Geschäftsjahr in VWL leicht erklärt + Beispiel

Das Geschäftsjahr bezeichnet die Zeit, für die ein bestimmter Jahresabschluss erstellt wird. Es ist etwas anderes als das Kalenderjahr. In vielen Fällen weichen die beiden tatsächlich voneinander ab. Dabei darf ein Geschäftsjahr allerdings nicht länger als ein Kalenderjahr sein.

Die Bezeichnung Geschäftsjahr ist dem HGB, dem Handelsgesetzbuch, entnommen. Dort wird ein Zeitraum definiert, in dem das unternehmerische Handeln stattfindet und der in einem Jahresabschluss genauer betrachtet wird. Die Dauer eines Geschäftsjahres sind maximal 12 Monate. Kürzere Geschäftsjahre sind möglich, diese werden dann Rumpfgeschäftsjahre genannt.

Das Geschäftsjahr – die Pflicht zum Jahresabschluss

In der BRD ist es für jedes Unternehmen Pflicht, eine Bilanzierung und den entsprechenden Jahresabschluss zu erstellen. Ausnahmen sind nur für wenige Unternehmen vorgesehen, so zum Beispiel für Selbstständige, die unterhalb eines festgelegten Jahresumsatzes im Geschäftsjahr agieren.

Das Geschäftsjahr dient als Berechnungsgrundlage für:

  • Umsätze
  • Gewinne
  • sonstige Kennzahlen der Bilanzierung

Die Dauer eines Geschäftsjahres beträgt in der Regel 365 Tage, ein Unterschreiten bezeichnet man als Rumpfgeschäftsjahr. Ein Überschreiten ist nicht erlaubt.

Beginn und Ende des Geschäftsjahres

Das Geschäftsjahr beginnt im Normalfall in dem Moment, in dem die Eröffnungsbilanz aufgestellt wird. Der Beginn muss nicht mit dem Beginn des Kalenderjahres übereinstimmen. Ein Geschäftsjahr kann beispielsweise auch am 01.08. beginnen. Aus Gründen der Bilanzkontinuität muss ein einmal festgelegtes Datum jedoch immer als Beginn des Geschäftsjahres gelten.

Aus Gründen der Übersichtlichkeit legen die meisten Unternehmen den Start des Geschäftsjahres auch an den Anfang des Kalenderjahres, also den 01.01. Es gibt jedoch auch Gründe für Abweichungen:

  • Bilanzierung saisonaler Auswirkungen, Bsp.: Fußballvereine beginnen in der Regel am 01.07. mit dem Geschäftsjahr, weil dann die Saison beginnt und erst dann Kapital fließt
  • Internationale Muttergesellschaften deutscher Unternehmen, die ihr Geschäftsjahr abweichend beginnen
  • Anpassung an die Mitbewerber in der Branche
  • Vermeidung von Stoßzeiten bei Finanzdienstleistern, Steuerberatern und Behörden
  • Ausnutzung der zeitlich begrenzten Einstellung der Produktion für Inventuren u. ä.
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Zusammenfassung

Das Geschäftsjahr ist die zeitliche Grundlage, um eine Bilanz aufstellen zu können. Es kann durchaus kürzer sein, als ein Kalenderjahr. Es darf allerdings niemals länger sein. Beginn und Ende eines Geschäftsjahres muss nicht mit den Daten des Kalenderjahres übereinstimmen.

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