Guten Aufsatz für die Grundschule schreiben – so gehts

Wie einen Aufsatz richtig schreiben? Ein paar hilfreiche Tipps

Insbesondere Eltern sehen sich irgendwann mit dem Problem konfrontiert, dass ihre Kinder ihre Hilfe beim Verfassen eines Aufsatzes benötigen. Tatsache ist jedoch: genau DEN richtigen Aufsatz gibt es eigentlich gar nicht. Es ist stattdessen so, dass ein Aufsatz in unterschiedlichen Formen auftreten kann – zum Beispiel als Bericht oder Erzählung. Man muss also beim Verfassen genau hinterfragen, welches Ziel erreicht werden soll bzw. Welchen Inhalt die Aufgabenstellung beinhaltet. Anderenfalls muss man mit folgendem Ergebnis rechnen: „Thema verfehlt.“ Ohne Frage mit Sicherheit eine der Einschätzungen, die häufig am Ende eines verfehlten Aufsatzes stehen.

Die Definition des Aufsatzes beinhaltet:

„Ein Aufsatz ist die schriftliche Behandlung eines vorgegebenen Themas, die je nach Textart unterschiedliche formale und sprachliche Anforderungen an den Schreiber stellt.“

Einen Aufsatz verfassen: Die Wiedergabe von Fakten oder das Schreiben einer Geschichte?

Grundsätzliche muss also eine Unterscheidung zwischen der berichtenden Darstellung eines Ereignisses, einer Sache, einer Person oder gar eines Vorgangs oder aber eine Geschichte erzählt werden soll. Ist eine Erzählung gewollt, so lebt diese von einer lebendigen und unterhaltsamen Darstellung, es geht um Kreativität und Fantasie. Im Gegensatz hierzu geht es bei einer Beschreibung um die Darstellung unverfälschter Fakten und genauer Informationen.

Natürlich funktioniert eine Anleitung nicht, wenn Ihr Kind besonders fantasievoll ist und Dinge hinzudichtet. Auf der anderen Seite ist die Welt der Erzählungen durchaus langweilig und öde, wenn nicht gar eintönig, wenn sich der Erzähler nur strikt von einem Ereignis zum nächsten fortbewegt. Welche Unterschiede beide Textformen ausmachen, wird im Folgenden erklärt.

Gruppe 1: Die Erzählung

Hierunter: die Erlebniserzählung (als Bildergeschichte, Urlaubserzählung oder auch eine Erinnerung)

Wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt, geht es hierbei um etwas Erlebtes oder um etwas, dass Ihr Kind gehört oder gelesen hat. Im Alltag kommen hier insbesondere ein Urlaubserlebnis in Betracht, aber auch ein besonderes Ereignis bei einem Ausflug.

Hierunter: die Fantasiegeschichte (ein Krimi, eine Gespenstergeschichte oder aber auch Science Fiction)

Auch hier beinhaltet die Bezeichnung bereits den Kern, worum es bei einer solchen Erzählung geht – um die Fantasie Ihres Kindes. Es geht also nicht um reale Ereignisse, sondern um die Erfindung solcher Begebenheiten. Praktisch wird hier oftmals ein Stück der Geschichte oder auch eine Überschrift vorgegeben. Manchmal kommt es auch zum Hinweis auf bestimmte Reizworte, die in die Geschichte mit eingebaut werden sollen. Es geht dann darum, dass Ihr Kind mit diesen Vorgaben – welche es auch sein mögen – „spielt“ und damit innerhalb seiner fantasievollen Möglichkeiten arbeitet.

Hierzu: die Nacherzählung (eines Buch, eines Film oder auch eines Hörspiels)

Soll eine Nacherzählung erarbeitet werden, so geht es darum, eine Handlung mit seinen eigenen Worten wiederzugeben. Hierbei besonders beliebt sind Märchen, Romane oder Filme. Es geht oftmals lediglich um das Verständnis des Kindes der gesehenen oder gelesenen Handlung.

Gruppe 2: Die Berichte

Hierunter: die Beschreibung (einer Person, eines Tieres, eines Gegenstandes)

Hierbei kommt es zu einer Beschreibung von Personen oder Sachen, es handelt sich um einen durchaus anspruchsvollen Text, der ein besonders hohes Maß an Konzentration und die persönliche visuelle Wahrnehmung erfordert. Je detailgetreuer Ihr Kind in der Lage ist, zu beschreiben, desto besser. Oftmals wird mit dem gesamten Aufsatzthema mit einer Beschreibung begonnen.

Hierunter: die Anleitung (ein Rezept, eine Bauanleitung oder auch eine Bedienungsanleitung)

Bei dem Schreiben einer Anleitung darf es zu keinen Lücken, keinen Auslassungen kommen, anderenfalls ist eine korrekte Ausführung der geforderten Tätigkeit gar nicht erst möglich. Bei einem Rezept müssen alle Zutaten vorgegeben werden, bei dem Bau eines Hauses alle Steine – ansonsten ist die Anleitung fehlerhaft.

Hierunter: der Bericht (eines Unfall, einer Reise oder auch in einer Zeitung)

Bei einem Bericht kommt es zur Schilderung eines Ereignisses aus der Sicht von Personen, die nicht aktiv am Geschehen beteiligt gewesen sind. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Aufnahme eines Polizeibeamten eines Einbruchs, aber auch die Beschreibung einer Reise oder eines Zeitungsartikels.

Die Aufsatzformen spielerisch (er)lernen

Bereits als Erwachsener stehen wir mit dem Thema Aufsatz vor einem Problem, bei Ihrem Kind ist es nicht anders. Es ist nicht verwunderlich, dass es bei all den verschiedenen Formen Zeit und Übung bedarf, bis Ihr Kind einen „guten“ Aufsatz schreiben kann. Man kann versuchen, die unterschiedlichen Aufsatzformen spielerisch in den eigenen Alltag zu integrieren. Das beginnt mit einem Bericht des Kindes über seinen Tag und führt dazu, dass man über jedes Familienmitglied mit ein paar vorgegebenen Reizwörtern eine fantasievolle Geschichte erfindet. Man könnte zudem mit Hilfe einer verbalen Beschreibung von Personen versuchen, dass der Gegenüber diese Person erraten muss.

5 Tipps zum Schreiben eines Aufsatzes

Tipp 1: Die Überschrift muss zum Weiterlesen anreizen

Je nachdem, welches Bedürfnis gedeckt werden soll, muss bereits die Überschrift des Textes an den Empfänger appellierend formuliert sein und auf diese Weise seine Neugierde wecken. Die Kunst besteht darin, dies bereits mit ein paar kurzen Worten in der Überschrift zu schaffen, ohne gleich den Ausgang oder Inhalt der Geschichte zu verraten.

Tipp 2: Eine vorstellende Einleitung

Die Einleitung soll – wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt – in die Geschichte einführen. Es gilt, die Hauptpersonen vorzustellen oder auch den Ort des Geschehens näher zu beschreiben. Auf diese Weise ist der jeweilige Leser in der Lage, sich ein „Bild“ aufzubauen und grundlegende Informationen, die zum Verständnis der Geschichte benötigt werden, zu erhalten.

Tipp 3: Der fesselnde Höhepunkt – der Hauptteil

Den umfangreichsten Teil einer Geschichte macht der Hauptteil aus. Ihr Kind sollte den Leser hier langsam auf den Höhepunkt vorbereiten. Dies geschieht besonders gut durch das Beschreiben von Personen und ihren Gefühlen oder Vorgängen. Das stilistische Mittel der wörtlichen rede komm t in diesem Teil zum Einsatz.

Tipp 4: Der beruhigende Schluss

Die Geschichte neigt sich dem Ende. Hier möchte der Leser ganz gewiss keine umschweifigen Erklärungen lesen. Dennoch wirkt eine Erzählung für die meisten unvollständig, wenn sofort nach dem Erreichen des Höhepunktes das Ende der Geschichte bekanntgegeben wird. Versetzen Sie sich in den Leser: er möchte wissen, wir die problematische Situation der Geschichte aufgelöst wird.

Tipp 5: unterschiedliche beginnende Sätze

Es gibt kaum etwas Schlimmeres als Sätze, die immer gleich beginnend eine Geschichte bilden sollen. Aus diesem Grund sollte Ihr Kind stets unterschiedliche Satzanfänge nutzen, es hilft zudem, wenn nicht mit beschreibenden Adjektiven und vielfältigen Verben gegeizt wird. Das mag zu Beginn etwas schwierig sein, aber die Übung macht auch hier den Meister. Sie könnten Ihrem Kind als Hilfestellung eine Liste mit möglichen Alternativen zur Verfügung stellen, so beispielsweise dann – anschließend – später – nach kurzer Zeit – außerdem – zudem – im Anschluss – usw.

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