Ein Gemeinschaftskonto in VWL leicht erklärt + Beispiel

Das Gemeinschaftskonto wird generell ein gemeinsames Konto mit mehreren, aber mindestens 2 gleichberechtigten Kontoinhabern bezeichnet. Ein Gegenbegriff dazu ist das sogenannte Einzelkonto wo nur ein Kontoinhaber existier. In der Praxis ist der häufigste Fall eines Gemeinschaftskontos, ein gemeinsames Girokonto von Ehepartnern bzw. Lebenspartnern. Diese Anwendung ist aber auf keinen Fall alleine auf so eine Konstellation beschränkt. Die Gemeinschaftskonten werden zum Beispiel ebenso häufig von Geschäftspartnern geführt.

Die Führung eines Gemeinschaftskontos

Bei dem Gemeinschaftskonto tragen alle Kontoinhaber die gleichen Rechte, sowie auch Pflichten. Die gesamten Guthaben auf diesem Konto stehen allen Inhabern gemeinschaftlich zu, bei einer Kontoüberziehungen trifft alle eine gesamtschuldnerische Haftung. Die Kontoinhaber sind alle in gleicher Weise verfügungsberechtigt. Hier existieren gleich zwei Arten von Gemeinschaftskonten Die Und-Konten und auch Oder-Konten:
• bei den Und-Konten sind alle Kontoinhaber nur gemeinsam verfügungsberechtigt, die alleinige Verfügung eines Kontoinhabers ist dabei somit nicht möglich. Dies gilt nicht nur für alle Abhebungen und auch Überweisungen, sondern auch Kontoumschreibungen, Vollmachten und sonstige Änderungen am Konto, können deswegen auch nur gemeinschaftlich veranlasst werden. Dies ist unmittelbar nachvollziehbar, dass ein Handling hier vergleichsweise sehr umständlich ist. Und-Konten stellen deswegen eher die Ausnahme dar.
• bei einem Oder-Konten kann wirklich jeder Kontoinhaber unabhängig von den anderen Kontoinhabern Verfügungen vornehmen. Die Gemeinschaftskonten von Ehepartner bzw. Lebenspartnern werden normalerweise als Oder-Konten geführt. Jede der beiden Kontoinhaber erhält auch eine eigene Bank-Karte, um auch elektronische Verfügungen zu veranlassen. Ein Recht für eine Verfügung betrifft auch die Kontoüberziehungen, solange diese sich im einem eingeräumten bzw. banküblichen Rahmen bewegt. Dieses liegt bei drei Monatsgehältern.

Ein Gemeinschaftskonto in seiner Praxis

Die Gemeinschaftskonten von Ehepartnern, bzw. Lebenspartnern werden normalerweise eingerichtet, um Ausgaben einer gemeinsamen Haushaltsführung zu bestreiten. Ist dabei nur einer der Partner ein Verdiener, gewährleistet dieses Konto dem anderen Partner einen unkomplizierteren Zugang zu den finanziellen Mitteln. Dieses Gemeinschaftskonto setzt vorab ein besonderes Vertrauensverhältnis voraus, weil es jedem Kontoinhaber zur Verfügungen steht. Bei den intakten Beziehungen ist dies normalerweise kein Problem, aber bei gestörten Partnerschaften oder bei einer Trennung birgt ein Gemeinschaftskonto ein sehr erhöhtes Risiko einer Kontoplünderung.
Diese Einrichtung eines Gemeinschaftskontos ist nicht zwingend, um dabei einem Partner Verfügungsmöglichkeiten einzuräumen. Eine Alternative bildet dazu ein Einzelkonto mit einer Kontovollmacht. Dabei ist der Partner alleiniger Kontoinhaber, ein anderer Partner kann dann in einem Rahmen einer Kontovollmacht alle üblichen Verfügungen und auch Geschäfte vornehmen. Diesem stehen allerdings nicht alle Rechte zu, die originär nur dem Kontoinhaber vorbehalten sind.

Gemeinschaftskonto und das Girokonto

Eine Führung eines Girokontos als ein Gemeinschaftskonto bildet in einer Praxis den absoluten häufigsten Fall. Dennoch auch andere Bankkonten, beispielsweise das Tagesgeld, das Festgeld, usw. können auch als ein Gemeinschaftskonto eingerichtet werden. Diese Ausführungen zu einem gemeinschaftlichen Girokonto gelten als analog.
Ein gewisses Gemeinschaftskonto kann demgegenüber nicht als ein Pfändungsschutzkonto geführt werden. Diese sogenannten P-Konten können nun seit 1. Juli 2010 auf Verlangen von den Kontoinhabern als ein Girokonto auf einer Guthabenbasis eingerichtet werden, um trotz bei Kontopfändungen weiter Kontoverfügungen in einem Rahmen einer Pfändungsfreigrenze zu ermöglichen. Das P-Konto ist immer zwingend ein Einzelkonto.

Zusammenfassung eines Gemeinschaftskontos:

• ein gemeinschaftliches Konto wird bei einer variablen Bank von mindestens zwei Kontoinhabern geführt
• es gibt die Und-Konten und die Oder-Konten
• sie sind vor allem typisch bei Ehepartnern und auch Lebenspartnern
• dieses ist bei jeder Art von Bankkonten möglich
• es darf nicht als ein P-Konto geführt werden

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