Erzählung schreiben – Tipps & Anleitung zum Lernen

Eine Erzählung verfassen

Vielfach werden unter Erzählung verschiedene Textarten verstanden. Man kann unter dem Begriff ebenso die Epik (erzählende Literatur in Vers- oder Prosaform) verstehen, jedoch auch andere Textformen wie z. B. Sagen, (Kurz)geschichten, Novellen und mehr, solange es einen „erzählenden“ Charakter hat. Inzwischen hat die Erzählung quasi zu einer eigenen Bedeutung gefunden, in der sie mit dem Roman gleichgestellt wird.

Dennoch gibt es einen Unterschied: Während Romane meist komplizierte und vielschichtige Handlungen verknüpfen, konzentriert sich die reine Erzählung auf einen Handlungsstrang und ist daher nicht so lang. Auch wird der Verlauf in zeitlicher Folge und nur aus einem Blickwinkel beschrieben. So ist die Erzählung aus klassischer Sichtweise ein Text, welcher in einfacherer und somit auch eingängigerer Art etwas schildert, das in der Realität seinen Ursprung hat oder zumindest haben könnte.

Ereignisse und Handlung

Wenn man Erzählungen mit einer Textgattung vergleichen möchte, landet man noch am ehestem beim Bericht. Dennoch mit einem Unterschied: Grundlage der Erzählung ist ein Ereignis, die daraus folgende Handlung wird nun im Text wiedergegeben. Ausgeschmückt wird die Erzählung dabei mit Empfindungen, Überlegungen und Aussagen. Demgegenüber ist ein reiner Bericht weniger „geschmückt“. Er schildert einen Vorgang sehr sachorientiert und ohne persönliche Prägung, somit objektiv und für den Leser gut verständlich dargestellt. Kurz gesagt: Ein Bericht möchte Tatsachen schildern, eine Erzählung stellt die Unterhaltung in den Vordergrund.

Tipps und Anleitung zum Schreiben einer Erzählung

Das Schreiben von Erzählungen ist – wie so vieles – Thema im Deutschunterricht. Hier werden auch die Grundlagen vermittelt, welche man auch im späteren Leben noch brauchen könnte, wenn man als Schriftsteller oder auch nur „Hobbytexter“ tätig sein möchte. Eine dabei vermittelte Hauptregel, die für jede Art von Erzählung gilt, ist die Dreiteilung: Jede Erzählung besteht grundsätzlich aus einer knappenEinleitung, einem dominierenden Hauptteil sowie einem kurzen Schluss.

Das Thema

Ehe mit dem Schreiben einer Erzählung begonnen wird, stellt sich natürlich die Frage nach dem „worüber?“. Ohne geeignetes Thema geht nichts. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um wirklich Geschehenes handelt oder ob der Autor seiner Phantasie freien Lauf ließ. Es muss aber immer so sein, dass das Beschriebene tatsächlich hätte geschehen können.
Nach der Themenwahl ist es günstig, zuerst eine Art Ablauf zu planen. Dieser dienst vor allem als Hilfe, beim Thema zu bleiben, aber auch, um die Struktur der späteren Geschichte (Spannungsaufbau) zu sichern.

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Ebenfalls wichtig ist die Festlegung eines Blickwinkels. Soll die Geschichte aus der eigenen (ich) oder einer anderen (andere Person) Perspektive verfasst werden? Wenn dies entschieden ist, muss der Text durchgängig diese Form beibehalten. Nun – nachdem all dies geklärt ist – kann das Schreiben beginnen.

Zu Beginn kommt die Einleitung

Die Einleitung bietet dem Leser einen ersten Einblick in die Geschichte. Er erfährt, was wann wo geschieht und welchen Charakteren er begegnet. All dies wird nur kurz gehalten, ist aber ein sehr wichtiger Bestandteil des Ganzen. Denn nur, wenn schon die Einleitung den Leser zu fesseln vermag, wird er auch weiter lesen. Hier entsteht die nötige Spannung und weckt die Neugierde des Lesers auf das Folgende. Es ist keine Schwierigkeit, Ratschläge zu erhalten, wie die Einleitung aufgebaut werden sollte. Doch haben sich vor allem zwei Varianten als sehr erfolgreich bewährt. So sieht man auch in vielen Büchern, wie der Leser direkt in ein „Gespräch“ zwischen den Handlungspersonen einsteigt und so mit eingebunden wird. Oder man findet eine bestens nachvollziehbare Schilderung der Situation, um Bilder vor dem geistigen Auge des Lesers zu wecken.

Aus dieser Einleitung wird der Leser dann direkt zum Hauptteil gelenkt. Hier bilden nun etliche Passagen – vor allem durch eine sehr fesselnde Formulierung und nachvollziehbare Emotionen der beteiligten Charaktere – ein Fundament für die wachsende Spannung, bis diese am Ende des Hauptteils ihren Höhepunkt erreicht und dann mit einer Beschreibung der Folgen des Geschehens endet.

Dieses beschreibende Ende – quasi die Moral der Geschichte – bietet einen runden Schluss, bei dem auch das Gefühl vermittelt wird, alles sei erklärt und der Leser kann sein Buch schließen, ohne das Gefühl zu haben, es habe noch etwas gefehlt.

 

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