Fiskalpolitik in VWL leicht erklärt + Beispiel

Die Fiskalpolitik ist ein Teil der Finanzpolitik und kommt aus dem politischen und volkswirtschaftlichen Bereich. Mit diesem Begriff sind alle Maßnahmen gemeint, die einem Staat zur Verfügung stehen, um die wirtschaftliche Entwicklung einer Volkswirtschaft zu verändern und zu beeinflussen. Kritiker dieses Systems sind eher für die Selbstregulierung des Marktes, also die Marktwirtschaft. In Deutschland herrscht das System der „sozialen Marktwirtschaft“ vor, wobei der Eingriff des Staates in das Marktgeschehen teilweise unbedingt notwendig ist.

Ziel der Fiskalpolitik

Das Ziel ist es übermäßige Konjunkturschwankungen zu verhindern, um so extreme Hochphasen abzuschwächen und eine darauf folgende starke Rezession zu verhindern, es wird dabei eine azyklische Konjunktur erzeugt. Hier ist jedoch äußerste Vorsicht geboten, denn bereits kleinste Veränderungen können große Auswirkungen haben und Eingriffe dürfen auch nicht das Erreichen einer gesamtwirtschaftlichen Zielsetzung verhindern. Wird zum Beispiel eine bestimmte Branche unterstützt, darf das nicht den Umweltschutz beeinträchtigen.

Wie arbeitet die Fiskalpolitik?

Ein Staat kann die Wirtschaft beeinflussen, indem er die Ausgaben und Einnahmen in bestimmte Richtungen steuert. Will man die Nachfrage steigern setzt der Staat expansive Maßnahmen und soll sie umgekehrt eingedämmt werden spricht man von restriktiven Maßnahmen.

Beispiele für Maßnahmen auf der Einnahmeseite

Ein Staat erhält seine Einnahmen aus Steuern und kann durch Steuererhöhung oder -senkung darauf Einfluss nehmen wie viel Kapital in Privathaushalten zurückbleibt. Durch Steuererhöhungen erhält der Staatshaushalt mehr finanzielle Mittel, während der Volkswirtschaft eben diese entzogen werden, wodurch Konjunkturhochphasen verhindert werden können. Senkt der Staat die Steuern, so haben Privathaushalte und Unternehmen wieder mehr Kapital und die Nachfrage wird wieder größer. Zudem kommt noch, dass auch die Mitarbeiter mehr Sicherheit haben, dass ihre Arbeit gesichert ist und dadurch sind sie auch bereit mehr zu investieren.

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Beispiele für Maßnahmen auf der Ausgabeseite

Zu Zeiten einer Rezession kann der Staat durch vermehrte Ausgabe von Aufträgen zum Beispiel an Firmen im Straßenbau oder für Renovierungen von Schulen usw. die Wirtschaft ankurbeln. Dabei können jedoch nicht alle Branchen unterstützt werden, was auch nicht das Ziel der Fiskalpolitik ist, sie soll viel mehr Impulse geben, durch die einige Branchen einen Aufschwung erleben und somit andere mitziehen.
Mit Subventionen werden einzelne Bereiche durch die Erhöhung von Förderungen, oder die Erleichterung des Zugangs zu diesen gefördert. Jedoch sind diese Maßnahmen sehr umstritten, weil damit direkt in die Marktwirtschaft eingegriffen wird und was für den einen Betrieb ein Vorteil ist kann für andere einen Nachteil mit sich bringen, was dazu führen kann, dass manche Unternehmen im Vergleich zu anderen nicht mehr wettbewerbsfähig sind, weil Unternehmen die Subventionen erhalten niedrigere Preise anbieten können.

Autor(in) des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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