EBITA in BWL leicht erklärt + Beispiel/Berechnung

Definition: EBITA

Der Begriff EBITA ist eine Abkürzung. Sie steht für „Earnings before interests, taxes and amortisation“, was sich als „Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände“ übersetzen lässt.

Im Vergleich zum EBITDA werden in dieser Berechnung lediglich die immateriellen Vermögenswerte herausgerechnet. Abschreibungen auf Sachanlagen werden dabei weiterhin in der Berechnung berücksichtigt.

Zuschreibungen (§ 253 Abs. 5 HGB) werden hierbei gegengerechnet.

Der Zweck der Kennziffer EBITA

Die Korrektur der als Aufwand verbuchten Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten hat den Zweck, dass bilanz- und steuerpolitische Maßnahmen eliminiert werden. Dies hat den Hintergrund, dass Landesgesetze die Bilanzierung beeinflussen und die steuerrechtlichen Vorgaben ebenfalls international sehr unterschiedlich ausfallen.

Die Abschreibung von Firmenwerten

Bei der Ermittlung des EBITA werden vor allem Abschreibungswerte entfernt, welche den Geschäfts- oder Firmenwert beeinflussen.

Dies hat den Hintergrund, dass die deutsche Rechtssprechung (HGB) im Bezug auf Abschreibungen andere Vorgaben als die internationale Rechnungslegung (IFRS) hat.
In der deutschen Rechtssprechung werden Geschäfts- und Firmenwerte planmäßig und jährlich abgeschrieben (§ 246 Abs. 1 Satz 4 HGB), während die Vorgaben des IFRS dem „impairment-only-Ansatz“ folgend. Dies bedeutet, dass Abschreibungen nur außerplanmäßig beim Vorliegen einer Wertminderung anfallen.

Ermitteln des EBITA

Berechnung des EBITA im Gesamtkostenverfahren

Das EBITA hat Entsprechung mit dem Betriebsergebnis nach Handelsrecht (welches die Summe der Positionen 1 bis 8 einer GuV nach Gesamtkostenverfahren entspricht oder den Positionen 1 bis 7 bei einer GuV nach Umsatzkostenverfahren). Hierbei wird jedoch ein Teil der Abschreibungen korrigiert, nämlich die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens (Position 7a im Gesamtkostenverfahren).

Das EBITA berechnet sich im Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) wie folgt:
Wir nehmen an, dass die Abschreibungen laut GuV-Position 7a in Höhe von 300.000 Euro entfallen und 700.000 Euro auf Sachanlagen. Diese Werte lassen sich normalerweise aus dem Anlagengitter des Jahresabschlusses ablesen.

Berechnung des EBITA in der GuV nach dem Gesamtkostenverfahren

1. Umsatzerlöse 10.000.000
+/- 2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen
Erzeugnissen 2.000.000
+ 3. andere aktivierte Eigenleistungen 1.000.000
+ 4. sonstige betriebliche Erträge 200.000
5. Materialaufwand
– a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene
Waren 3.000.000
– b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 200.000
6. Personalaufwand
– a) Löhne und Gehälter 4.000.000
– b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für
Unterstützung 1.000.000
7. Abschreibungen
– a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und
Sachanlagen 1.000.000
– b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der
Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 0
– 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.000.000
= Betriebsergebnis (EBIT) 2.000.000
+ 9. Erträge aus Beteiligungen 100.000
+ 10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens 150.000
+ 11. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 100.000
– 12. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens
50.000
– 13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 800.000
= 14. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1.500.000
+ 15. Außerordentliche Erträge 200.000
– 16. Außerordentliche Aufwendungen 100.000
= 17. Außerordentliches Ergebnis 100.000
– 18. Steuern vom Einkommen und Ertrag 400.000
– 19. Sonstige Steuern 0
= 20. Jahresüberschuss 1.200.000

Das EBITA wird nun aus der Summe des EBIT und den Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens errechnet:

Beispiel für die Berechnung des EBITA (Formel)

EBIT 2.000.000
+ Abschreibungen auf immaterielles Anlagevermögen 300.000
= EBITA 2.300.000

Die EBITA-Marge

Die EBITA-Marge beträgt in diesem Beispiel 23% (2,3 Mio. Euro / 10 Mio. Euro). Diese Zahl gibt Aufschluss über das Verhältnis zwischen EBITA und dem vorliegenden Umsatz.

Ermittlung des EBITA im Umsatzkostenverfahren

Falls in der GuV das Umsatzkostenverfahren angewendet wurde, lässt sich das EBITA für externe Bilanzadressaten nicht ohne weitere Schwierigkeiten berechnen. Dies liegt daran, dass die Abschreibungen in folgenden Positionen der GuV enthalten sind und erst herausgerechnet werden müssten:

Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen (Nr. 2)
Vertriebskosten (Position 4) und allgemeine Verwaltungskosten (Position 5).
Allerdings können die Abschreibungen auch aus dem Anlagengitter von Kapitalgesellschaften (§ 268 Abs. 2 HGB) abgelesen werden, da diese Angaben nach gesetzlichen Richtlinien angegeben werden müssen.

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