Geschäfts- oder Firmenwert in ReWe leicht erklärt + Beispiel

Definition Geschäfts- / Firmenwert

Ein Geschäfts- oder Firmenwert (GoF) ist die Differenz zwischen dem Betrag, den der Unternehmer bereit ist zu zahlen und der Summe aller Vermögensgegenstände abzüglich aller Schulden. Dies ist in § 246 Abs. 1 Satz 4 HGB definiert.

Weiterhin ist der Geschäfts- oder Firmenwert ein immaterieller Vermögenswert, denn nicht nur greifbares, materielles Vermögen wie Einkommen, Maschinen oder Vorräte zählen für den Wert eines Unternehmens.

Der Geschäfts- oder Firmenwert, in der Bilanz als GoFW abgekürzt, spiegelt zum Beispiel die Größe und Solidarität des Kundenstamms, die Wiedererkennbarkeit der hauseigenen Marke, den eigenen Ruf, eine gute Werbekampagne, die Integration von neuen Partnern und ähnliche Faktoren wieder.

Wenn diese Einflüsse positiv für ein Unternehmen sind und den Firmenwert steigern, also Kapital für das Unternehmen bringen, bezeichnet man das als Goodwill.

Seit dem 01.01.2010 muss gemäß § 246 Abs. 1 HGB der entgeltlich erworbene (derivative) Geschäfts- oder Firmenwert handelsrechtlich als Vermögensgegenstand ausgewiesen werden (Aktivierungspflicht).

Der derivative Geschäfts- oder Firmenwert gilt als abnutzbarer Vermögensgegenstand, der über 5 Jahre handelsrechtlich abgeschrieben wird. Ein selbstgeschaffener (originärer) Geschäfts- oder Firmenwert hingegen darf weder in der Handelsbilanz noch in der Steuerbilanz ausgewiesen werden. Somit gilt ein Aktivierungsverbot.

Die Berechnung des Firmenwerts wird am folgenden Beispiel aufgezeigt:
Ein Unternehmen kauft zum 01.01.01 einen Konkurrenten zur Ausweitung ihrer Produktpalette.

Der Buchwert des Anlagevermögens de Konkurrenten beträgt 100.000 EUR, der Buchwert des Umlaufvermögens 50.000 EUR. Im Anlagevermögen sind stille Reserven in Höhe von 40.000 EUR enthalten, im Umlaufvermögen in Höhe von 10.000 EUR. Die Schulden des Unternehmens haben einen Zeitwert in Höhe von 50.000 EUR.

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Nach langen Verhandlungen einigen sich die beiden Unternehmen auf einen Kaufpreis in Höhe von 250.000 EUR.

Berechnungs-„Formeln“:

Zeitwert = Buchwert + stille Reserven
Derivativer GoF = Kaufpreis ./. Zeitwert des Eigenkapitals
Derivativer GoF = Kaufpreis ./. (Zeitwert des Vermögens ./. Zeitwert der Schulden)
GoF = 250.000 EUR ./. (100.000 EUR + 50.000 EUR + 40.000 EUR + 10.000 EUR ./. 50.000 EUR)
GoF = 50.000 EUR
Das Unternehmen muss demnach einen derivativen Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 50.000 EUR aktivieren.

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