Grundkapital in BWL leicht erklärt + Beispiel

Was kann man unter Grundkapital verstehen?

Das sogenannte Gesellschaftskapital ist ein Anteil des Eigenkapitals bzw. Kapitals eines AG, welcher auf Grund von Multiplikation der ausgehändigten Aktien mit dem Nennwert der Aktien – bzw. einen Teil der Aktien mit dem sogenannten rechnerischen Nennwert der Aktien, als Summe herauskommt.

Der Mindestnennbetrag des Gesellschaftskapitals der Aktiengesellschaft ergibt 50.000,00 € (Mindestkapital, siehe hierzu auch § 7 AktG.) Es ist nicht erlaubt, das Grundkapital wieder an die Aktienbesitzer zurückzuzahlen (§ 57 Absatz 1 Satz 1 AktG).

Die Höhe des Gesellschaftskapitals einer Aktiengesellschaft kann man hinsichtlich der Passivaseite einer Bilanzaufstellung sowie aus dem Handelsregister entnehmen (siehe bitte auch § 266 Absatz 3 A. I. HGB). In der Bilanzaufstellung werden diese Daten unter dem Punkt „Gezeichnetes Kapital“ geführt.

Wurde das Gesellschaftskapital von den Aktienbesitzern nicht komplett ausgeglichen, muss man die dann noch ausstehenden Einlagen bilanzieren.

Das sogenannte Grundkapital kann man durch unterschiedliche Arten von Aktien, wie beispielsweise die Namens- oder die Stückaktien) aufbringen. Es ist jedoch dieserhalb anzumerken, dass man die Aktienarten sowie die hierauf entrichteten Zahlungen des Gesellschaftskapitals getrennt in der Bilanzaufstellung angenommen muss (siehe bitte auch § 152 Absatz 1 Satz 2 AktG).

Weitere Möglichkeiten, wie man das Grundkapital nennen kann: Nennkapital, Aktienkapital, Nominalkapital sowie share capital (wenn man es auf Englisch bezeichnen möchte).

Nachstehend kann man ein Beispiel hinsichtlich des Grundkapitals finden:

Exempel Gesellschaftskapital AG

Eine neu gegründete AG verteilt 100.000 Aktien (Nennwert: jeweils 1,00 €) an die beiden Firmengründer (welche sodann auch Aktionäre werden):

Gründer C erhält 50.000 Aktien

Gründer D erhält ebenfalls 50.000 Aktien

Abweichende Aufbringung / Aufgliederung des Gesellschaftskapitals

Wahlweise hätte man auch 20.000 Aktien (Nennwert: von 5,00 Euro) bzw. 10.000 Aktien (Nennwert: 10,00 Euro) oder 2 Aktien (Nennwert: 50.000,00 Euro) verteilt werden können – Die Untergrenze des Nennwertes liegt bei 1,00 Euro.

Die Aufteilung in viele Aktien hilft dabei, mit den Aktien leichter zu handeln. Gründer C kann bei einem Nennwert von 50.000,00 Euro diese einzige Akte lediglich komplett oder überhaupt nicht veräußern. Es wäre ihm nicht möglich, hierfür Teilbeträge zu erhalten. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Kosten für eine einzige Aktie niedriger und „auf dem Blatt Papier“ viel günstiger aussehen.

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Das Gesellschaftskapital beläuft sich auf 100.000,00 Euro und wird in der Bilanzaufstellung unter dem Punkt „Gezeichnetes Kapital“ angegeben.

Die Aktienbesitzer können sich immer darüber informieren, wie hoch ihr Anteil an der Aktiengesellschaft ist. Gründer C verfügt beispielsweise über 50.000 Aktien mit einem Nennwert in Höhe von 1,00 Euro, dies bedeutet der Gesamtbetrag der Aktien beträgt 50.000,00 Euro. Da das Gesellschaftskapital 100.000,00 Euro beträgt, besitzt er 50 % der Firma (sogenannte Beteiligungsquote).

Nennwert vs. Aktienwert

Der Nennwert ist beständig und beträgt in diesem Fall 1,00 Euro. Dieser bestimmte Wert hat mit dem Preis bzw. dem Wert der Aktie eigentlich nicht so viel zu tun. Der Wert der Aktie kommt auf Grund von Nachfrage und Angebot zu Stande. Dieser Wert unterliegt sekündlichen Änderungen an der Börse (siehe bitte auch Marktkapitalisierung).

Gesellschaftskapital bzw. gezeichnetes Kapital einer AG

Bilanz

Anlagevermögen 100.000 € Gezeichnetes Kapital 100.000 €
Umlaufvermögen … € Kapitalrücklage … €
… … € … … €

Gezeichnetes Kapital

Als gezeichnetes Kapital wird gemäß § 272 Absatz 1 Satz 1 HGB das Vermögen genannt, auf welches sich die Haftungsbeschränkung der Gesellschafter hinsichtlich etwaiger Verpflichtungen der KapGes gegenüber Gläubigern beläuft.

Erhöhung des Gesellschaftskapitals

Siehe bitte hinsichtlich einer Erhöhung des Gesellschaftskapitals auch „Beispiel zur ordentlichen Kapitalerhöhung“.

Verlust des Gesellschaftskapitals

Wenn man auf Grund der Jahresbilanzaufstellung oder einer sogenannten Zwischenbilanz (Diese kann man alle 2, 3 bzw. 12 Monate erstellen.) oder ist bei pflichtgemäßer Abwägung davon auszugehen, dass ein Verlust von etwa der Hälfte des Gesellschaftskapitals vorhanden ist, muss der Vorstand der Gesellschaft sofort eine in diesem Fall außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen und diesen Verlust in der Hauptversammlung noch einmal bekanntzugeben (siehe auch § 92 Absatz 1 AktG).

Gesellschaftskapital vs. Stammkapital

Das Vermögen einer GmbH wird nicht als Grundkapital bezeichnet, sondern als Stammkapital (siehe hierzu bitte auch § 5 GmbHG). Das sogenannte Stammkapital kann man in der Bilanzaufstellung ebenso unter dem Punkt Gezeichnetes Kapital vorfinden.

Ausstehende Einlagen

Bei dem Vorgehen, wie man ausstehende Einlagen behandelt, kommt es darauf an, ob diese durch die Firma von den Aktienbesitzern angefordert wurden oder nicht. Siehe hierzu bitte auch „Gezeichnetes Kapital“.

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