Giffen-Gut in VWL leicht erklärt + Beispiel

Was ist ein Giffen-Gut?

Man kann von einem Giffen-Gut hören, wenn eine Steigerung der Nachfrage nach einer bestimmten Ware zu verzeichnen ist, obwohl eine Steigerung der Preise dieser Ware stattgefunden hat. (Wie man sich vorstellen kann, gehören solche Fälle eher zu den Ausnahmen; normalerweise ist es so, dass die Nachfrage sinkt, sobald die Kosten steigen).

Hierfür kann man zwei Ursachen ausmachen:

• der Verbraucher verfügt über nicht so viel Geld und gibt dies im Großen und Ganzen nur die Grundnahrungsmittel, wie beispielsweise Kartoffeln oder Nudeln aus. Nur zu besonderen Anlässen gönnt er sich mal ein Stück Fisch oder ein Stück Fleisch. Wenn sich dann die Kosten für diese Grundnahrungsmittel erhöhen, wird die Kaufkraft der Verbraucher niedriger, da man nur noch eine kleine Menge an Grundnahrungsmitteln käuflich erwerben kann. Luxuslebensmittel kauft der Verbraucher jetzt noch seltener ein. Er muss jedoch Grundlebensmittel verzehren, damit er die täglich benötigten Kalorien auch zu sich nehmen kann. Auf diese Weise erhöht sich die Nachfrage bei den Grundlebensmitteln, obwohl die Kosten der Ware erhöht wurden.

• Sodann gibt es noch einen gewissen Snobeffekt, d. h. ein paar Personen interessieren sich erst dann auch eine bestimmte Ware, wenn sie einen bestimmten Preis kosten (die Person will dann mit dieser bestimmten Ware vor anderen Personen hinsichtlich des Besitzes angeben.)

Bei den sogenannten Giffengütern haben der Einkommenseffekt auf der positiven Seite sowie der Subsitutionseffekt auf der negativen Seite eine entgegengesetzte Wirkung, wobei der Einkommenseffekt noch den Substitutionseffekt überragt.

Es ist allerdings so, dass in der Praxis die Giffen-Waren nicht oft vorkommen.

Weitere mögliche Namen lauten wie folgt: Das Giffen-Paradoxon sowie der Giffen-Fall.

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Autor(in) des Artikels:

mm

Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.

Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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