Eine Gesamtprokura in VWL leicht erklärt + Beispiel

Bei einer Gesamtprokura spricht man von, wenn eine Firma ihre Prokura an mehr als nur eine Person gleichzeitig verteilt. Somit verbindet sich nun eine handelsrechtliche Vollmacht, welche einen Prokuristen in eine Lage versetzt, zukünftig rechtswirksam Geschäfte für diese Firma zu tätigen.
Eine Prokura beinhaltet auch alle betrieblichen Belange wie die Finanzierung, eine Beschaffung, die Produktion oder auch den Vertrieb, alles geht aber auch weit darüber hinaus. So dürfen diese betrauten Personen auch dann selbstständig arbeitsrechtliche oder auch organisatorische Handlungen vornehmen.
Eine Gesamtprokura bedeutet auch eine Einschränkung von diesen umfassenden Handlungsvollmachten. Denn diese Gesamtprokuristen sind deswegen meistens nur gemeinschaftlich handlungsfähig, während der Einzelprokurist seine Entscheidungen auch immer unabhängig von allen anderen Personen treffen darf.

Eine echte Gesamtprokura

In seiner Praxis unterscheidet man verschiedene Typen einer Gesamtprokura:
• eine echte Gesamtprokura
• die halbseitige Gesamtprokura
• die unechte oder auch gemischte Gesamtprokura

Die echte Gesamtprokura liegt dann vor, wenn der Unternehmensinhaber oder der Geschäftsführer mehr als nur eine Person mit einer Prokura betraut. Diese verantwortlichen Unternehmensleitungen lässt die Prokuristen gemäß der gesetzlichen Vorgaben in das Handelsregister eintragen.
In dem Bundesgesetzbuch sind alle genauen Regeln für die Gesamtvertretung einer Prokura formuliert. Grundsätzlich gilt dabei: alle Gesamtprokuristen müssen bei allen Rechtsgeschäft gemeinsam zusammen handeln. Dieses Gesetz lässt auch Ausnahmen zu. So können die Gesamtprokuristen als einzelne Personen Geschäfte abschließen.

Eine halbseitige Gesamtprokura

Eine Rechtssprechung erlaubt nur ausdrücklich, gleichzeitig einen Einzelprokuristen oder auch mehrere Gesamtprokuristen für eine Firma zu ernennen. In so einem Fall besitzt ein Mitarbeiter A eine Einzelprokura, doch auch der Mitarbeiter B und auch der Mitarbeiter C besitzen lediglich eine Gesamtprokura. Die Mitarbeiter B und C können nun über die geschäftlichen Dinge entscheiden, wenn der Mitarbeiter A seine Zustimmung gibt. Der Mitarbeiter A kann auch hingegen frei walten.
Somit kann man den Status von dem Mitarbeiter A sowohl firmenintern als aber auch nach außen hin gezielt stärken. Für ein Unternehmen besitzt diese Regelung den Vorteil, dass ein Betrieb handlungsfähig bleibt, sollte der Mitarbeiter A beispielsweise erkranken. Dieser muss dann lediglich nur sein Einverständnis erklären, während der Mitarbeiter B dann die laufenden Geschäfte regelt.

Eine unechte Gesamtprokura

Die unechte oder auch gemischte Gesamtprokura liegt dann vor, wenn der Prokurist nur zusammen mit einem Vertreter einer Geschäftsführung eine Vertretungsmacht erteilt bekommt. Man unterscheidet hier zwischen drei Konstellationen:
• eine unechte Gesamtvertretung
• eine unechte Gesamtprokura
• eine gemischte halbseitige Gesamtprokura

Diese Begriffe beschreiben die unterschiedlichsten Abhängigkeiten. Im Falle der unechten Gesamtvertretung ist der Gesellschafter bzw. Der Vorstand abhängig von einer Mitwirkung eines Prokuristen.
Im dem umgekehrten Fall spricht man dabei von einer unechten Gesamtprokura. Dann ist ein Prokurist abhängig von einer Zustimmung von einem Gesellschafter. Wenn dieser Prokurist an diese rBeteiligung eines Gesellschafters gebunden ist, welcher selber gesamtvertretungsberechtigt ist, spricht man dann wiederum von der gemischten halbseitigen Gesamtprokura.
Die unechte Gesamtvertretung lässt sich nur bedingt mit geltendem Recht verbinden. Denn der Prokuratyp kann im Widerspruch zu dem Grundsatz der Selbstorganschaft stehen. Ein Grundsatz besagt dabei, dass diese handelsrechtliche Vertretung von einem Unternehmen stets durch mindestens einen Gesellschafter gewährleistet sein muss.

Die Zusammenfassung einer Gesamtprokura:

• eine Prokura wird auf mehrere Personen verteilt
• die Gesamtprokuristen sind dann nur gemeinschaftlich handlungsfähig
• eine Unterscheidung zwischen den echten, halbseitigen und der unechter Gesamtprokura
• macht eine Firma flexibler (z. B. bei einem Krankheitsfall)
• kann eine Position eines Einzelprokuristen mehr stärken

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