Einliniensystem in BWL leicht erklärt + Beispiel

Einliniensystem Definition

Unter einem Einliniensystem wird eine Aufbauorganisation verstanden, bei der jeder untergeordnete Mitarbeiter genau einen übergeordneten Mitarbeiter hat.

Beispiel

Der Vorsitzende des Kreditorenbuchhalters Herr Wagner ist der Leiter der Kreditorenbuchhalter, der wiederum dem Rechnungswesenleiter unterstellt ist. Der Rechnungswesenleiter untersteht direkt dem Finanzvorstand.

Herr Wagner hat eine Rechnung eines Lieferanten in Höhe von 2.500.000 Euro erhalten. Aufgrund der hohen Rechnungssumme bittet er den Leiter der Kreditorenbuchhaltung um Freigabe der Rechnung. Dieser informiert wiederum den Leiter des Rechnungswesens, der sich sicherheitshalber an den Finanzvorstand wendet. Dieser entscheidet schließlich über die Handhabung der Rechnung. Aufgrund der langen Informationswege kann die Entscheidungsfindung viel Zeit in Anspruch nehmen. Hinzu kommt die große Anzahl involvierter Mitarbeiter, die sich allesamt in ihrer Arbeitszeit mit dem Thema beschäftigen müssen.

Die langen Informationswege gelten auch in die andere Richtung, wenn beispielsweise der Finanzvorstand eine Auskunft über eine erhaltene Rechnung im Vormonat benötigt. Bei der Anwendung einer Einlinienorganisation ist ebenfalls zunächst der Leiter der Rechnungswesens, danach der Leiter der Kreditorenbuchhaltung und schließlich Herr Wagner als Kreditorenbuchhalter in den Prozess eingebunden.

Obwohl das Einliniensystem offensichtlich einige Nachteile hat, bringt es auch Vorteile mit sich. So sind sowohl Verantwortlichkeiten als auch Kompetenzen klar geregelt und bekannt. Im genannten Beispiel weiß der Leiter des Rechnungswesens, ob Herr Wagner überhaupt zugegen ist, ob er Zugriff auf vergangene Rechnungen hat und, ob er über die notwendige Zeit zum Suchen verfügt.

Das Gegenteil eines Einliniensystems wird als Mehrliniensystem bezeichnet.

Alternative Begriffe: Einlinienorganisation.

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