Eingetragene Genossenschaft in BWL leicht erklärt + Beispiel

Was versteht man unter einer eingetragenen Genossenschaft (eG)?

Eine sogenannte eingetragene Genossenschaft, auch kurz eG genannt, ist ein Unternehmen bzw. eine juristische Person, bei der die Mitgliederzahl nicht geschlossen ist. Es muss mindestens 3 Mitglieder geben, siehe bitte auch § 4 GenG. Der Zweck der eG besteht darin, die Erwerbung sowie die Wirtschaft ihrer Teilnehmer bzw. deren kulturellen sowie sozialen Interessen durch einen gemeinsamen Geschäftsbetrieb zu unterstützen (siehe hierzu bitte auch § 1 Absatz 1 GenG).

Nachfolgend ein Beispiel für eine Genossenschaft:

Die Taxifahrer von Köln bauen eine Taxi-Genossenschaft auf. Sie schaffen diese Genossenschaft, um eine Taxizentrale zu leiten sowie die entsprechenden Taxifahrten zu verteilen.

Im Gegensatz zu einer GmbH oder einer Aktiengesellschaft ist nicht die Erzielung von Gewinn der Taxi-Genossenschaft das wichtigste Kriterium. Die Unterstützung der einzelnen Mitglieder, d. h. der Taxifahrer – steht hierbei im Vordergrund.

Die Genossenschaft (Sozietät) wird durch die Eintragung in das sogenannte Genossenschaftsregister als juristische Person rechtsfähig. Die Genossenschaft sind gemäß dem HGB aber immer als Kaufleute anzusehen. (siehe bitte auch Kaufmann kraft Rechtsform bzw. ein Formkaufmann; § 17 Absatz 2 GenG).

Die Genossenschaft gilt nicht als KapGes im eigentlichen Sinne; eine Genossenschaft kann man auch nicht in den ergänzenden Vorschriften für KapGes finden (siehe hierzu auch Drittes Buch, Zweiter Abschnitt HGB: §§ 264 bis 335 b HGB). Allerdings kann man in den §§ 336 bis 339 HGB noch weitere Anordnungen hinsichtlich einer eG finden. Die vorgenannten Paragraphen sind im Grunde genommen eigentlich auch nur ein Verweis auf die gesetzlichen Regelungen hinsichtlich KapGes.

Demnach müssen die eG auch einen sogenannten Jahresabschluss, welcher aus einer Bilanzaufstellung, GuV-Rechnung, Anhang sowie einem entsprechenden Lagebericht verfügt, anfertigen sowie offenlegen (siehe hierzu auch § 336 sowie § 338 HGB).

Ein paar diesbezügliche Beispiele sind: Einkaufsgenossenschaft, Baugenossenschaft sowie Kreditgenossenschaft.

Genossenschaftsanteil / Geschäftsanteil

Das (eigene) Vermögen der eG wird über entsprechende Genossenschafts- bzw. Geschäftsanteile der Mitglieder (auch Genossen genannt) herbeigeschafft. Die genaue Höhe des Kapitalanteils wird in der Satzung genau bestimmt.

Im Gegensatz zu einer Aktiengesellschaft oder einer GmbH, bei denen es so ist, dass die entsprechenden Stimmrechte durch die Anzahl bzw. die Höhe der Anteile des Kapitals ermittelt werden, ist es so, dass die Mitglieder der Genossenschaft eine Stimme in der Generalversammlung haben (egal wie viele Geschäftsanteile sie auch besitzen mögen). Genaueres kann man auch § 43 Absatz 3 GenG entnehmen. In der Satzung kann allerdings auch ein entsprechendes Mehrstimmrecht beschlossen werden. Auf Grund dessen unterliegen die Mitbestimmungsbefugnisse der Mitglieder / Genossen auch Beschränkungen, so dass die einzelnen Genossen auch keine Kontrolle über eine Genossenschaft erreichen können.

Wenn ein Genossenschaftsmitglied ausscheidet, ist es so, dass die eG den entsprechenden Kapitalanteil normalerweise an den Genossen zurückzahlen muss. Dies ist gegensätzlich zu den Bestimmungen hinsichtlich einer Aktiengesellschaft, bei der es so ist, dass die Aktien nach dem Verkauf einen neuen Besitzer bekommen; das sogenannte Eigenkapital der Aktiengesellschaft davon allerdings unberührt bleibt. Das sogenannte Eigenkapital der eG unterliegt dieserhalb entsprechenden Schwankungen.

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Autor(in) des Artikels:

mm

Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.

Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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