Gewerbesteuerzerlegung im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

Was versteht man unter dem Begriff Gewerbesteuerzerlegung?

Das Gewerbesteuergesetz schreibt vor, dass ein Unternehmen an die jeweilige Gemeinde in der es ansässig ist, Gewerbesteuer zahlen muss. Da viele Unternehmen aber über mehrere Betriebsstätten verfügen und die Gemeinden zudem unterschiedliche Hebesätze haben, kommt die Gewerbesteuerzerlegung zur Berechnung der Abgaben zum Tragen. Laut § 28 der GewStG muss der Steuermessbetrag in diesem Fall anteilig zerteilt werden. Die Zerlegung erfolgt in den meisten Fällen nach dem Verhältnis der Summe der Löhne, welche in den Betriebsstätten ausgezahlt wurden. Eine andere Regelung trifft auf Windenergiebetriebe zu.

Besser veranschaulichen lässt sich dies aber durch ein Beispiel:

Ein Unternehmen hat eine Betriebsstätte in München (GewSt-Hebesatz 490 %) und eine zweite Betriebsstätte in Landshut (GewSt-Hebesatz 420 %). Der Gewerbesteuermessbetrag für das 1. Geschäftsjahr des Unternehmens liegt dabei bei 100.000 € und die Arbeitslöhne, welche laut § 29 Abs. 3 GewSt auf volle 1.000 € abzurunden sind betrugen in München 600.000 € und in Landshut 400.000 €. Somit machen die Löhne der Betriebsstätte in München 60 % der gesamten ausbezahlten Löhne des Unternehmens aus. Die Brechung erfolgt für die Betriebsstätten dann wie folgt:

  • Gewerbesteueranteil Betriebsstätte München: 100.000 € x 60 % x 490 % = 294.000 €
  • Gewerbesteueranteil Betriebsstätte Landshut: 100.000 € x 40 % x 420 % = 168.000 €

Daraus ergibt sich eine Gesamtsumme von 462.000 €, welche das Unternehmen an Gewerbesteuer an die Gemeinden abtreten muss.

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