Finanzplan in VWL leicht erklärt + Beispiel

Der Finanzplan ist eines der wichtigsten Planungsmittel, um es möglich zu machen, dass ein Unternehmen ständig in der Lage ist auch unerwartete Zahlungen zu tätigen. Der Plan wird erstellt, um zukünftige Ein-und Ausgaben besser Planen zu können und so die zukünftige Entwicklung des Unternehmens vorauszusagen. Außerdem kann dadurch das benötigte Kapital besser abgeschätzt werden und eventuell benötigte Kreditlinien schon frühzeitig eingerichtet werden. Der Finanzplan wird meist auf Dauer eines Geschäftsjahres erstellt und gibt über die meist versetzt stattfindenden Ein- und Auszahlungen einen klaren Überblick.

Aufbau eines Finanzplans

Um die Liquidität des Unternehmens und somit den Fortbestand sichern zu können wird ein solcher Finanzplan aufgestellt, in dem die genauen Verbindlichkeiten, wie für Liefeungen und andere Leistungen oder für Zahlungen an Banken genau aufgelistet sind. Der Plan ist im Grunde folgendermaßen aufgebaut:

Bestand der Zahlungskraft am Anfang der Planperiode
+ erhaltene Zahlungen während der Planperiode
– ausgehende Zahlungen während der Periode
= Bestand der Zahlungskraft am Ende der Periode

Am Ende sollte der Bestand immer positiv sein, da es sonst zu Zahlungsschwierigkeiten kommen kann. Ist es der Fall, dass die Bilanz negativ ausfallen würde müssen entweder die Planeinzahlungen erhöht werden oder die Auszahlungen vermindert werden, indem man zum Beispiel versucht eine anstehende Zahlung in dieser Planperiode auf die nächste zu verschieben.

Beispiel für einen Finanzplan

Ein Tischler stellt einen Finanzplan auf. Derzeit hat er 500.000€ als Zahlungsmittel zur Verfügung. Er erwartet Einnahmen durch den Verkauf von Möbelstücken in der Höhe von 400.000€ und zusätzlich verkauft er eine alte Maschinen im Wert von 100.000€. Insgesamt betragen die Einnahmen also 500.000€.
In diesem Quartal sind aber der Ankauf einer neuen Lagerhalle um 400.000€ und Ausgaben für neues Werkzeug und Reparaturen von Maschinen in der Höhe von 200.000€ einzuplanen. Demnach liegen die Planausgaben im Quartal bei 600.000€ was bedeuten würde, dass die Ausgaben die Einnahmen um 100.000€ übersteigen würden. Die Liquidität des Tischlers am Anfang des Quartals liegt aber bei 500.000€, was bedeutet, dass der Plan eingehalten werden kann und 400.000€ am Ende der Planperiode überbleiben.

Autor(in) des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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