Ein Haiku schreiben – Merkmale und Tipps

Ein Haiku ist ein sehr kurzes Gedicht, das ursprünglich aus dem japanischen Raum stammt und sich inzwischen weltweit verbreitet hat. Trotz seiner geringen Länge, ist es nicht einfach ein gutes Haiku zu verfassen, da es einige Regeln zu beachten gibt. Gerade am Anfang ist es wichtig, sich damit zu befassen, wie ein Haiku aufgebaut ist und wie man es am besten schreibt. In diesem Beitrag sind zudem einige grundlegende Fakten über das Haiku aufgelistet und Sie finden einige Themenvorschläge am Schluss des Textes, mit deren Hilfe Sie das Haiku-Schreiben üben können. So werden auch Sie bald diese Kunstform beherrschen und problemlos kurze Gedichte schreiben können.

Was ist ein Haiku?

Das Haiku ist eine Gedichtsform, die ursprünglich aus Japan stammt. Es gilt als das kürzeste Gedicht der Welt. Heute ist das Haiku weltweit verbreitet und wird gerne im Unterricht eingesetzt oder von Hobby-Autoren zu Übungszwecken geschrieben. So kurz das Gedicht auch sein mag, es ist nicht ohne, ein Haiku zu verfassen. Bestimmte Regeln müssen beachtet werden, dass man tatsächlich von einem echten Haiku sprechen kann. Zum Einen sollte das Haiku immer einen Gegenwartsbezug besitzen.

Das bedeutet, dass es im Präsens geschrieben ist oder immer das lyrische Ich beschreibt, dass sich gerade an die Vergangenheit erinnert. Generell haben Haikus immer einen hohen Aktualitätsgrad.

Zum Anderen zeichnen sich Haikus durch ihre Konkretheit aus. Sie stellen nicht etwa abstrakte Dinge dar, sondern veranschaulichen sehr konkrete Sachverhalte.
Weiterhin sind Themen des Haikus meist die äußere Umwelt und weniger das Erleben des Dichters oder die Gedankenwelt desselben.

Zuletzt ist ein Charakteristikum des Haikus noch, dass es immer eine Art Nachhall erzeugt. Ein Haiku ist nicht einfach nach seinen paar Silben beendet, sondern hinterlässt immer noch eine Wirkung oder einen Nachklang, der den Leser oder die Leserin zum Nachdenken und Verweilen einlädt.

Wie ist ein Haiku aufgebaut?

Ein Haiku verfolgt relativ strenge Regeln. Die bekannteste ist, dass es in drei Zeilen verfasst wird und diese dem 5 – 7 – 5 Silben-Schema folgen. Das bedeutet, dass in der ersten Zeile fünf, in der zweiten Zeile sieben und in der letzten Zeile wieder fünf Silben stehen. Manche Haiku Forscher zweifeln zwar an dieser starren Regelung, um sich dieser Gedichtsform aber erstmalig anzunähern, ist es durchaus sinnvoll, sich an dieses Schema zu halten. Das Haiku besitzt keine Endreime. Einzelne Zeilen können auch nur aus einem einzigen langen Wort bestehen. Eine Überschrift hat das Mini-Gedicht auch nicht. Somit ist der Aufbau übersichtlich und unkompliziert und wird von den meisten schnell verstanden.

Wie schreibt man ein Haiku?

Wenn Sie Ihr erstes Haiku verfassen möchten, werden Sie möglicherweise vor der Frage stehen, wie Sie dies am besten angehen. Wie beginnt man mit dem Schreiben und wie gelingt ein gutes Haiku? Natürlich kann eine solche Frage für eine künstlerische und kreative Aufgabe nicht einfach so beantwortet werden und Sie werden kein Rezept finden, wie Sie das perfekte Haiku verfassen. Dennoch gibt es einige Hilfsschritte, mit deren Unterstützung Sie sich an die Kunstform heranwagen können und erste Schritte starten können.

  • 1. Schritt: Ein Thema finden
    Ein Thema zu finden ist ein sehr wichtiger Schritt für das Haiku. Es kann mitunter schwierig sein, sich auf ein einziges Themengebiet zu fokussieren. Gerade bei der geringen Länge des Haikus ist es aber wichtig, sich auf einen möglichst konkreten Sachverhalt zu beschränken. Denken Sie über Ereignisse nach, die Sie kürzlich beschäftigt haben oder über die Jahreszeit, Landschaft, ein Gefühl oder einen Festtag. Je konkreter, desto besser, denn ein Haiku soll möglichst präzise sein und einen Aktualitätsbezug haben. Sie können dann zunächst zu dem von Ihnen gewählten Thema brainstormen und wichtige Begriffe aufschreiben, die Ihnen spontan einfallen. Manchmal ist es auch sinnvoll, Begrifflichkeiten einzubauen, die ganz im Gegensatz zum Thema des Haikus stehen. Auch das kann gut funktionieren.
  • 2. Schritt: Den Aufbau kennen
    Rufen Sie sich den typischen Aufbau des Haikus in die Erinnerung. Sie benötigen bestenfalls drei Zeilen und insgesamt 17 Silben. Die erste Zeile besteht aus fünf, die zweite aus sieben und die dritte Zeile aus fünf Silben. Vielleicht befinden sich in Ihrer Mind Map bereits Wörter oder Begriffe, die diese Rahmenbedingungen erfüllen. Dann können Sie diese eventuell direkt einbauen.
  • 3. Schritt: Die erste Zeile generieren
    Suchen Sie einen Begriff oder einen Sachzusammenhang mit fünf Silben. Versuchen Sie aber nicht, Wörter unnatürlich zu kürzen oder zu verändern, um sie in das Korsett der fünf Silben zu zwängen. Die erste Zeile leitet das Haiku ein. Sie sollte die Aufmerksamkeit des Lesers oder der Leserin wecken.
  • 4. Schritt: Die mittlere Zeile verfassen
    Die zweite Zeile bildet sozusagen den Hauptteil des Haikus. Vermutlich werden Sie mehrere Begriffe benötigen, um die sieben Silben auszufüllen. Sie sollte nicht losgelöst von der ersten Zeile stehen, sondern ein Zusammenhang muss erkennbar sein.
  • 5. Schritt: Die letzte Zeile schreiben
    Die letzte Zeile des Haikus rundet dieses ab. Sie besteht abermals aus fünf Silben. Zudem sollte Sie einen Nachklang erzeugen. Es sollte kein abruptes Ende des Haikus sein, sondern eher eine Art offenes Ende, dass zum Nachdenken anregt und eben noch in den Gedanken des Lesers oder der Leserin nachklingt.
  • 6. Schritt: Das Haiku überprüfen
    Lesen Sie Ihr Haiku noch einmal zur Probe. Ist es in sich stimmig? Passen die Zeilen zueinander und befolgt es die Silben-Regelung. Sind es insgesamt nicht mehr als 17 Silben und haben Sie das Gefühl, dass das Haiku ein offenes Ende hat? Wenn Sie alle Fragen mit „Ja“ beantworten können, ist Ihnen Ihr erstes Haiku gelungen.

Thementipps für das Haiku

Um richtig gute Haikus zu schreiben, sollten Sie viel üben. Nicht jedes Thema wird Ihnen gleich gut liegen und zu manchen Themen werden Sie vielleicht gar keine Ideen haben. Daher ist es sinnvoll, sich vielfältig und unterschiedlich auszuprobieren. Hier finden Sie einige Themenvorschläge, die sich hervorragend zur Übung des Haikus eignen und Ihnen als Inspiration dienen können.

Beliebte Themen für Haikus sind immer die Jahreszeiten. Frühling, Sommer, Herbst und Winter haben alle ihre charakteristischen Eigenschaften, die man gut in einem Haiku verbauen kann. Bestenfalls konzentrieren Sie sich auf spezifische Themenbereiche wie etwa den Strand, das Fallen der Blätter oder eine Schlittenfahrt.

Auch bestimmte Festtage können Anlass für ein Haiku sein. Denkbar wären Weihnachten, Ostern oder Fasching. Auch hier ist es sinnvoll, sich thematisch einzuschränken und auf einen einzelnen Sachverhalt zu konzentrieren.

Vielleicht ist Ihnen gegenwärtig auch etwas Interessantes passiert, dass Sie in ein Haiku verpacken können. Aber auch sonst gibt es viele Sachverhalte, Gegenstände, Tiere oder Gefühle, die hervorragend als Inhalt eines Haikus geeignet sind.