Gewerkschaft in VWL leicht erklärt + Beispiel

Schließen sich Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zu einer Vereinigung zusammen, bilden sie eine Gewerkschaft, in der die gemeinsamen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen vertreten werden.

Gewerkschaften verhandeln mit Arbeitgeberverbänden und sorgen so für gerechten Dualismus. In der BRD haben Gewerkschaften eine lange Tradition und sind deswegen verhältnismäßig stark. Auch das Grundgesetz bekräftigt diese Stellung in Art. 9 III GG und untersagt, dass Abreden gegenüber den Gewerkschaften getroffen werden dürfen.

Aufgaben der Gewerkschaften

  • Verhandeln über Rahmenbedingungen
  • Inhalt von Arbeitsverträgen
  • Festlegung von Lohn- und Gehaltsgruppen
  • Regelungen zur Arbeitszeit
  • Regelungen zu Urlaubsansprüchen

Um spezielle Merkmale bestimmter Berufssektoren entsprechend vertreten zu können, sind Gewerkschaften meist nach Branchen vereinigt.

Die Gewerkschaften und die Marktwirtschaft

Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind fest vereinbarte Regelungen zu Arbeitsverhältnissen von Vorteil. Beide Seiten profitieren von:

  • Einheit in den Tarifverträgen
  • Geregelte Arbeitszeiten
  • Mindesthöhe der Löhne
  • Mindestmaß an Urlaub
  • Regelungen zu Voll- und Teilzeitarbeit

Durch diese Festlegungen werden die Arbeitnehmer vor Dumpinglöhnen und Ausbeutung bewahrt.

Auch für die Arbeitgeber sind Gewerkschaften inzwischen wichtig geworden. Durch die regelmäßigen Regelungen zu Mindeststandards wird vermieden, dass unseriöse Betriebe sich Wettbewerbsvorteile verschaffen. Für ein Gleichgewicht auf dem Markt und für alle geltenden Regeln, unterstützt die Arbeit der Gewerkschaften aktiv das Bestehen der sozialen Marktwirtschaft.

Weil Gewerkschaften und die von ihnen erreichten Mindeststandards inzwischen so selbstverständlich sind, sinken bzw. stagnieren aktuell die Mitgliederzahlen in allen Branchen. Mitglieder sind gefühlsmäßig nicht mehr so stark gebunden wie noch vor einigen Jahren.

Schwierige Zeiten für Gewerkschaften

Noch vor einigen Jahren folgten die Verhandlungen zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften einem immer gleichen Muster:

  • Arbeitgeberverbände geben an, dass die Löhne zu hoch sind
  • Gewerkschaften fordern Teilhabe am Wohlstand, da erst Arbeitnehmer diesen ermöglichen

In den vergangenen Jahren bauten sich allerdings immer mehr Konflikte zwischen den Parteien und innerhalb der Gewerkschaften auf:

  • Einzelne Berufsgruppen in großen Unternehmen fordern Sonderbehandlung trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten
  • Bsp.: Lufthansa, Deutsche Bahn
  • Es kommt immer wieder zu Streiks, die Infrastruktur der Bahn und Flughäfen still legen
  • Dies führt zu Diskussionen bzgl. Menge der geltenden Tarifverträge für einzelne Unternehmen
  • Konfrontationen zwischen den Beteiligten liefen über Monate in bisher nicht da gewesener Form

Zusammenfassung

Gewerkschaften werden gebildet durch die freiwillige Vereinigung mehrerer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zu einem Kollektiv, dass über Tarifverträge mit Arbeitgeberverbänden verhandelt. Diese Kollektivtarifverträge gelten für sodann für alle Gewerkschaftsmitglieder. Die Bildung und Tätigkeiten von Gewerkschaften sind per Gesetz garantiert und bilden den Grundstein für die Tarifautonomie, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen betrifft.

In den, von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden ausgehandelten, Tarifverträgen sind Mindestbedingungen festgelegt, die das Arbeitsverhältnis prägen und bestimmen. Diese Standards bieten den beteiligten Parteien zusätzlichen Schutz neben den gesetzlichen Normen. Arbeitnehmer werden vor Billiglöhnen, Arbeitgeber vor unseriösen Mitbewerbern geschützt.

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