Gefangenendilemma in VWL – Definition & Erklärung

Der Begriff Gefangenendilemma stammt aus der Spieltheorie. Das Gefangenendilemma kann dabei in der Wirtschaft oder in einem Unternehmen entstehen.

Beispiel für das Gefangenendilemma

Stellen Sie sich einmal vor es gäbe in einem Prozess zwei Hauptverdächtige. Diese werden von der Polizei einzeln verhört und keiner der beiden Personen weiß somit genau, was die andere Person sagt.

Nun gibt es drei mögliche Szenarien:

  1. Möglichkeit: Keiner der Verdächtigen gesteht die Tat. Dies kann dazu führen, dass Sie aufgrund fehlender Beweise komplett frei kommen oder eventuell aufgrund kleinerer beweisbarer Vergehen bestraft werden.
  2. Möglichkeit: Beide Verdächtige gestehen die Tat. Die führt dazu, dass beide entsprechend bestraft werden.
  3. Möglichkeit: Nur einer der Verdächtigen gesteht, der andere nicht. Nun wird derjenige, der gestanden hat wahrscheinlich milder bestraft. Wird die Tat des anderen bewiesen, erhält dieser die volle Strafe.

Um diese Möglichkeiten übersichtlich darzustellen, bedient man sich der Auszahlungsmatrix. Dafür müssen die Haftstrafen genau bekannt sein, also wie viele Jahre es in welchem Fall sind.

Person 2 gesteht Person 2 gesteht nicht

Person 1 gesteht 3, 3 1, 6

Person 1 gesteht nicht 6, 1 1, 1

  • 3,3 = beide erhalten eine dreijährige Strafe.
  • 1,6 oder 6,1 = einer erhält die volle Strafe mit sechs Jahren, der andere wird nur mit eine Jahr bestraft.
  • 1,1 = beide werden nur aufgrund kleinerer Vergehen bestraft und erhalten ein Jahr Strafe.

Die dominante Strategie

Die dominante Strategie ist in diesem Fall das Szenario in dem beide der Verdächtigen die Tat gestehen. Rein äußerlich betrachtet zeigt sich jedoch, dass das für die Verdächtigen bestes Szenario dann ist, wenn keiner von ihnen gesteht. Um ein für beide vorteilhaftes Ergebnis zu erzielen, fehlt es hier an einer Zusatzinformation, beispielsweise eine vorherige Absprache.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here