Gewicht von Heuballen berechnen – Anleitung & Formel

Gewicht von Heuballen berechnen

Unter den Begriff Heu fällt eine ganze Menge. Es geht dabei stets um getrocknete, oberirdische Biomasse als Produkt von Grünlandpflanzen. Das können Gräser oder Kräuter und sogar Hülsenfrüchtler sein. Genutzt wird Heu vielfach als Futter für Nutz- und Haustiere.

Man beachte hierbei den Unterschied zum Stroh, das getrocknete oberirdische Biomasse darstellt, wobei es hierbei um Druschpflanzen, also zum Beispiel um Getreide, Leguminosen und Ölpflanzen geht, die nach dem Dreschen, das ist die Entnahme der Samen, Ähren, Schoten oder der Ölsaat, übrig bleiben.

Das übliche Prozedere in der Landwirtschaft

Bei der Bodentrocknung bleibt der abgemähte Aufwuchs mehrere Tage auf der landwirtschaftlichen Fläche liegen, um an der Luft zu trocknen. Nach der “Mahd” wird das Mähgut gezettet, das heißt, es wird auseinandergestreut und nachts zur Verminderung des Durchfeuchtungsgrades zu den “Nachtschwaden” zusammengerecht.

Tagsüber werden sie dann sogar mehrmals gewendet. Für die schließliche Abfuhr werden sie wieder zu Schwaden zusammen gerecht. Heute erfolgt das Zetten, Wenden und Schwaden selbstverständlich mittels Heuwender und Schwader maschinell. Damit das mit der Bodentrocknung auch wirklich gut klappt, werden drei oder vier Tage günstiger, trockener Witterung abgewartet.

Um das Heu schließlich abzufahren, wird es in der modernen Landwirtschaft mit einer Ballenpresse zu quaderförmigen Ballen gepresst. Deren Gewicht kann zwischen 10 und 30 Kilogramm betragen und ihre Maße liegen um 35 × 25 × 100 Zentimeter. Eine andere Variante sind die Rundballen, die sogar mehrere Hundert Kilogramm wiegen können.

Die Rundballen sind 1,2 Meter breit und weisen Durchmesser von 1,2 bis zu 1,8 Meter auf. Daraus ergeben sich Gewichte zwischen 100 und 130 Kilogramm. Entscheidend ist dabei der Feuchtegehalt, bei besonders schwerem Heu spricht man von Grassilage. Die eigentliche Trockenmasse beträgt aber höchstens 20 Prozent davon. Bei trockener Lagerung kann das Heu länger als ein Jahr als Futtermittel verwendet werden.

Ein paar Worte zu den verschiedenen Bezeichnungen

Heu ist der erste Schnitt der Heuwiese. Doch Heuwiesen werden pro Jahr bis zu sechs Mal geschnitten. Die folgenden Grasschnitte werden als Grummet bezeichnet. Hier ist dann auch die Rede von „Grünmat“, das sich von „grün Mahd“ ableitet. In Süddeutschland heißt das „Öhmd“ und in der Schweiz „Ohmed“.

Ein Großballen Stroh kostet zurzeit in Deutschland durchschnittlich gut 81 Euro pro Tonne.

Abschätzung des Gewichts und Rechenbeispiel

Die Rundballen haben in erster Näherung die räumliche Form eines Zylinders. Gehen wir einmal von einem Durchmesser von 1,8 Metern aus. Die Kreisfläche F bestimmt sich aus dem Quadrat des halben Durchmessers multipliziert mit der Kreiszahl pi.

F = pi x (D/2)*(D/2)
F = 3,14 * 0,9m*0,9m = 2,5434 Quadratmeter

Um zum Volumen V zu kommen, wird die Kreisfläche noch mit der Breite b des Rundballens multipliziert, beim Zylinder wäre es die Höhe h.

V = F * b
V = 2,5434 * 1,2 = 3,052 Kubikmeter

Wäre dieser Zylinder mit Wasser gefüllt, würde er über drei Tonnen wiegen, weil Wasser die Dichte 1 besitzt. Doch die Dichte von Stroh ist deutlich geringer als jene von Wasser. Je nach Feuchtegrad beträgt sie nur um die 0,04 Gramm Pro Kubikzentimeter. Das liegt daran, dass das Material nicht besonders dicht gepackt ist und sehr viel Luft in den vielen kleinen Zwischenräumen enthalten ist. Ein typischer Dichtewert von Heuballen liegt also im Bereich von umgerechnet 40 Kilogramm pro Kubikmeter.

Die Masse (M) ist definiert als das Produkt aus Dichte (rho) und Volumen (V):

M = rho x V

Ein Heuballen mit einem Volumen von circa 3 Kubikmeter würde also in etwa 120 Kilogramm wiegen:

M = 40 Kilogramm/Kubikmeter x 3 Kubikmeter = 120 Kilogramm

Das ist aber nur ein ungefährer Ansatz, weil das Gewicht beziehungsweise die Dichte von Heu je nach Restfeuchte nach oben oder nach unten gut 15 Prozent von diesem groben Erwartungswert abweichen kann. Auch ist die Form der Ballen nicht immer so ganz definiert und weicht von der idealen Geometrie ziemlich ab. Bei quaderförmigen Heuballen multiplizieren wir nur die drei Seitenlängen mit der Dichte des Heues, das aber, je nach Restfeuchte, immer nur ein grober Schätzwert sein kann.

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