EBITDA in BWL leicht erklärt + Beispiel / Berechnung

Definition des EBITDA

Die Kennziffer EBITDA ist eine Abkürzung aus dem Englischen: „Earnings before interests, taxes, depreciation and amortisation“. Ins Deutsche übersetzt bedeutet diese Abkürzung „Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen“.

Hierbei werden Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wie auch Abschreibungen auf Sachanlagen herausgerechnet. Vorliegende Zuschreibungen (vgl. § 253 Abs. 5 HGB) werden gegengerechnet.

Die Kennziffer EBITDA ist eine alternative Größe zur Messung des Geschäftserfolges, ohne die verzerrenden Werte von Steuern, Finanzergebnis und Abschreibung. Sinn der Ermittlung des EBITDA ist, die Finanzierungsstruktur, den Landessitz und die angewandte Rechnungslegung des Unternehmens aus der Kennziffer zu entfernen, um so eine international besser vergleichbare Kennziffer zu ermitteln.

Das EBITDA berechnet sich, indem zum EBIT die Abschreibungen hinzuaddiert werden.

Adjusted EBITDA oder bereinigtes EBITDA

In manchen Unternehmen wird ein „bereinigtes EBITDA“ ausgewiesen, auch bekannt als „adjusted EBITDA“. Die Unternehmen entscheiden hier selbst, welche Sondereinflüsse (Schadensersatz, Brandschäden etc.) bereinigt werden. Hintergrund ist, dass Faktoren bereinigt werden sollen, welche die Vergleichbarkeit der Kennziffer einschränken.

Earnings before Interests, Taxes, Depreciation and Amortisation

EBIT, EBT und EBITDA finden im Unternehmensvergleich regelmäßige Verwendung. Hierbei sollen in der GuV Ertragskraft und Effizienz der Unternehmen besser vergleichbar gemacht werden, auch wenn diese Kennzahlen nicht explizit in einer GuV nach § 275 HGB vorgeschrieben bzw. nicht enthalten sind.

Das EBITDA wird als Berechnungsgrundlage für andere Kennzahlen wie die EBITDA-Marge und die EBITDA-Rendite benutzt.

Zweck des EBITDA

Hierbei sei auf die Erläuterung zum EBIT verwiesen.

EBIT und EBITDA

Die zusätzliche Korrektur der als Aufwand verbuchten Abschreibungen gegenüber dem EBIT hat den Sinn, dass bilanz- und steuerpolitische Maßnahmen, welche länderspezifisch sind, die Vergleichbarkeit der Kennziffern verzerren. Die Abschreibungsmethoden und Gesetze laut HGB unterscheiden sich stark von denen des IFRS und sind damit besser vergleichbar, sobald diese Unterschiede bereinigt wurden.

Gesetzliche Anwendung des EBITDA

Das EBITDA wird ebenfalls im Zusammenhang der steuerlichen Vorschriften zum Betriebsausgabenabzug für Zinsaufwendungen (Zinsschranke, vgl. § 4h EStG bzw. § 8a KStG) angewendet.

Berechnung des EBITDA

Das EBITDA im Gesamtkostenverfahren

Das EBITDA hat Entsprechung zum handelsrechtlichen Betriebsergebnis (Positionen 1 bis 8 in der GuV nach Gesamtkostenverfahren), wird aber korrigiert um die Abschreibungen (Position 7a), Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen.

Das EBITDA im Umsatzkostenverfahren

Das EBITDA hat hier Entsprechung zum handelsrechtlichen Betriebsergebnis (Position 1 bis 7 in der GuV nach Umsatzkostenverfahren), wird dabei jedoch um die Abschreibungen korrigiert.

Sollte die GuV nach dem Umsatzkostenverfahren vorliegen, ist die Ermittlung des EBITDA erschwert, da die Abschreibungen in den folgenden Positionen der GuV kumuliert wurden: Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen (Nr. 2), Vertriebskosten (Nr. 4) und allgemeine Verwaltungskosten (Nr. 5).

Die Abschreibungen müssen dann aus dem Anlagengitter von Kapitalgesellschaften (§ 268 Abs. 2 HGB) entnommen werden.

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Autor(in) des Artikels:

mm

Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.

Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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