Ghostwriter – Was ist erlaubt und was nicht?

Hausarbeiten, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten: Kaum ein Student kann bei dem Ganzen noch den Überblick behalten. Stress gehört zum Studentenalltag. Deshalb ist es gar nicht so selten, dass einem der Gedanke kommt, seine Texte doch einfach mal von jemand anderem schreiben zu lassen. Endlich wieder mehr Freizeit; Zeit für Freunde, Zeit für Familie. Und dazu noch eine gute Note in der Uni. Wie schön wäre das? Seriöse Ghostwriting-Agenturen wie ghostwriter-arbeiten.de versprechen genau das. Doch was steckt eigentlich so genau dahinter? Und ist Ghostwriting nicht vielleicht sogar strafbar?

Was ist Ghostwriting überhaupt?

Das Ghostwriting gibt es im Grunde genommen schon seit vielen Jahrhunderten. So hat beispielsweise der antike griechische Philosoph Platon nicht alle seine Reden selber geschrieben; er holte sich dabei Unterstützung. Und auch heute ist es immer noch brandaktuell. Auf der Arbeit lassen sich viele Geschäftsführer E-Mails von Mitarbeitern vorschreiben und unterschreiben dennoch mit dem eigenen Namen. Es wird also ein Text im Namen eines anderen geschrieben.

Was verführt zur Nutzung von Ghostwriting?

Heutzutage steht man unter ständigem Druck. Viele Studenten sind überfordert; doch das Ganze betrifft nicht nur sie. Dozenten und Tutoren haben oft keine Zeit, um ihre Schützlinge ausreichend zu betreuen. Viele wissen gar nicht, wie man überhaupt eine wissenschaftliche Arbeit verfasst. Schnell sucht man danach im Internet und stößt dabei auch sehr schnell auf Seiten, die Ihnen den kompletten Service zu einem günstigen Preis anbieten. Und klar, warum sollte man sich selbst die Mühe machen, wenn es auch unkompliziert geht? Noten zählen in der jetzigen Gesellschaft mehr denn je. Hat man keine guten Noten, wird es schwierig, überhaupt einen Job zu finden. Aufgrund dieses Leistungsdrucks wird es immer attraktiver, sich bei solcherlei Texten Hilfe zu suchen.

Rechtliche Grundlagen

Dass Ghostwriting moralisch nicht korrekt ist, steht außer Frage. Aber kann ein solches Vergehen auch rechtlich geahndet werden? Grundsätzlich ist Ghostwriting nichts anderes als ein Auftrag, der ausgeführt werden soll. Es wird ein Vertrag aufgesetzt, in dem vermerkt wird, was der Autor zu leisten hat, wie hoch sein Honorar ist und wann der Text fertiggestellt werden muss. Solche Aufgaben sind eigentlich ganz normal, wenn es dabei um kleine Texte ohne viel Bedeutung geht, und auch rechtlich nicht weiter fragwürdig. Der Autor verzichtet auf seine Urheberrechte und die Nennung seines Namens als Verfasser.

Akademisches Ghostwriting jedoch, also das Schreiben von z. B. Diplomen oder Abschlussarbeiten für die Universität oder Hochschule, werden nach dem Verfassen bewertet. Am 01. September 2009 entschied das Oberlandesgericht in Frankfurt, dass das Ghostwriting grundsätzlich nicht rechtswidrig sei. Mit dem Unterschreiben des Vertrages verpflichtet sich der eigentliche Autor dazu, seine Urheberrechte abzugeben und über seinen Auftrag Stillschweigen zu bewahren. Ghostwriting fällt in die Gattung der Dienstleistungen. Dies ist sowohl bei der Erstellung von Reden und Pressemitteilungen als auch bei der Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten der Fall.

Nichtsdestotrotz kann es zu Sanktionierungen kommen. Gibt man beispielsweise eine Bachelorarbeit ab, muss man zusätzlich eine Eidesstattliche Erklärung abgeben, dass die Arbeit ohne fremde Hilfe geschrieben wurde. Gemäß § 156 StGB macht sich der Student somit strafbar. Es kann zu einem Bußgeld bis hin zur vollständigen Exmatrikulation an der Universität kommen; die jeweilige Strafe hängt von der Hochschulordnung ab.

Der Ghostwriter hingegen kann rechtlich nicht belangt werden. Bei akademischen Arbeiten stellt er seine Werke lediglich als Vorlage zur Verfügung. Gibt der Auftraggeber den Text ohne jedwede Änderung ab und gibt diese als seine eigene aus, tut er dies ohne Wissen des Autors. Nur, wenn der Autor nachweislich von dem Betrug wusste, kann man diesem Beihilfe zu einer Straftat vorwerfen.

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