Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in BWL leicht erklärt + Beispiel

Hierbei geht es um die offenen Rechnungen. Die Forderungen gegenüber der Kunden werden geltend gemacht und man zieht die erbrachten Lieferungen und Leistungen heran. Barverkäufe sind nicht im Zusammenhang mit den Forderungen zu nennen. Vielmehr wird den Kunden eine Zahlungsfrist eingeräumt.

Es handelt sich um einen zeitlich begrenzten Raum (Frist), innerhalb dieser Zeit müssen die Außenstände beglichen werden. Es erfolgt eine Ausweisung in Brutto. Das bedeutet, dass die Umsatzsteuer eingeschlossen ist. So erfolgt die Verwaltung der Debitorenbuchhaltung und die Buchhaltung der offenen Posten. Das Mahnwesen, die Buchung der Ausgangsrechnungen und mögliche Wertberichtigungen sind ebenfalls inkludiert.

Beispiel zum Buchen von Ausgangsrechnungen

Die Lieferung einer Maschine erfolgt von einem Maschinenbauunternehmen an einen inländischen Kunden. Dabei gilt eine Zahlungsfrist von zwei Wochen und die Summe bedeutet in Brutto 119.000 Euro. Das sind als Nettobetrag 100.000 Euro plus der Umsatzsteuer von neunzehn Prozent.

So bucht das Maschinenbauunternehmen eine Forderung von gesamt 119.000 Euro, was gleichzeitig die Umsatzsteuerschuld bedeutet. Der Umsatzerlös ist dagegen nur bei einem Wert von 100.000 Euro. Der Betrag setzt sich aus den Lieferungen und den erbrachten Leistungen zusammen. Nach dem Abzug der Wertberichtigungen setzt sich die Summe zusammen.

Kreditorische Debitoren

Bestimmte Ausnahmen ermöglichen es, dass ein Forderungskonto einen negativen Saldo zeigen kann. Dabei handelt es sich um kreditorische Debitoren. Die Ausweisung der Bilanz wird danach unter sonstigen Verbindlichkeiten auf der Passivseite vermerkt. Bestimmte Saldenbestätigungen werden regelmäßig veranlasst. Dabei ist es erforderlich, dass Stichproben entnommen werden.

Somit werden vereinzelte Schuldner angeschrieben und diese sollen eine Bestätigung abgeben, ob es sich wirklich um die angegebene Summe der Forderungen handelt. Der Bilanzstichtag gilt auch in diesem Fall als bindend. Durch diese Vorgehensweise können Buchungsfehler schnell abgeklärt werden und andere Probleme werden effektiv reduziert. Defekte Waren oder eine nicht erhaltene Rechnung sind daher kein weiteres Problem.

Forderungsbewertungen und Lieferungen

Die Lieferungen und Forderungen werden zum Nennwert mit dem Brutto Rechnungsbetrag bei den Buchungen angesetzt. Danach unterliegen sie dem Niederstwertprinzip. Von diesen Moment an sind die Lieferungen und Forderungen bis zum Bilanzstichtag ein Teil des Umlaufvermögens und werden als solches betrachtet. Forderungen, welche mit dem kompletten Zahlungseingang nicht beglichen werden können, müssen gestrichen oder in ihrem Wert berichtigt werden.

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Dazu kommend gibt es bestimmte uneinbringliche Forderungen. So kann es zum Beispiel sein, dass der Schuldner insolvent ist. Da das Insolvenzverfahren durch einen Mangel an der Masse abgelehnt wurde, wird die Forderung gänzlich abgeschrieben. Dabei kann die Umsatzsteuer in diesem Fall von dem Finanzamt zurück gefordert werden.

Beispiel zu uneinbringlichen Forderungen

Der Kunde ist insolvent und die oben dargestellte Forderung fällt komplett aus. Dabei stand die Forderung bis dato mit 119.000 Euro fest. Darin ist die Umsatzsteuer von 19.000 Euro enthalten und wurde bereits an das Finanzamt gezahlt. Doch jetzt folgt eine komplette Abschreibung. Das zählt unter die sonstigen betrieblichen Forderungen von Leistungen und Lieferungen mit einer Summe von 100.000 Euro. Es folgt eine Korrektur der Umsatzsteuer von 19.000 Euro, die vom Finanzamt zurück gefordert werden.

Dubiose Forderungen

Es ist auch möglich, dass eine Einzelwertberichtigung (EWB) erfolgt. Das geschieht, wenn die Forderungen zweifelhaft sind oder nicht eingebracht werden können. Eine exakte Überwachung dieser Forderungen ist notwendig und meistens erfolgt eine genaue Trennung der verschiedenen Forderungen.

Dabei sind separate Konten in den meisten Fällen hilfreich. Auch ist es möglich, dass eine Pauschalwertberichtigung für das allgemeine Ausfallrisiko gebildet werden kann. Erst bei der Uneinbringlichkeit der abgeführten Umsatzsteuer erfolgt eine Rückforderung, sofern ein endgültiger Forderungsausfall zu befürchten ist. Bei Fremdwährungen muss eine Umrechnung der Einbuchungen zum Bilanzstichtag in die Euro Währung erfolgen.

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