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Gedichtanalyse/Gedichtinterpretation Einleitung schreiben – Anleitung & Tipps

Gedichtinterpretation Einleitung schreiben

Mit der Gedichtanalyse oder -interpretationen wird man in der Regel während der Schulzeit konfrontiert. Gerade die ersten Versuche stellen einen vor besonderen Herausforderungen. Die Einleitung einer Gedichtanalyse ist dabei nur ein kleiner Teil dessen, was noch alles zu einer guten gelungenen Gedichtinterpretation gehört. Doch auf diese wollen wir uns im Folgenden konzentrieren. Denn ist der Anfang erst einmal geschafft, schreibt sich der Rest der Analyse meistens von ganz alleine.

Was also gehört alles in die Einleitung einer Gedichtanalyse? Welche Informationen sollen dem Leser gegeben werden? Wie umfangreich und detailliert kann hier schon auf den Inhalt des Gedichtes eingegangen werden? All diese Fragen sollen in den nächsten Abschnitten thematisiert werden.

Der Aufbau einer Gedichtinterpretation

Im Aufbau verfolgt eine Gedichtanalyse ein sehr striktes Schema, das in der Regel immer gleichbleibend ist. Wer sich an diesem Muster orientiert, wird auch beim Schreiben der Einleitung einen guten roten Faden haben, an dem er sich orientieren kann.

Die Einleitung stellt einen von drei Gliederungspunkten der Gedichtanalyse dar. Die zwei folgenden sind 1) der Hauptteil, mit den thematischen Unterpunkten Inhalt, Aufbau, Sprache und Interpretation sowie 2) das Fazit, in dem Intention, offene Frage und persönliche Meinung zum Ausdruck gebracht werden sollen. Nun aber explizit zur Einleitung.

Aufbau und Inhalt der Einleitung

In der Regel ist die Einleitung der kleinste, aber auch häufig schwierigste Teil der ganzen Gedichtanalyse. Während es zum einen darum geht bestimmte Fakten wie Titel des Gedichts, Autor, Erscheinungsjahr, Gedichtart und zeitliche epochale Einordnung in ein oder zwei Sätzen „abzuarbeiten“, so geht es zum anderen darum die Themenstellung, eine knappe inhaltliche Zusammenfassung wie die Intention des Gedichts ebenfalls in einigen kurzen knappen Sätzen auf den Punkt zu bringen.

Ein gut funktionierender und sich bewährter Anfang ist immer in einem Satz die ersten Fakten mit einer kurzen inhaltlichen Aussage des Gedichts zu verknüpfen. Zum Beispiel so:

Das Gedicht (oder hier explizit bereits die Gedichtart Sonett, Elegie, Epigramm, Hymne etc. nennen) „Titel des Gedichts“ von „Autor des Gedichts“ wurde „Erscheinungsjahr“ veröffentlich und thematisiert „Inhalt des Gedichts“. Mit diesem ersten Satz sind bereits alle wesentlichen Fakten abgedeckt und es wurde gleichzeitig eine Verknüpfung zum Inhalt gegeben. Für die inhaltliche Zusammenfassung ist es sehr wichtig, dass die Kernaussage, die man für sich selbst aus dem jeweiligen Gedicht zieht in wenigen Schlagworten, die am besten deckungsgleich mit den vorrangigen Thematiken der jeweiligen Epoche sind, beschrieben wird. Soll man z.B. ein Sonett aus dem Barock thematisieren, so wären passende Schlagworte Vergänglichkeit, Nutze den Tag und das Motiv des Sterbens und des Todes. Für ein Gedicht aus der Epoche der Romantik hingegen wären Schlagworte wie Sehnsucht, Liebe, Fernweh aber auch Gesellschaftskritik und Weltflucht passend.

Nach diesem ersten Einleitungssatz folgt in der Regel ein kleiner aber feiner, wie detaillierter Absatz von bis zu fünf Sätzen über die epochale Einordnung des Gedichts, die am besten mit der Intention des Autors verbunden wird. Wer hier etwas länger ausholen möchte, kann noch kurz ein zwei prägnante Sätze zum Autor und seinem Leben selbst schreiben; sofern denn eine Rückkoppelung und Anbindung an das Gedicht selbst gegeben ist. Sonst sind die Informationen wert- und nutzlos. Bei einem Gedicht von Goethe ließe sich z.B. darauf verweisen, wie häufig der Autor reiste und wie sehr er mit seinem Herkunftsland haderte; ständig getrieben von der Liebe und Sehnsucht nach Deutschland und dem Fernweh und der Ausweglosigkeit, war er selbst in Deutschland.

Es ist gar nicht so einfach den Inhalt eines ganzen Gedichts in einem kurzen bündigen Satz auf den Punkt zu bringen, ohne sich bereits in der Interpretation und Analyse zu verlieren. Ein hilfreicher Tipp ist es daher den ersten persönlichen eigenen Eindruck, wie das Gedicht beim Lesen selbst auf einen gewirkt hat zu versuchen in Worte zu fassen. Wer seinem persönlichen Eindruck dabei folgt, der ist in der Regel auf der sicheren Seite. Denn eins darf bei einer guten Gedichtanalyse und Interpretation nicht vergessen werden. Zwar verfolgt der Autor immer eine gewisse Intention mit seinen Worten, doch was die Worte bei dem Leser und einem selbst auslösen, darauf hat auch der Autor keinen Einfluss mehr.

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