer

Bei den Aktienbesitzern in Deutschland ist es so, dass sie, wenn die Dividende ausgeschüttet wird, einen Solidaritätszuschlag von 5,5 % sowie Steuern in Höhe von 25 % zahlen müssen. Bei den inländischen Banken hat man auch den Vorteil, dass diese die Abgeltungssteuer bei der Überweisung direkt in Abzug gebracht wird. Dieserhalb wird eine entsprechende Steuerbescheinigung überreicht.

Wenn man allerdings ausländische Aktien gekauft hat, wird von dem ursprünglichen Land der AG eine sogenannte Quellensteuer einbehalten. Die Steuersätze sind unterschiedlich, durchschnittlich betragen sie allerdings ca. 15 %. Auf den dann noch vorhandenen Restbetrag muss der Aktienbesitzer dann in Deutschland auch noch eine sogenannte Abgeltungssteuer bezahlen. Ein großer Pluspunkt ist allerdings, dass er die Quellensteuer in seiner Steuererklärung angeben kann und auf diese Weise die Steuerschuld verringert wird.

Nur bedingt ein Indiz für wirtschaftliche Stärke

Eine AG ist nicht verpflichtet, eine sogenannte Dividende auszuschütten. Betriebe, die einem starken Expansionsdrang haben oder die über einen anderen Bedarf hinsichtlich Investitionen verfügen, erstatten oft nur eine sehr kleine oder auch überhaupt keine Dividende. Stagnierende Betriebe, die nur über eine kleine Investitionstätigkeit verfügen, haben die Möglichkeit, fast die komplette Dividende an die Geldgeber auszuzahlen.

Bei dem zuerst genannten Beispiel sind es meistens Firmen aus der IT-Branche sowie Start-ups. Wenn sie mit ihrer Strategie hinsichtlich des Wachstums recht haben, erhöht sich der Wert der Aktien so sehr, dass die Ausschüttung der Dividende nicht mehr so wichtig wird.

Eine Vielzahl der AG verwenden die Ausschüttung der Dividende, damit die firmeneigenen Aktien für potenzielle Geldgeber interessanter werden. Sie schütten selbst dann eine Dividende aus, wenn sie im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust verzeichnen mussten. Dieses Vorgehen erfolgt beispielsweise auffallend oft bei Rückversicherern. Sie müssen sich mit periodisch wiederholenden Ausgaben herumschlagen, welche allerdings in der längerfristigen Berechnung schon inbegriffen sind.

Nachstehend hinsichtlich der Dividendenausschüttung zusammenfassend noch Folgendes:

  • – Es werden die Gewinne (Dividenden) einer AG ausgezahlt.
  • – Der Firmenvorstand macht einen entsprechenden Vorschlag hinsichtlich der Dividenden, worüber die Versammlung der Aktionäre dann schlussendlich entscheidet.
  • – Die Auszahlung der Dividende erfolgt direkt am Tag nach der Aktionärsversammlung
  • – Hierauf muss die Abgeltungssteuer gezahlt werden; sollte man Aktien aus dem Ausland haben, muss man auch noch zusätzlich die sogenannte Quellsteuer bezahlen.
  • – Wenn man einen bestimmten Betrag einer Dividende ausgezahlt bekommt, sagt diese Höhe nichts über den Wert der Aktiengesellschaft aus.

 

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