Eigenhandel in VWL leicht erklärt + Beispiel

Was kann man unter Eigenhandel verstehen? – Kurz und einfach erläutert

Auf Grund des sogenannten Eigenhandels gelingt es den Kreditinstituten gute Erlöse einzuholen bzw. den Finanzhandel in eine erwünschte Richtung zu führen. Verlustgeschäfte aus dem sogenannten Eigenhandeln haben jedoch schwerwiegende Folgen. Vor allem seit der Finanzkrise im Jahre 2007 wird dies sehr kritisch betrachtet, weshalb auch eine regelmäßige Kontrolle durch die BaFin stattfindet.

Entsprechende Finanzgeschäfte mit Wertpapieren, welche die Kreditinstitute sowohl für die eigene Rechnung sowie im eigenen Namen vornehmen, werden auch als Eigenhandel bezeichnet. Die gesetzlichen Bestimmungen hierzu kann man in § 11 a Abs. 3 sowie 4 Kreditwesengesetz finden. Das Kreditinstitut kann den sogenannten Eigenhandel verwenden, damit Erlöse durch Verkauf sowie Ankauf von Wertpapiere erzielt werden können. Diese Eigenhandel können aber beispielsweise auch aus dem Gesichtspunkt der Strategie durchgeführt werden, damit die Kurse dadurch beeinflusst werden.

Eigenhandel als Stützungskauf

Die Kreditinstitute erwerben oftmals Aktien sowie andere Wertpapiere, wenn ein starker Kursfall des Wertpapiers ausgemacht werden kann. Wenn das Kreditinstitut wieder einen stabilen Aktienkurs erhalten will, ist der Verfall des Kurses mit sogenannten Stützungskäufen aufzuhalten.

Kein Eigenhandel ohne Erlaubnis

Damit das Kreditinstitut in eigenem Namen und auf eigene Rechnung Wertpapiergeschäfte vornehmen darf, muss sie sich die Erlaubnis bei der BaFin einholen. Die gesetzlichen Regelungen hierzu findet man im § 32 Abs. 1 Satz 1 Kreditwesengesetz. Die Rechtsform des Kreditinstituts spielt hierbei keine Rolle, da eine Gewinnerzielungsabsicht bereits genügend ist, um unter diese gesetzliche Regelung zu fallen.

Wie sieht die steuerliche Behandlung aus?

Als Eigenhändler tätige Banken vollziehen zwar im Grunde genommen umsatzsteuerbare Lieferungen sowie Leistungen durch, sind aber gemäß § 4 Nr. 8 des Umsatzsteuergesetzes von der Umsatzsteuer befreit. Was die Körperschaftssteuer angeht, so ist der Gewinn mit Anteilen an Kapitalgesellschaften nach § 8b VII Körperschafsteuergesetz vollumfänglich zu versteuern.

Das Risiko hinsichtlich des Eigenhandels

Kritische Stimmen haben hinsichtlich des Eigenhandels der Banken eine oft sehr kritische Sichtweise. Offiziell dürfen einzelne Abteilungen eines Kreditinstituts nicht miteinander sprechen, wenn es um den Wertpapierkauf geht. Ein Investmentbanker darf demnach sein Wissen nicht mit einem auf Provision arbeitende Eigenhändler des Kreditinstituts teilen, da dies unter Insiderhandel fällt. In der Vergangenheit gab es schon mal öfters solche Skandale, nicht zuletzt aufgrund regelmäßiger Überprüfungen nach den strengen Vorgaben durch die BaFin.

Wenn das Kreditinstitut im Eigenhandel mit einem sehr hohen Betrag falsch kalkuliert, kann das zu schweren Schäden volkswirtschaftlicher Art kommen. Unter Umständen müssen Staaten ihre Kreditinstitute dann finanziell unter die Arme greifen. Derartige Vorgehensweisen sind für den Steuerzahler immer als nachteilig anzusehen. Wenn die Banken dieserhalb Milliarden verlieren, sind auch die Spareinlagen der Bankkunden in Gefahr.

Eigenhandel – Eine kurze sowie kinderleichte Zusammenfassung:

– Finanzgeschäfte, welche die Kreditinstitute im eigenen Namen sowie auf eigene Rechnung durchführen, werden Eigenhandel genannt.

– Sie sind die Einnahmequelle bzw. das strategische Finanzmittel der Kreditinstitute

– Eigenhandel ist für die Kreditinstitute umsatzsteuerfrei. Allerdings muss die Körperschaftssteuer gezahlt werden.

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