Gedichtinterpretation in Deutsch schreiben: Aufbau und Gliederung

Hier findet ihr lehrreiche Informationen über Gedichte und ihre Analysen. Geht die Beschreibung Schritt für Schritt durch und bei eurer Interpretation kann nichts mehr schief gehen.


Arten der Gedichte

Zunächst einmal sollte die Frage geklärt werden, welche Gedichtarten es überhaupt gibt:

Ballade

Balladen vereinen die drei literarischen Gattungen: Epik, Lyrik und Drama. Balladen sind Tanzlieder, in denen eine Geschichte erzählt wird. Diese Erzählung umfasst das dramatische Element. Die erzählten Geschichten sind meist als Dialog aufgebaut. Dieser Aufbau spiegelt das epische Element wieder. In einer Ballade ist das lyrische Element durch die sich reimenden Sätze gegeben.

Elfchen

Elfchen beinhalten genau elf Wörter, wobei die Wortzahl pro Zeile genau vorgegeben ist.

  • Zeile 1 – 1 Wort
  • Zeile 2 – 2 Wörter
  • Zeile 3 – 3 Wörter
  • Zeile 4 – 4 Wörter
  • Zeile 5 – 1 Wort

Ein Elfchen besteht also aus genau fünf Zeilen, wobei sich die Wörter nicht unbedingt reimen müssen.

Haiku

Das Haiku hat seinen Ursprung in Japan und basiert nicht wie das Elfchen auf der Anzahl der Wörter, sondern richtet sich nach der Anzahl der Silben.

  • Zeile 1 – 7 Silben
  • Zeile 2 – 5 Silben
  • Zeile 3 – 7 Silben

Es ist also ein Drei-Zeiler, wobei die Problematik hier darin besteht, die japanischen Gedichte ins Deutsche zu übersetzen. Hierbei passen oftmals die Anzahl der Silben nicht mehr zur Definition des Haikus.

Limerick

Der Limerick ist ein Fünf-Zeiler. Wichtig ist hier das Reimschema aabba.

Ode

Eine Ode ist ein lobpreisendes Gedicht, welches kein festes Reimschema besitzt.

Sonett

Das Sonett besteht aus zwei Strophen mit je vier Versen (Quartett) und zwei Strophen mit je drei Versen (Terzett). Ein Sonett hat also genau 14 Verse. Zwischen den Quartetten und Terzetten wird eine inhaltliche Spannung aufgebaut, wobei das erste Quartett oft als Behauptung aufgebaut ist und das zweite Quartett als eine Antithese fungiert. Die Terzette gelten als eine Synthese, also eine Zusammenfassung.

 

Nun nachdem geklärt ist, welche Arten von Gedichten es gibt, folgt die Gedichtanalyse.

Die Gedichtinterpretation besteht aus drei Teilen:

Die Einleitung der Gedichtinterpretation

Die Einleitung umfasst

  • den Namen des Dichters,
  • das Erscheinungsjahr,
  • die Gedichtart,
  • die zeitliche Einordnung sowie
  • einen kurzen Einleitungssatz.

Wichtig ist, dass die Einleitung nie mehr als zwei bis drei Sätze beinhalten sollte.

 Der Hauptteil der Gedichtinterpretation: Analyse und Interpretation

Für den Aufbau und Ausdruck eines Gedichtes analysiert man:

  1. Die Anzahl der Strophen und Verse. 
    Eine Strophe ist ein kleines Paket des Gedichts, welches aus mehreren Versen besteht. Eine Zeile ist ein Vers.
  2. Die Besonderheit der Gedichtform:
    Handelt es sich um eine Ballade,
    ein Haiku,
    ein Elfchen,
    ein Sonett,
    einen Limerick oder
    eine Ode?
  3. Das Metrum
    Das Metrum des Gedichts beschreibt die Reihenfolge der betonten Silben.
    Jambus                 unbetont              betont
    Daktylus                betont                 unbetont             unbetont
    Trochäus               betont                 unbetont
    Anapäst                unbetont              unbetont             betont
  4. Das Reimschema
    Das Reimschema beschreibt in welcher Reimfolge sich das letzte Wort jeder Zeile reimen.
    Kreuzreim                          abab
    Umarmender Reim             abba
    Paarreim                            aabb
  5. Die Kadenz
    Die Kadenz beschreibt die Betonung der letzten Silbe. Ist diese unbetont, liegt eine weibliche Kadenz vor. Ist diese jedoch betont, liegt eine männliche Kadenz vor.
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In der Interpretation fasst man die Strophen zusammen und interpretiert jede Strophe einzeln.

Weiterhin analysiert man die Sprache des Gedichts:

  • Welche Wortfelder werden verwendet?
  • Wie wirken die Adjektive, sind sie eher düster oder hell?
  • Werden Stilmittel verwendet?
  • Gibt es ein lyrisches Ich?

In einem anderen Artikel haben wir eine große Sammlung aller sprachlichen Mittel!

Schlussteil der Gedichtanalyse

Der dritte und letzte Teil umfasst den Schlussteil. Hier wird nochmal das wichtigste zusammengefasst und versucht die Intention des Autors zu erfassen. Was will der Autor damit sagen und an wen richtet sich seine Intention? Weiterhin erfasst man im Schlussteil die eigene Meinung über das analysierte Gedicht.

Weitere Beispiele

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Autor(in) des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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