Günter Grass – Biografie & Inhaltsangaben

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Günter GrassGünter Grass zählt zu den kontroversesten Schriftstellern der deutschen Nachkriegsgeschichte. Als moralisches Sprachrohr der Nation machte er sich durch die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in seinem berühmten Roman „Die Blechtrommel“ einen Namen. Später schockierte Grass dagegen mit der Enthüllung, in seiner Jugend selbst Mitglied der Waffen-SS gewesen zu sein.

Geboren wurde Grass am 16. Oktober 1927 in Danzig. 1942 meldete sich der 15-jährige Grass – wohl mehr aus Abenteuerlust als aus politischer Überzeugung – freiwillig zur Wehrmacht. 1944 wurde er zur Waffen-SS versetzt. Nach dem Krieg geriet er bei den Westalliierten in Kriegsgefangenschaft.
Anschließend verschlug es ihn nach Düsseldorf. Hier studierte er Malerei und Bildhauerei. In den 50er Jahren setzte er sein Studium in Berlin fort, hier lebte Grass bis 1972, wohnte dann bis zum Ende der 80er in Schleswig-Holstein.

Seine Bücher sind fester Bestandteil des deutschen Literatur-Kanons geworden. „Die Blechtrommel“ (1959) ist sein bekanntestes Werk und thematisiert auf gesellschaftskritische Weise die Geschichte seiner alten Heimat Danzig im Zweiten Weltkrieg. Auch sein Folgewerk „Katz und Maus“ (1961) und die „Hundejahre“ haben das Danzig der NS-Zeit zum Schauplatz. Hohen Bekanntheitsgrad haben auch seine Bücher „Der Butt“ (1977) und „Die Rättin“ (1986) – eine apokalyptische Endzeitvision – errungen.

Für großes Aufsehen sorgte im Jahre 2006 die Veröffentlichung seines autobiografischen Romans „Beim Häuten der Zwiebel“. Seine darin enthüllte Zugehörigkeit zur Waffen-SS war der Öffentlichkeit zuvor nicht bewusst gewesen. Der Umstand, dass ausgerechnet Grass als moralisierende Instanz dieses Geheimnis so lange bewahrt hatte, schockierte viele. Andere dagegen argumentierten, dass sein Gesinnungswandel zum späteren Pazifisten durch diese Erfahrung überhaupt erst beschleunigt wurde. Wieder andere hielten das Geständnis nur für eine PR-Maßnahme. Seinem Ansehen tat die Enthüllung jedoch keinen Abbruch.

Günter Grass starb am 13. April 2015 nach einem langen und produktiven Leben.

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