Grenzsteuer in VWL leicht erklärt + Beispiel

Mit dem Grenzsteuersatz, auch als marginaler Steuersatz bezeichnet, wird angegeben, welcher Prozentsatz eines zusätzlich verdienten Euros an Steuern abgegeben werden muss. In der BRD existiert ein progressives Einkommensteuersystem. Das bedeutet, die Grenzsteuersätze steigen mit dem Einkommen der Steuerzahler.

Die Aussagekraft des Grenzsteuersatzes hängt mit dem Steuersystem des jeweiligen Landes zusammen. In einem progressiven System ist er sehr aussagekräftig.

Grenzsteuer in Abhängigkeit vom Einkommen

Es gibt in Deutschland Grenzen bis zu denen steuerliche Freibeträge gelten. Liegt ein Einkommen unterhalb dieser Grenze und wird auch nach einer Erhöhung des Gehalts nicht überschritten, so liegt der Grenzsteuersatz bei 0 %.

Wird die steuerliche Freigrenze überschritten muss ein gewisser Prozentsatz an Einkommensteuer für das gesamte Einkommen an den Fiskus gezahlt werden. Der Grenzsteuersatz springt dann automatisch auf die nächsthöhere Stufe. Je nach Anstieg des Einkommens steigt auch der Grenzsteuersatz jedes mal beim Erreichen der nächsten Stufe. Der Spitzensteuersatz beträgt aktuell 42 % und wird für ledige Bürger ab einem Einkommen von ca. 53.000,00 EUR fällig. Nach dem Erreichen der letzten Stufe, des Spitzensteuersatzes, steigt der Grenzsteuersatz nicht weiter an.

Ausnahmen im Bezug auf den Spitzensteuersatz

In der Regel wird der Spitzensteuersatz von 42 % nicht mehr erhöht. Es gibt jedoch eine Ausnahme:

Diese Ausnahme benennt ein zu versteuerndes Einkommen in Höhe von mindestens 250.000,00 EUR jährlich für Ledige und ein zu versteuerndes Einkommen von 500.000,00 EUR für Ehepaare, nach dem Splitting. Werden diese Grenzen überschritten, gibt es einen weiteren Anstieg des Grenzsteuersatzes in Höhe von 3 %. Der Grenzsteuersatz beträgt dann 45 %. Diese Größe ändert sich dann allerdings wirklich nicht noch einmal, sie besteht konstant und unabhängig von weiterem Einkommenserhöhungen.

Auch interessant:  Briefkastenfirma in BWL leicht erklärt + Beispiel

In der Umgangssprache wird diesbezüglich oft von einer “Reichensteuer” gesprochen.

Kapitalertragssteuer

Um die Kapitalertragssteuer zu ermitteln wird immer der gleiche Steuersatz verwendet. Dieser ist unabhängig von der Kapitalertragshöhe. Der Grenzsteuersatz der Kapitalertragssteuer ist demnach immer gleichbleibend und entspricht jederzeit dem Kapitalertragssteuersatz.

Definition in der Mathematik

In der Mathematik wird der Grenzsteuersatz folgendermaßen definiert:

  • Differentialquotient von Steuerbetragsfunktion
  • Steigende Steuerbetragsfunktion bei definiertem Einkommen, dass es zu versteuern gilt

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here