GmbH in BWL leicht erklärt + Beispiel

Was ist eine sogenannte GmbH?

Die Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung, kurz auch GmbH genannt, ist eine der am häufigsten in Deutschland vorkommenden Form einer KapGes. Die Regelungen hierzu kann man im GmbHG finden. Das Mindestkapital einer GmbH beträgt 25.000,00 Euro.

Die GmbH ist eine juristische Person, was bedeutet, dass sie ihre eigenen Rechte sowie Pflichten hat. Des Weiteren kann sie als GmbH, wenn sie durch ihren Geschäftsführer vertreten wird, Eigentum käuflich erwerben sowie auch vor einem Gericht Klage erheben (siehe bitte auch § 13 Absatz 1 GmbHG). Eine GmbH wird im Handelsregister unter der Abteilung B eingetragen.

Die Organe einer GmbH sind die Gesellschafterversammlung, der Geschäftsführer sowie vielleicht auch ein Aufsichtsrat.

Die GmbH ist außerdem eine Handelsgesellschaft im Sinne des HGB (siehe bitte auch § 13 Absatz 3 GmbHG in Verbindung mit § 6 Absatz 2 HGB). Alleine durch ihre Rechtsform gilt sie als Kaufmann, ein sogenannter Formkaufmann. Es ist hierfür keinerlei Tätigkeit notwendig. Die GmbH unterliegt den Regelungen des HGB und ist deshalb beispielsweise auch verpflichtet, Buchführung zu betreiben.

Was sind die Vorteil einer GmbH?

Die Attribute einer GmbH sind folgende:

– Beschränkung der Haftung auf das Gesellschaftsvermögen (das heißt, dass man nicht mit dem Privatvermögen haftbar gemacht werden kann);

– Beschaffung des Kapitals: Die Beschaffung des Kapitals erfolgt entweder durch eine entsprechende Erhöhung der Einlagen schon bestehender Gesellschafter bzw. die GmbH nimmt mehr Gesellschafter auf;

– Wechsel des Gesellschafters: ein Wechsel des Gesellschafters ist im Gegensatz zu einer Personengesellschaft einfacher. Eine Gesellschaft veräußert lediglich seine Firmenanteile (notarieller Vertrag) an eine dritte Person, welche hierdurch zum Gesellschafter wird (beispielsweise bei einer Nachfolgeregelung);

– Steuern: Wenn man als GmbH Gewinne erzielt, muss man von diesem Gewinn sowohl die Gewerbe- als auch die Körperschaftssteuer abführen. Dein Einkommen eines Gesellschafter-Geschäftsführers reduziert als sogenannter Personalaufwand den Gewinn, den man versteuern muss. Dafür muss man allerdings hinsichtlich des Einkommens die sogenannte Lohnsteuer bezahlen. Wenn die Gewinne ausgezahlt werden, fallen hinsichtlich des Gesellschafters auch noch weitere Steuern an. Dies sind beispielsweise die Steuer hinsichtlich des Kapitalertrags zuzüglich des Solidaritätszuschlages. Eine GmbH unterliegt außerdem nicht dem Freibetrag hinsichtlich der Gewerbesteuer.

Stammkapital der GmbH

Aufbringung des Kapitals einer GmbH

Kapitalaufbringung bei der Gründung der GmbH

Das sogenannte Stammkapital einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung beträgt einen Mindestbetrag in Höhe von 25.000,00 Euro. Dies ist eine sogenannte Stammeinlage. (siehe bitte § 5 Absatz 1 GmbH). Nähere Informationen hierzu erhalten Sie auch unter dem Kapitel Stammkapital.

Haftung bei einer GmbH

Die Haftung hinsichtlich der Verpflichtungen der GmbH gegenüber etwaigen Gläubigern unterliegt einer Beschränkung auf das Vermögen der Gesellschaft (siehe hierzu bitte auch § 13 Absatz 2 GmbHG).

Dies bedeutet, dass diese Gesellschafter nur bis zur Höhe ihrer Stammeinlage haftbar gemacht werden können und dass das Privatvermögen hierbei keinerlei Berücksichtigung findet. Es könnte im Gesellschaftsvertrag auf Wunsch eine sogenannte Nachschusspflicht vereinbart werden; dies kommt jedoch sehr selten vor. (siehe bitte auch § 26 GmbHG).

Aufsichtsrat einer GmbH

Freiwillige Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat ist ein sogenanntes Kontrollorgan, welches die Überwachung der Geschäftsführung übernommen hat.

Es kann gemäß § 52 GmbHG von der GmbH ein freiwilliger Aufsichtsrat bestimmt werden. Dies erfolgt, indem sie eine entsprechende Regelung in den Gesellschaftsvertrag einfügt.

Verpflichtender Aufsichtsrat

Falls die GmbH über mehr als 500 Angestellte verfügt, dann ist die GmbH auf jeden Fall dazu verpflichtet, einen Aufsichtsrat zu bestimmen (siehe hierzu bitte auch § 1 Absatz 1 Nr. 3 DrittelbG (sogenanntes Drittelbeteiligungsgesetz: Gesetz über die Drittelbeteiligung der Arbeitnehmer im sogenannten Aufsichtsrat).

Des Weiteren kann man auch in § 1 Absatz 1 in Verbindung mit § 6 MitbestG (Mitbestimmungsgesetz: Gesetz über die Mitbestimmung der Mitarbeiter) eine entsprechende Pflicht hinsichtlich der Bildung eines Aufsichtsrats finden. In diesem Paragraphen heißt es, dass unbedingt ein Aufsichtsrat bestimmt werden muss, wenn bei der GmbH mehr als 2.000 Mitarbeiter tätig sind.

Beirat der GmbH

Es kommt aber auch immer wieder vor, dass die GmbH, die über keinen Aufsichtsrat verfügen, sozusagen einen freiwilligen Beirat bestimmen. Dieser Beirat hat dann die Aufgabe, die GmbH durch kompetente Mitglieder des Beirats aus der Branche beraten zu lassen sowie zu überwachen.

Wie sieht es hinsichtlich der Steuern der GmbH aus?

Die GmbH ist dazu verpflichtet, sowohl die Gewerbesteuer als auch die Körperschaftssteuer zuzüglich des Solidaritätszuschlags abzuführen.

Jahresabschluss einer GmbH

Eine GmbH muss gemäß den §§ 264 bis 339 HGB (ergänzende Vorschriften für KapGes) eine Bilanzaufstellung anfertigen.

Aus Folgendem muss der Jahresabschluss bestehen: Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanzaufstellung sowie einen Anhang (siehe hierzu bitte auch § 264 Absatz 1 Satz 1 HGB).

Wenn die GmbH nicht unter die Vorschriften des § 267 HB (kleine GmbH) fällt, dann muss ich auch noch einen gesonderten Lagebericht fertigen (siehe bitte auch § 264 Absatz 1 Satz 1 in Verbindung mit Satz 4 HGB).

Auflösung einer GmbH

Anlässe für die Auflösung der GmbH kann man in § 60 GmbHG finden. Dies sind beispielsweise der Ablauf der im Gesellschaftsvertrag festgesetzten Zeit, Eröffnung eines entsprechenden Insolvenzverfahrens oder durch Beschluss der Gesellschafter.

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