Gesellschafter in VWL leicht erklärt + Beispiel

Ein Unternehmen besteht in der Regel aus Gesellschaftern. Dies sind juristische oder natürliche Personen, die Teilhaber auf finanzieller Ebene darstellen. Ein Gesellschafter hat den jeweils durch ihn finanzierten Anteil des Unternehmens inne. Ihm stehen dadurch diverse Rechte und Pflichten zu, die sich je nach Art des Unternehmensrechtsform unterscheiden. Rechte und Pflichten sind im Gesellschaftsvertrag festgehalten.

Merkmale Gesellschafter

Risikoübernahme

Um sich an einem Unternehmen zu beteiligen, legen Gesellschafter entsprechendes Kapital im Unternehmen an. Sie übernehmen somit auch einen Teil des unternehmerischen Risikos. Diese Risikoübernahme wird deutlich durch den Anteil an Gewinn und an Verlust des Unternehmens. In welchem Ausmaß die Übernahme des Risikos erfolgt ist von zwei Faktoren abhängig:

  • Rechtsform der Gesellschaft
  • Rechtsstellung des Gesellschafters

Ist Der Gesellschafter an einer Kapitalgesellschaft beteiligt, trägt er das Risiko lediglich in Höhe seiner getätigten Kapitaleinlage. Gegenüber einem Gläubiger wird nur mit dem Vermögen der Gesellschaft gehaftet.

Ist der Gesellschafter an einer Personengesellschaft beteiligt, muss er im Ernstfall auch mit seinem privaten Vermögen haften. Es gibt eine Ausnahme:

  • Kommanditist in KG
  • Verfügt über eingetragene Haftungssumme
  • Haftet nur mit Haftungssumme

Verpflichtungen und Rechte

Die Regelung von Rechten und Pflichten der einzelnen Gesellschafter regeln die entsprechenden Gesetze, zum Beispiel HGB, BGB, AktG, GmbHG und der Gesellschaftsvertrag. Diese Normen regeln vor allem:

  • Vermögensrecht
  • Gewinnanspruch
  • Mitwirkungsrecht
  • Stimmrecht
  • Auskunftsrecht
  • Informationsrecht
  • Kontrollrecht

Stiller Gesellschafter

Die stille Gesellschaft ist ein Sonderfall, der ein pures Innenverhältnis beschreibt. Der stille Gesellschafter tätigt zwar eine Vermögenseinlage, ist jedoch nicht am Vermögen des Unternehmens beteiligt und hat in der Regel auch keine Rechte als Mitunternehmer. Er ist nur betroffen von Gewinn und Verlust der Gesellschaft.

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Zusammenfassung

Ein Gesellschafter ist an einer Kapitalgesellschaft, Personengesellschaft oder sonstiger Mitunternehmerschaft durch Einlage eines Kapitals beteiligt. Er übernimmt ein entsprechende Unternehmensrisiko für Gewinne, Verluste und ggf. für die Haftung des Unternehmens gegenüber einem Gläubiger. Seine Rechte und Pflichten regeln Gesetze und Gesellschaftsvertrag. Der stille Gesellschafter ist eine Sonderform und beschreibt ein pures Innenverhältnis ohne Mitunternehmerrechte.

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