FKK im eigenen Garten: Ist das erlaubt?

FKK im eigenen Garten

Viele Menschen empfinden die eigene Nacktheit als ein natürliches Recht und möchten sich zumindest in den eigenen vier Wänden nackt bewegen können. Im Freien und in der Öffentlichkeit ist die Nacktheit meistens nicht üblich oder nur in bestimmten Bereichen gesellschaftlich akzeptiert. Nacktheit oder FKK im eigenen Garten kann ein Grenzbereich sein, wenn andere Menschen das Grundstück einsehen können.

Was ist FKK eigentlich genau?

Die Abkürzung „FKK“ steht für „Freie Körperkultur“ und bezeichnet einen Trend der kultivierten Nacktheit in der Gruppe oder in der Natur. Dieser entwickelte sich bereits Ende des 19. Jahrhunderts und ging vermutlich aus der skandinavischen Saunakultur hervor. Als Zentrum der FKK in Deutschland galten seit jeher der Großraum Berlin sowie die nordöstlichen Teile Deutschlands.

FKK flammte ab den späten 60ern sowie in den 70ern des vergangenen Jahrhunderts wieder auf. Viele Freibäder bieten seitdem eine abgetrennte Abteilung für das Nacktsein unter Gleichgesinnten an. Gewisse Badestrände an Nord- und Ostsee sowie im Ausland sind als FKK Zonen ausgewiesen. Daneben gibt es Campingplätze, Sportveranstaltungen und sogar Diskos, die der Nacktheit vorbehalten sind.
Andere Bezeichnungen für FKK sind Naturismus oder Nudismus.

Was allgemein unter „Nacktheit“ verstanden wird

Ganz zweifelsohne nackt ist ein Mensch immer dann, wenn er gar keine Bekleidung trägt, wie das beim klassischen FKK der Fall ist.

Daneben existieren viele weitere Feinheiten in der Beurteilung einer partiellen „Nacktheit“.
Es kommt immer darauf an, wie viel Haut jemand in einer bestimmten Situation zeigt und ob dabei Geschlechtsorgane gezeigt werden. Der nackte Oberkörper eines Mannes wird von den meisten Menschen ganz anders empfunden, als die nackten Brüste einer Frau.

Bei der Beurteilung der Nacktheit spielen das Umfeld und die Wertung des Beobachters die entscheidende Rolle. Ein Mann in einer Badehose würde in einem Einkaufscenter als „nackt“ empfunden werden. An einem Strand dagegen käme kaum jemand auf die Idee, denselben Mann als „nackt“ zu bezeichnen.

Ist Nacktheit denn verboten?

Nein, strafrechtlich untersagt ist Nacktheit in Deutschland nicht. Verboten sind lediglich die Ausübung sowie die in besonderer Weise anstößige Andeutung von sexuellen Handlungen in der Öffentlichkeit.
Ein weiterer Strafrechtsbestand kann laut § 118 des Ordnungswidrigkeitengesetzes „Belästigung“ oder „grober Unfug“ sein. Wenn sich jemand durch das Nacktsein einer anderen Person belästigt oder gestört fühlt, kann diese das als Ordnungswidrigkeit zur Anzeige bringen und strafrechtlich verfolgen.

Und wie ist dann nun mit der FKK und Nacktheit im eigenen Garten?

Grundsätzlich ist das erlaubt. Der eigene Garten ist ein privater Raum und in diesem kann ein Bewohner zunächst einmal tun und lassen, was er gerne möchte so lange dabei kein anderer zu Schaden kommt.

Das nackte Sonnen ist im Garten, auf der Terrasse und dem Balkon erlaubt. Wer nur daliegt und sich sonnt, wird sehr wahrscheinlich auch keine negative Reaktion bei Nachbarn auslösen.

Wenn sich mehrere Menschen nackt im Garten bewegen, ein Fest feiern oder Gartenarbeiten völlig nackt ausführen, kann das schon ganz anders aufgenommen werden. Ein Straftatbestand liegt damit zunächst sicher nicht vor. Wer empfindliche oder gar streitlustige Nachbarn hat, kann trotzdem Probleme bekommen, denn die Grenzen der sexuellen Belästigung sind nicht klar definiert. Im Zweifelsfall muss hier in jedem individuellen Fall der Gesetzgeber entscheiden.

Um Ärger im Vorfeld zu vermeiden, können dichte Bepflanzungen und Stellwände als Sichtschutz helfen. Wer ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn pflegt und in einem liberalem Umfeld wohnt, wird sicher weniger auf Probleme treffen.

Vorsicht ist in Mietshäusern, gemeinschaftlich genutztem Eigentum oder Wohnheimen geboten. Hier können Hausordnungen das nackte Sonnenbad auch ausdrücklich untersagen.

Eine weitere Ausnahme können Parzellen in Schrebergartenvereinen oder Gartengemeinschaften darstellen. Solche Gemeinschaften verfügen meistens über sehr strenge Regeln und diese können unter Umständen auch die FKK ausdrücklich verbieten.

FKK im eigenen Garten – das Fazit

Verboten ist FKK im eigenen Garten grundsätzlich nicht. Grenzwertig wird es immer dann, wenn andere sich aus Sitten- und Moralvorstellungen gestört fühlen können. Im Zweifelsfall helfen Hecken, Pflanzen oder Stellwände als Sichtschutz. Wer Mieter oder Eigentümer in einer Gemeinschaft ist, sollte auf bestehende Hausordnungen achten.

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