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Gedicht schreiben lernen – Hilfe & Tipps

  • by Anatoli Bauer
Gedicht schreiben lernen

Wer Gedichte schreiben möchte, benötigt dazu nicht viel. Man muss eine Idee haben und wissen, was man damit erreichen will. Was aber ist ein Gedicht überhaupt? Man versteht unter einem Gedicht im weitesten Sinn, ein Gebilde der Lyrik, welche im Verstext geschrieben und in Form gebracht wird. Dazu ist es in poetischer Sprache verfasst, egal welche Art des Gedichtes gewählt wurde. Natürlich sind einige Dinge zu beachten. Dazu gehört, für wen man das Gedicht schreiben will. Ist es ein Gedicht über einen Platz, einen Urlaub oder für jemand ganz bestimmtes? Wenn es für jemand ganz bestimmtes ist, stellt sich die Frage, was möchte man erreichen und kann man erlebtes oder intimes einfließen lassen? Man benötigt in erster Linie die Fantasie, um ein Gedicht zu schreiben. Denn ohne die Fantasie, geht es einfach nicht. Welchen Zweck hat das Gedicht und in welche Richtung soll es gehen? Spaßig oder eher düster. Dann spielt auch die Erfahrung eine Rolle. Hat man schon Gedichte geschrieben, welche sind die besten und einfachsten Gedichte und wie macht man es mit dem Reimen. Wenn man Anfänger ist, sollte man ein Gedicht in Reimen schreiben. Das ist der beste Anfangspunkt für ein Gedicht, da diese Art Gedicht am einfachsten zu schreiben ist. Auch muss das Gedicht grammatisch nicht sinnvoll sein, eher ist es wichtiger, dem Leser oder gar dem Publikum das Gedicht und damit die eigene Sichtweise näher zu bringen und zu vermitteln.

Das Gedicht entsteht durch die Beschreibung

Das Gedicht entsteht meist durch Emotionen und Tiefe der Teile, die in dem Gedicht beschrieben werden. Ein Gedicht kann auch einfach nur eine Beschreibung sein, welche dem Leser das Gefühl vermittelt, eine emotionale Bindung dazu aufzubauen. So ist zum Beispiel wichtig, den Bestandteil genau zu beschreiben. Wo liegt es, was ist es und wie sieht man es? Tiefe, Temperatur, Farben und weitere übliche Merkmale sollte man mit einer aussagekräftigen Ausdrucksweise dem Leser näherbringen. Denn so zieht man den Bann des Gedichtes auf seine Seite. Dazu spielen alle kleinen Dinge, die man in dem Gedicht beschreibt, eine Rolle. So kann man genau beschreiben, wo man gerade ist, wen man beschreibt, oder was man gerade sieht. Das Erblühen eines Baumes im Frühjahr nach dem Winter, oder den Duft des Frühlings wahrnehmen. All das sind Emotionen, die man schriftlich ausdrücken kann. Das zu vermitteln, ist ein erster Schritt, ein Gedicht zu schreiben.

Die Gedichtform, Stil und Länge

Um dem Gedicht einen bestimmten Stil zu geben, damit es den gewünschten Ausdruck vermittelt, ist neben dem Inhalt auch die Form wichtig. Die wichtigste Frage ist, ob es sich Reimen soll oder ungereimt bleiben kann. Dabei ist der Paarreim die einfachste Form zu schreiben. Dort reimen sich die beiden aufeinanderfolgenden Zeilen und geben damit den äußeren Rahmen eines jeden Gedichtes vor. Der Nachteil an Paarreimen kann sein, dass genau diese Form das Gedicht steif wirken lässt und die eigene Kreativität einschränken kann. Eine weitere und dazu sehr beliebte Reimform ist der Kreuzreim. Anders als beim Paarreim, reimen sich hier die erste und die dritte Zeile und die zweite und die vierte Zeile, also jeweils über Kreuz.

Natürlich stellt diese Art zu Reimen, höhere Ansprüche an den Schreiber. Denn man muss bestimmter formulieren, aber der Kreuzreim ist abwechslungsreicher und moderner, liest sich aber auch flüssiger. Dann gibt es noch den umarmenden Reim. Bei dieser Reimform reimen sich die erste Zeile und die vierte Zeile und die zweite und dritte Zeile reimen sich. Eine weitere und interessante Form des Reimens, ist der Haufenreim. Bei dieser Art des Reimens ist es so, dass sich alle Zeilen miteinander reimen. Besonders für Anfänger gibt dies die Möglichkeit, ein wenig zu üben. Wesentlich schwieriger wird es da bei dem verschränkten Reim.

Da ist darauf zu achten, dass man drei Zeilen schreibt, die sich nicht reimen und dann wieder drei die sich mit den jeweiligen Zeilen davor reimen. Also erste Zeile und vierte Zeile, zweite Zeile und fünfte Zeile und dritte Zeile und sechste Zeile. Das Versmaß und die Betonung der einzelnen Silben bestimmt den Stil eines jeden Gedichtes. Damit das Gedicht sich flüssig lesen lasst, sollte es aus gleichpaarigen Strophen bestehen, die sich aus je vier Versen zusammensetzen. Dies trägt stiltechnisch dazu bei, dass das Gedicht flüssig zu lesen ist und die Verse harmonisch beim Hörer oder Leser ankommen und wahrgenommen werden. Es gibt aber auch alternative Möglichkeiten, ein Gedicht zu verfassen. Aneinandergereihte Wörter oder nur ein Vers, können auch ein Gedicht sein. Der Fantasie sind wirklich keinerlei Grenzen gesetzt.

Wichtig ist es, einen bestimmten Stil zu kopieren oder nachzuahmen. Man erschafft sein eigenes Werk, also soll es auch mit eigenen Worten und Gedanken und mit der eigenen Stimme erzählt werden. Es hilft, seine Gedanken erst einfach so aufzuschreiben und sie dann in Zeilen bringen. Diese können beliebig oft bearbeitet werden und stellen nach Beendigung das eigene Gedicht dar. Die Struktur des Gedichtes, zeigt sich in den meisten Fällen über den Inhalt. Ein Liebesgedicht zum Beispiel, gliedert sich am besten in einen Reim- und Strophenschema. Kritische Gedichte mit den eigenen Empfindungen hingegen, sollten sich lieber in abwechslungsreicher oder unregelmäßiger Form spiegeln. Am besten ist es, die eigenen Werke laut zu lesen. Immer und immer wieder. Das dient dazu, ob der Text harmonisch und stimmig beim Hörer ankommt und auch passt.

Zum Schluss ein paar Tipps zum Gedicht

Wichtig ist natürlich, dass man selber viel liest. Denn so erweitert man sein eigenes Vokabular und Wissen und ist in der Lage, eine bildhafte Sprache zu benutzen, die auch der Leser versteht. Auch das Verwahren seiner eigenen Gedichte ist ein hilfreiches Mittel. Es führt dazu, stolz auf seine ersten eigenen Werke zu sein und schafft eine gewisse Inspiration, immer wieder neues zu schreiben. Sehr wichtig ist auch, zu wissen was andere über die Gedichte denken. Dazu kann man sie dem Publikum, auch wenn es nur aus einer Person oder der Familie besteht, vorlesen und anschließend sich anhören, wie es auf die Hörer wirkt.

Denn auch Kritik hilft, das nächste Gedicht besser werden zu lassen. Das Verständnis, Gedichte also Poesie, als Kommunikation anzuwenden, statt normale Ausdrücke, kann man mit Filmen trainieren. Melodie, Ausdrucksstärke und Explosivität der gesprochenen Sprache, werden damit sehr stark gefördert. Und das ist nicht unerheblich, wenn man gute Gedichte schreiben möchte. Auch das Lesen von Gedichten namhafter Dichter ist sehr wichtig. Den Stil dieser Dichter zu studieren, nicht um sie zu kopieren, sondern als Ideengeber, sind nicht zu unterschätzen. Denn auch das hilft, seinen eigenen Stil weiter zu entwickeln. Auch Sammlungen von Wörtern und Wörterbücher, sind sehr hilfreich, Sie helfen, sich mit der Gabe des Wortes vertraut zu machen. Auch Rätsel helfen. Diese zu lesen, helfen einen eigenen Rhythmus zu finden und gute Gedichte zu schreiben.

Letztendlich müssen die Gedichte aber nur sich selbst gefallen. Denn dafür werden diese geschrieben. Klar, man möchte schon Anklang damit finden, aber man muss nicht um alles in der Welt der Megadichter werden. Je mehr man schreibt und versucht, je mehr man sich auf das Wort und seine Fantasie konzentriert, umso besser werden die Gedichte.

Auch Rückschläge gehören dazu

Wichtig ist es, sich auch nicht von Rückschlägen nieder machen zu lassen. Wenn mal was nicht klappt, oder die Kritik sehr hart ist, einfach weiter machen. Sich der Kritik stellen und im nächsten Gedicht diese einfach zu seinen Gunsten umsetzen und ein wesentlich besseres Gedicht schreiben. Es gibt nichts schlimmeres, als wenn man sich von Kritik dazu verleiten lässt, seinen Wunsch nach dem Gedicht schreiben nicht mehr nach geht. Selbst die besten Künstler haben sich dieser Kritik stellen müssen und haben daraus gelernt.

Fazit

Wer Gedichte schreiben möchte, kann dies gerne machen. Dabei spielt in erster Linie die Wahl des Objektes eine Rolle, um dass sich das Gedicht drehen soll. Als Anfänger ist es am sinnvollsten, mit einfachen Reimarten wie Paarreim oder Kreuzreim zu beginnen. Damit wird gewährleistet, dass man sich nicht direkt in die schwersten Bereiche begibt und verzweifelt. Auch ist es möglich, Gedichte zu kreieren, die sich nicht reimen. Man sollte seinen Gefühlen und eindrücken freien Lauf lassen und sich diese notieren.

Daraus kann man dann sein erstes eigenes Werk zusammensetzen. Auch sollte man es sich immer wieder laut vorlesen, um sicherzustellen, dass sich das Gedicht flüssig liest und harmonisch ist. Das Wichtigste ist aber, dass man das Gedicht in erster Linie für sich schreibt, um seine Gefühle und Eindrücke in Worte zu fassen. Kritik ist auch sehr wichtig, um weitere Gedichte zu kreieren. Auf jeden fall ist es schön, wenn man sich mit den Gedichten und der Reimform befasst. Denn nur durch Übung wird man besser und hat irgendwann das perfekte Gedicht.

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