Eine Anzeige wegen Rufschädigung – worauf ist zu achten?

Eine Rufschädigung in der heutigen Zeit ist existenzbedrohend. Wer eine Anzeige erstatten will, muss einiges beachten. Eine Anzeige wegen Rufschädigung erfordert die exakte Vortragung der Details, sodass die Strafverfolgungsbehörde alles genau nachvollziehen kann.

Verleumdung oder üble Nachrede

Die Tatbestände der üblen Nachrede (§ 186 StGB) und der Verleumdung (§ 187 StGB) werden rechtlich geahndet. Der Begriff Rufschädigung ist im Gesetz nicht aufgeführt. Bei der üblen Nachrede verbreitet jemand Tatsachen, die nicht wahr sind, um sein Opfer öffentlich anzuprangern. Bei der Verleumdung erzählt der Täter Tatsachen, von denen er weiß, dass diese erfunden sind, um eine Person zu schädigen.

Die Anzeige mit Tatsachenbehauptungen stützen

Viele Anzeigen scheitern daran, weil sich der Täter verteidigt, indem er ein reines Werturteil über eine Person tat. Wer als Betrüger betitelt wird, muss einen bestimmten Vorgang auftun. Fehlt dies, handelt es sich um ein Werturteil und die Tat wird nicht bestraft. Bei einer Anzeige muss also eine bestimmte detaillierte Sache vorgetragen werden. Zum Beispiel ein lauter Zuruf als „Hallodri“ ist ungenügend. Der Täter kann nur bestraft werden, wenn er ehrenrührigen Äußerungen öffentlich verbreitet beziehungsweise sich durch eine andere Person äußert.

Auf berechtigtes Interesse berufen

Eine Anzeige scheitert, wenn der Täter auf die „Wahrnehmung berechtigter Interessen“ pocht. Dies ist dann der Fall, wenn der Täter provoziert wurde oder im Wortgefecht ein Wort das andere gibt. Entspricht die ehrenrührige Tatsache der Wahrheit, kann die Ehre nicht mehr beeinträchtigt werden und man ist selbst der Täter.

Ein Tatnachweis ist erforderlich

Die Rufschädigung muss für eine Anzeige nachgewiesen werden. Dafür wird ein neutraler Zeuge benötigt oder ein Schriftstück an einen Dritten, welches die Tat beweist. Ein persönliches Schreiben ist eine Beleidigung und ist nach § 185 StGB strafbar. Eine Anzeige setzt ein langwieriges Verfahren in Gang, welches Geld und Nerven kostet. Um eine richtige Strategie zu entwickeln, ist eine anwaltliche Beratung unerlässlich.

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