Fabel richtig selber schreiben – Aufbau & Anleitung

Bei einer Fabel handelt es sich um eine kurze, starke Erzählung. Sie sollte nicht zu lang und ausführlich erzählt werden. Die Geschichte endet mit einer Moral oder einer Lehre aus der Lektüre. Eine Fabel hat einen kurzen Anfang und ein ebenso kurzes Ende, der Hauptteil ist besser ausgebaut. In den meisten Fabeln spielen Tiere und ihre Konflikte mit den Menschen eine große Rolle. Meist geht es dabei um die Ungerechtigkeiten, welche den schwächeren Tieren im Umgang mit den Menschen widerfahren.

Äsop schrieb eine verschlüsselte Nachricht an seinen Herrn, in Form einer Fabel, um 600 vor Christus. Im 17. Jahrhundert war Jean de La Fontaine ein bekannter Verfasser dieser Erzählungen. Im 18. Jahrhundert waren es Gotthold Ephraim Lessing und Wilhelm Hey, die diese Geschichten so bekannt machten, dass sie fortan auch im Schulunterricht verwendet wurden. Dabei wurde die daraus gezogenen Moral dazu verwendet, um den Kindern zu zeigen, wie sich zu verhalten hatten.

Allerdings gerieten diese Erzählungen wieder in Vergessenheit. Bevor sich Berthold Brecht und Franz Kafka wieder mit dem Schreiben von Fabeln befassten, war es Joel Chandler Harris, der mit seinen Geschichten vom „Bruder Hase“, der sich mit List gegen stärkere Gegner durchsetzt, Bekanntheit erlangte.

Hier folgt eine kleine Anleitung zum Schreiben einer Fabel, bei der erzählt wird was beim Schreiben zu beachten ist.

Was sagt eine gute Fabel aus?

Will ein Autor eine Fabel verfassen, muss er zuerst überlegen, welche Protagonisten in der Erzählung vorkommen sollen. In der Regel sind es Tiere, aber auch Pflanzen, die den Menschen einen Spiegel vorhalten. Die menschlichen Eigenschaften werden in der Fabel sehr oft ironisch aufgegriffen und durchaus übertrieben.

Die charakterlichen Eigenschaften der Tiere sind klar verteilt. So ist ein Fuchs schlau oder listig, der Hund ist treu, eine Katze klug, der Rabe ist eitel und das Häschen ist ängstlich. Der Wolf ist der Inbegriff des Bösen schlechthin. Die Moral, einer Fabel ist meist belehrend und sollte schon am Anfang des Textes bedacht werden. Der Haupttext hält den Menschen einen Spiegel vor: Durch ihre Eitelkeit können sie etwas verlieren, das ihnen etwas bedeutet. Die Moral, die sich daraus ergibt: Sei nicht zu eitel!

Die Charaktereigenschaften können an Hand der Geschichte aufgezeigt werden. Möchte der Autor aussagen, dass am Ende auch der Schwächere gewinnen kann, wird er zwei Protagonisten gegeneinander antreten lassen, wobei der eine klein und scheinbar schwach ist,und der andere groß und stark. Das Lustige am Ende ist, das der Schwache, durch Verstand und Schnelligkeit gewinnt. Ein wichtiges Merkmal der Fabel ist, dass die Tiere, Pflanzen und Gegenstände eine stellvertretende Rolle für die Menschen einnehmen.

Der Aufbau und die Merkmale einer Fabel

Eine Fabel besitzt einen dreigliedrigen Aufbau. Die Ausgangssituation, die Konfliktsituation und die Lösung.
In der Einleitung, wird der Leser in kurzer, knapper Form die notwendigen Informationen zum Verständnis der Fabel erhalten. Die Personen werden vorgestellt und es wird auf die Konfliktlage hingewiesen.

Im nächsten Abschnitt, wird die Handlung erzählt und der Konflikt verwirklicht. Das Geschehen, läuft dramatisch, in Rede und Gegenrede ab, spitzt sich schnell auf einen Höhepunkt zu und gipfelt in einer überraschenden Pointe. Allerdings kann der Mittelteil durchaus nur aus einer Erzählung bestehen. Am Schluss der Fabel wird von der Lösung erzählt und es kommt die belehrende Moral der Erzählung zum Vorschein. In manchen Erzählungen wird noch ein Lehrsatz, das Epimytion hinzugefügt.

Es wird durch einen Absatz von der eigentlichen Erzählung getrennt. Steht dieser Lehrsatz allerdings der Fabel vorangestellt, handelt es sich um ein Promythion. Darauf wird allerdings in den heutigen Fabeln verzichtet.

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