Gewinnabführungsvertrag in BWL leicht erklärt + Beispiel

Gewinnabführungsvertrag Definition

Gewinnabführungsverträge sind Unternehmensverträge gemäß §§ 291 bis 307 AktG. Sie verpflichten die Tochtergesellschaft eines Konzerns ihren kompletten Jahresgewinn an die Muttergesellschaft des Konzerns abzuliefern. Im Falle eines Verlusts ist die Muttergesellschaft gemäß § 302 Abs. 1 AktG verpflichtet, diesen auszugleichen.

Die Regelung zu Gewinnabführungsverträgen von Aktiengesellschaften bzw. Kommanditgesellschaften auf Aktien findet sich in § 291 AktG.

Gewinnabführungsverträge werden in erster Linie aufgrund der Gründung einer Organschaft gemäß §§ 14 bis 19 KStG abgeschlossen, da diese eine Voraussetzung darstellen.

Das Jahresergebnis der gewinnabführenden Tochtergesellschaft ist stets null. Dafür wird gemäß § 277 Abs. 3 Satz 2 HGB ein separater Posten in der GuV angeführt, der entweder im Gewinnfall auf „Aufwendungen aus Gewinnabführung“ oder im Verlustfall auf „Erträge aus der Verlustübernahme“ lautet. In der Bilanz wird eine „Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen“ angeführt.

Beispiel

Die X-AG ist eine Tochtergesellschaft der Y-AG und erwirtschaftet im Jahr X1 einen Jahresüberschuss in Höhe von 1.000.000 Euro, den sie aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags an die Y-AG abführt.

Die Buchung auf Seiten der X-AG lautet: Aufwendungen aus Gewinnabführung an Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.000.000 Euro . In der GuV wird der Aufwandsposten direkt vor dem Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag ausgewiesen.

Die Buchung auf Seiten den Y-AG lautet: Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen an Erträge aus Gewinnabführungsvertrag 1.000.000 Euro.

Alternative Begriffe: Ergebnisabführungsvertrag.

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